Tragbare DVD-Spieler Test

Tragbare DVD-Spieler machen das Kino mobil: Sie bringen Unterhaltung auf langen Autofahrten und Fernsehempfang am Badesee. Gute Bilder sind allerdings selten. test.de zeigt die besten Geräte.

Der Balrog am Kamener Kreuz

Kilometer 230. Die Ringgemeinschaft quält sich durch Moria. Familie Hartmann passiert das Kamener Kreuz. Vorne entspannte Gesichter, auf der Rückbank Ruhe. Der Balrog fesselt die Kinder. Zumindest ihre Aufmerksamkeit. Auf den Bildschirmen hinten an den Kopfstützen flimmert der Herr der Ringe. Wenn der Akku hält, kommt die Ringgemeinschaft heute noch bis Mordor. Der Verkehr fließt. Familie Hartmann wird entspannt in der Bretagne landen. Die Kinder sind beschäftigt.

Zwölf Geräte im Test

Ganz so fantastisch wie in diesem Beispiel läufts im Alltag leider nicht. Mal beendet der schwächelnde Akku das Unterhaltungsprogramm mitten in der spannendsten Szene, mal ist das Bild so mau, dass die Kinder genervt abschalten. Die Stiftung Warentest hat 12 tragbare DVD-Spieler mit Akku getestet. Sieben davon mit DVB-T-Empfänger für digitalen Fernsehempfang. Die Geräte kosten zwischen 120 und 350 Euro. Die Bildschirme haben etwa Postkartenformat. Richtig gute Bilder liefern sie nicht. Bei Sonnenschein oder hellem Licht ist auf den kleinen Displays nur wenig zu erkennen.

Die Bilder sind mau

Es fehlt an Bildschirmhelligkeit und Kontrast. Viele Displays wirken detailarm. Bei hellen Filmszenen neigen die mobilen DVD-Spieler zum Überstrahlen, bei dunklen Filmszenen saufen ihre Bildschirme ab. Besonders schlecht ist das Bild ausgerechnet beim teuersten Gerät im Test. Der Sony DVP-FX810 liefert viel zu dunkle Bilder. Auch die spiegelnde Plexiglasscheibe vor dem Display nervt. Bildqualität: mangelhaft. Kaum besser sind die getesteten Spieler von Lenco, SEG und Xoro. Bildqualität: nur ausreichend.

Grundig besonders günstig

Die besten Bilder liefert der Grundig DVD-P7600. Für 120 bis 180 Euro eines der billigsten Geräte im Test. Allerdings ohne DVB-T-Empfänger. Nachteil: Kein Fernsehempfang, leichte Störgeräusche über den Kopfhörerausgang. Außerdem spielt der Grundig keine WMA-Musik-Dateien und keine Video-CDs der Formate VCD und SVCD ab. Digitalfotos zeigt er nur im Breitbildformat, nicht im 4:3-Standard. Wer mit diesen Abstrichen leben kann, findet im Grundig einen sehr preiswerten DVD-Spieler für unterwegs.

Odys, Panasonic und Toshiba vorn

Insgesamt noch einen Tick besser sind die Geräte von Panasonic und Toshiba. Auch sie ohne DVB-T-Empfänger. Bester DVD-Spieler mit DVB-T-Fernsehempfang ist der Odys SlimTV68006. Alle drei Geräte liefern auch bei hellem Tageslicht brauchbare Bilder. Der Ton ist annehmbar bis gut. Mit hochwertigen Kopfhörern sogar sehr gut. Preis für die DVD-Spieler: 230 bis 270 Euro. Der Panasonic DVD-LS 80 hat die beste Autohalterung im Test. Das Gerät liest alle Diskformate und überzeugt durch komfortable und übersichtliche Bedienung. Der Odys SlimTV68006 punktet durch guten Fernsehempfang, der Toshiba SD-P1900 durch seine lange Akkulaufzeit. Das Gerät spielt fast 6,5 Stunden. Das ist Spitze.

Im Schnitt nur drei Stunden mobil

Der DVD-Spieler von Panasonic muss schon nach 2,5 Stunden zurück ans Netz. Obwohl Panasonic sechs Stunden verspricht. Zweieinhalb sind zu kurz für den Herrn der Ringe. Die Gefährten bleiben so etwa in Moria stecken. Es sei denn, die Hartmanns sorgen vor und nehmen ein zweites Akkupack ins Gepäck. Beim Panasonic-Gerät kein Problem: Der Akku lässt sich wechseln. Bei den Geräten von Lenco und Philips geht das nicht. Die Akkus sind hier fest verbaut. Nur der Fachhändler kann sie austauschen. Das ist nicht billig. Mit einer Akkuladung laufen die mobilen DVD-Spieler im Schnitt drei Stunden lang. Eine Alternative zum Akku ist der 12-Volt-Anschluss über die Autobatterie. Ein entsprechender Adapter liegt allen Geräten bei. Erfordert allerdings eine Kabelverbindung vom Zigarettenanzünder zum DVD-Spieler.

Ohne Akku ganz groß

Eine Besonderheit im Test ist der Nextbase SDV 1102-B. Ein tragbarer DVD-Spieler ohne mobile Funktion. Nextbase verzichtet auf den Akku und setzt ganz auf Netz- oder Autoanschluss. Dafür gibt es eine besonders gute Kopfstützenbefestigung und einen großen 26-Zentimeter-Bildschirm. Bei den mobilen Geräten mit Akkubetrieb beträgt die Bilddiagonale nur 18 bis 22 Zentimeter. Der DVD-Spieler von Nextbase überzeugt durch gute Bilder und guten Ton. Sein Bedienkonzept enttäuscht dagegen: die Handhabung ist umständlich. Mit 470 Euro ist der Nextbase auch deutlich teurer als die mobile Konkurrenz.

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