Drei gute, viele mittelmäßige und zwei mangelhafte Geräte: Die trag-baren MP3-fähigen CD-Spieler und MD-Rekorder sind Leichtgewichte auch im Klang. Für das billigste gute Modell sind immerhin 177 Euro zu berappen.

Wenn Grönemeyer grölt oder Pink powert, möchten viele das nicht nur zu Hause hören, sondern auch in Bahn oder Bus, beim Joggen oder Radfahren. Dazu rüsteten sich vor allem Jugendliche früher mit tragbaren Kassettenrekordern aus, den so genannten Walkmen. Die sind aber megaout. Heute bevorzugen sie tragbare CD-Spieler, die neben bereits bespielten auch selbst gebrannte CDs (Compactdisks) sogar mit MP3-Musik wiedergeben können. Der Vorteil erschließt sich vor allem Computernutzern: Die komprimierten MP3-Daten benötigen nur etwa ein Zehntel des üblichen Speicherplatzes und lassen sich teilweise über das Internet herunterladen. Vom PC werden sie weiter auf CD überspielt.

Aus der Vielfalt der Fabrikate und Systeme haben wir 13 tragbare MP3-abspielfähige CD-Spieler zwischen 70 und 180 Euro geprüft, außerdem zwei leichte MD-Rekorder für rund 210 und 280 Euro. Die meisten CD-Player können sowohl 8 als auch 12 Zentimeter große CDs abspielen, zwei Modelle nur die 8-Zentimeter-Variante. Die beiden MD-Rekorder können Audiosignale auf Minidisks aufnehmen und abspielen, jedoch keine MP3-Dateien. Bis auf Sharp werden sämtliche Geräte mit Mignonbatterien bestückt, lassen sich aber auch ans Netz anschließen. Außer Freecom Beatman-II, Philips Expanium 401, Sony D-CJ 501 und Rio Volt SP 50 kann man auch alle mit wiederaufladbaren, umweltschonenden Nickel-Metallhydrid-Akkus betreiben, die bei einigen Fabrikaten mitgeliefert werden.

Hauptvorteil der CD-MP3-Spieler: Eine 12-Zentimeter-CD-R fasst bis zu zehn Stunden MP3-Musik, eine 8-Zentimeter-CD-R noch bis zu drei Stunden – bei der Standarddatenrate von 128 Kilobit pro Sekunde. Das garantiert eine akzeptable Tonqualität, bei der gewöhnlich kaum Unterschiede zwischen Original und Kopie wahrnehmbar sind.

Doch vor dem Hörmarathon ist Geduld gefragt. Eine CD in MP3-Dateien umzuwandeln, zu enkodieren, wie es im Fachjargon heißt, dauert schon ein rundes Viertelstündchen. Und die Zugriffszeiten auf einen bestimmten Song sind bei MP3 häufig länger als im normalen CD-Betrieb, weil viel größere Datenmengen verwaltet werden müssen. Ärgerlich ist speziell das langwierige Einlesen nach Schließen des Gerätedeckels. Außerdem nerven längere Skipzeiten (Springen von einem Song zum anderen). Manche Modelle bieten nicht einmal einen schnellen Vor- und Rücklauf, jedes zweite hat keine Abhörfunktion beim Suchlauf.

Unterschiedlich ausgestattet

Positiv hervorzuheben ist in jedem Fall die Antischockschaltung. Sie gleicht mechanische Erschütterungen und Vibrationen beim Bewegen der Geräte mehr oder weniger erfolgreich aus, vor allem beim Autofahren oder Wandern. Beim schnellen Joggen überzeugte aber nur der Sony uneingeschränkt. Unter Ausstattung/Technische Merkmale haben wir auch die einigen Geräten beigefügten Kabelfernbedienungen vermerkt.

Bei den MP3-Funktionen fallen die erheblichen Unterschiede in den Anzeigen der Musikstücke und in den Navigationsmöglichkeiten auf. Die Displays von Freecom Beatman-II, Philips Expanium 401, JVC XL-PM 20, elta medi@ 8866 MP3 und Red Star MPCD-2010 können weder Interpreten noch Ordnernamen oder sonstige kurze Identifikationsmerkmale, ID3-­tags genannt, anzeigen. Deshalb ist es äußerst schwierig, bei voll bespielten CD-Rs einen vernünftigen Überblick über den Musikinhalt zu bekommen.

Etliche Handhabungsprobleme

In der Handhabung kam kein Fabrikat über „befriedigende“ Noten hinaus. Am schlechtesten – „ausreichend“ (4,0) – wur­de elta media@ 8866 bewertet. Unsere Tester kritisierten die Bedienungsanleitung, das Inbetriebnehmen, die Anzeigen, die Navigation bei MP3-CDs und den Wechsel von 8- zu 12-Zentimeter-CDs mit Adapterrahmen. Auch die schwache mechanische Ausführung macht dieses Gerät wenig verlockend.

Etwas geringere Handhabungsprobleme bereiteten Red Star MPCD-2010 sowie die eben noch „befriedigend“ zu bedienenden Jamba! MP125 und Quelle Universum. Bei elta und Jamba vermissten wir auch die gesetzlich vorgeschriebene Warnung vor zu hoher Lautstärke, die gerade bei Jugendlichen dringend geboten ist, weil sie besonders intensiv – wenn nicht gar exzessiv – Kopfhörer benutzen; das heißt im Klartext: sich die Ohren volldröhnen. Wenn Nebenstehende unfreiwillig mithören können, ist das Gerät entweder zu stark aufgedreht (dann sind auf Dauer Gehörschäden absehbar) oder der Kopfhörer ist so kons­truiert, dass er stark nach außen abstrahlt: bei Thomson, Panasonic und Universum. Insgesamt am einfachsten war übrigens der Grundig-Mystixx-Player zu handhaben (Note 2,6).

Der Ton macht die Musik

Die Klangqualität hängt überwiegend von den verwendeten Kopfhörern ab und ist bei normal bespielten CDs meist um eine Note besser als bei MP3-Musik. Mehrheitlich taugen die mitgelieferten Kopfhörer nicht viel. Sie sind oft eher Ohrstöpsel. Sehr dürftig klingen sie bei JVC, Jamba, elta, Universum und besonders bei den auch im Endeffekt „mangelhaft“ beurteilten Red Star und Rio Volt SP 50. Auch Panasonic und Grundig erzielten hier nur ein „Ausreichend“. Bei diesen beiden und bei JVC kann die Tonqualität mit hochwertigen Kopfhörern deutlich angehoben werden; bei den übrigen fünf kaum, da sie grundsätzlich rauschen sowie störende Nebengeräusche beim Suchlauf und Schalten produzieren.

Tipp: Lassen Sie die mitgelieferten Kopfhörer lieber in der Schublade und kaufen Sie bessere aus unserem Kopfhörertest auf den folgenden Seiten.

Bei MP3 wird der Sound auch maßgeblich von der verwendeten Enkodiersoftware beeinflusst. Die Testhörer erkannten immer MP3-typische Störungen. Manchmal trübte auch die Antischockschaltung den Klang, wie bei Jamba und Universum. „Gute“ Tonqualität konnten wir letztlich keinem CD/MP3-Spieler bescheinigen, sondern nur den beiden MD-Rekordern von Sony und Sharp.

Bei JVC und elta ließ die Wiedergabe unterschiedlicher MP3-Datenraten zu wünschen übrig: Hier hakte es hörbar, wenn Daten unter 80 Kilobit pro Sekunde abgespielt wurden. Bei Sony D-CJ 501 ließen sich vier von sieben kopiergeschützten CDs gar nicht wiedergeben.

Tipp: Reklamieren Sie die CD beim Händler, wenn Schwierigkeiten beim Abspielen auftreten sollten.

Spezialitäten der MD-Rekorder

Während die getesteten CD-MP3-Spieler – wie der Name schon sagt – Tonaufnahmen nur abspielen, können die kleinen MD-Rekorder auf die Minidisk auch aufnehmen. Und das außer mit der normalen auch mit halber (LP2) und viertel (LP4) Geschwindigkeit. Das verlängert die Laufzeit entsprechend, geht aber auf Kosten der sonst guten Tonqualität.

Der knapp 280 Euro teure Sony MZ-­N505 kann über ein USB-Kabel mit einem Computer verbunden und mit Musik „gefüttert“ werden, die nicht nach dem MP3-, sondern nach dem älteren, von Sony eingeführten Atrac-System kodiert und komprimiert ist. Dessen Qualität kann sich gut hören lassen. Die Datenraten sind aber nur durch Vorwahl der Langspielbetriebsarten zu ändern. Der billigere (211 Euro) und mit „befriedigendem“ Qualitätsurteil eine Stufe schlechtere Sharp-Minirekorder ermöglicht pegelgesteuerte Mikrofonaufnahmen.

Bemerkenswert beim Sony-MD-Modell ist noch die konkurrenzlos lange Laufzeit von 46 Stunden mit nur einer Batterie. Bei den CD-Geräten ragt Panasonic SL-MP35 mit rund 37 Stunden MP3-Musikberieselung ohne Batteriewechsel heraus. Am kürzesten mit nur dreieinhalb bis acht Stunden am Stück laufen Philips Expanium 401, Grundig Mystixx CDP 9100 SPCD und Jamba! MP125.

Sehr unterschiedlich sind übrigens auch die Batteriekosten pro Betriebsstunde. Sie bewegen sich zwischen 2 Cent (Sony MZ-­N505) und 38 Cent (Grundig Mystixx). Besonders teuer wird es, wenn keine Akkus benutzt werden können. Beim Gerätekauf sollte der Grönemeyer- oder Pink-Freund also auch diesen Preisfaktor im Auge behalten.

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