Trade Republic Meldung

Was taugt „Deutsch­lands erster mobiler und provisions­freier Broker“? Die Experten von Finanztest haben das Angebot des jungen Online­unter­nehmens Trade Republic unter die Lupe genommen. Für kostenbewusste Trader hat es seinen Reiz. Für lang­fristig orientierte Anleger eignet sich die Platt­form weniger.

Eine App für mobile Trader

Trade Republic bietet eine App vor allem für den Handel mit Aktien und ETF an. Das Internet-Finanz­unternehmen wurde 2015 gegründet, hat seit 2019 eine Lizenz als Wert­papier­handels­bank und wird von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leitungs­aufsicht (Bafin) kontrolliert. Das nicht in Wert­papieren investierte Geld wird bei der Solaris­bank verwahrt und unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung.

Handel über Lang & Schwarz

Nachdem sich der Anleger per Videoident-Verfahren angemeldet und die App herunter­geladen hat, kann es losgehen. Der Kauf und Verkauf bei Trade Republic läuft über die Platt­form Lang & Schwarz.* Derzeit sind etwa 6 500 deutsche und interna­tionale Aktien sowie mehr als 500 ETF handel­bar. Zwar wirkt das Angebot recht umfang­reich. Im Vergleich zum gesamten Markt an Wert­papieren ist es jedoch über­schaubar. So sind an der deutschen Börse rund 1 400 ETF gelistet. Die Produkt­auswahl soll mittel- bis lang­fristig größer werden. Seit dem 16. Juli 2019 ist der Handel mit Deri­vaten aus der Produktpalette des Part­ners HSBC möglich, die Gesamt­zahl der Produkte beziffert Trade Republic mit 40 000. Aktiv gemanagte Fonds hat Trade Republic gar nicht im Angebot.

Tipp: Sie suchen nach einem klassischen Wert­papierdepot? Hier geht es zum Vergleich Depotkosten der Stiftung Warentest – mit Angeboten von 30 Banken und Sparkassen.

Jeder Kauf und Verkauf kostet 1 Euro

Mit einem Pauschal­preis von 1 Euro pro Kauf oder Verkauf ist Trade Republic ausgesprochen günstig. Anleger müssen auch keine Depot­gebühr zahlen. Allerdings sollten sie beim Aktien- oder ETF-Kauf die Handels­spanne, den sogenannten Spread, im Auge behalten. Er kann im Handel bei Trade Republic * etwas größer sein als zum Beispiel über Xetra. Zu den üblichen Börsen­handels­zeiten ist der Unterschied meist sehr gering. Vor dem Börsen­start und spät­abends – bei Trade Republic können Anleger von 7.30 Uhr bis 23 Uhr handeln – müssen sie mit einem höheren Spread rechnen. Normaler Börsen­handel über Xetra, Regional- oder Auslands­börsen ist bei Trade Republic nicht möglich.

Steuer­service ist inbegriffen

Anders als beim Anbieter Degiro, einem anderen sehr güns­tigen Onlinebroker (zum Schnelltest Degiro), gibt es bei Trade Republic die Möglich­keit, einen Frei­stellungs­auftrag (bis 801 bzw. 1 602 Euro für Paare) einzureichen, um den direkten Abzug von Abgeltung­steuer zu verhindern. Anleger erhalten außerdem eine Jahres­steuererklärung.

Schnörkellose Bedienung, aber nur wenige Funk­tionen

Die App von Trade Republic ist über­sicht­lich und lässt sich einfach bedienen. Allerdings bietet sie auch nicht den von vielen Direkt­banken gewohnten Funk­tions­umfang, zum Beispiel bei Limitorders. Seit dem 16. Juli 2019 sind allerdings Stop-Loss Order-Funk­tionen für alle Anteils­klasen möglich. Auch die Depotdar­stellung ist schlicht gehalten und bietet Anlegern nur spärliche Informationen.

Bei Auslands­dividenden entstehen keine Kosten mehr

Die Einbuchung von Auslands­dividenden ab einem Ausschüttungs­betrag von 15 Euro war zum Start des Angebots kosten­pflichtig. Es wurden dann jeweils 5 Euro berechnet. Diese Gebühr wird nun nicht mehr erhoben. Bei deutschen Aktien können Anlegern allerdings Zusatz­kosten entstehen: Für die Eintragung von Namens­aktien verlangt Trade Republic 2 Euro, wenn die Eintragung in den Einstel­lungen der App ausgewählt wurde. Die Anmeldung zu einer Haupt­versamm­lung kostet 25 Euro.

Interes­sante App für Trader, nicht für Lang­frist­anleger

Für Anleger, die lang­fristig investieren wollen, ist Trade Republic kaum das Richtige. Sie finden keine vergleich­bar große ETF-Auswahl wie bei Direkt­banken und müssen sich mit rudimentären Depot­informationen zufrieden geben. Für Börsenfans, die auch gern unterwegs traden, ist die App dagegen interes­sant. Die sehr nied­rigen Kosten machen das limitierte Angebot und den fehlenden Zugang zu in- und ausländischen Börsenplätzen teil­weise wett.

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* Passage korrigiert am 7.5.2019

Diese Meldung ist ursprüng­lich am 7.5.2019 erschienen. Sie wurde am 19.7.2019 aktualisiert.

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