Entsteht am Auto bei einem unverschuldeten Unfall ein Totalschaden, darf die gegnerische Versicherung nur den Restwert anrechnen, der vor Gericht beweisbar und in der Region zu erzielen ist (BGH, Az. XI ZR 132/04). Bei solchen Totalschäden zahlen die Versicherer dem Geschädigten Geldersatz. Aber sie ziehen von der Summe das ab, was der Schrottwagen noch bringt, wenn der Geschädigte ihn verkauft. Hier hatte die Versicherung 1 065 Euro angesetzt, die laut Internet-recherche an der tschechischen Grenze erzielbar seien. Doch der saarländische Autobesitzer schrieb, in seiner Region seien nur 300 Euro drin. Er setzte drei Tage Frist und verkaufte das Auto für 300 Euro. Als dennoch 1 065 Euro abgezogen wurden, ging er vor Gericht. Dort bezifferte ein Sachverständiger den Restwert auf dem regionalen Markt mit 300 Euro bis 1 500 Euro.

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