Wer sich für Total-Return-Fonds interessiert, will vor allem eins: Verluste vermeiden. Was die Fondsgesellschaften als Total Return verkaufen, entspricht den Vorstellungen der Anleger allerdings nicht in jedem Fall.

Einen „Definitionswirrwarr“ nennt es ein Sprecher der Fondsgesellschaft Baring Asset Management. Er hat Recht: Was Total oder Absolute Return heißt, interpretiert jeder Anbieter anders. Anleger haben es schwer, sich einen Durchblick zu verschaffen.

Einige Gesellschaften sehen die Idee dann verwirklicht, wenn die Manager über ihre Wertpapierkäufe frei entscheiden dürfen und sich nicht nach einem Markt richten müssen.

Zum Beispiel Baring: „Kennzeichen unserer Total-Return-Fonds ist, dass sie keine Benchmark haben“, sagt ein Sprecher. „Sie orientieren sich an ihrem Anlageziel und wollen gute Erträge erwirtschaften. Wenn es geht, auch in schlechten Marktphasen.“

Auch andere Manager wollen ihren Kunden dauerhaft „positive Erträge“ verschaffen, wie sie sich ausdrücken. Sie verstehen die Total- oder Absolute-Return-Idee aber weniger als eine Möglichkeit, frei zu entscheiden, sondern mehr als ein „Immer-im-Plus-Konzept“. Sie investieren vor allem in sichere Papiere wie Anleihen.

Min Sun vom Fondsanalysehaus Feri sagt dagegen: „Entscheidend ist nicht, in welche Papiere ein Absolute-Return-Fonds investiert, sondern wie groß das Risiko ist, das er eingeht.“

Damit nicht genug, gibt es auch Gesellschaften, die Total Return als Wertsicherungskonzept verstehen und das eingesetzte Geld der Anleger erhalten beziehungsweise Verluste begrenzen wollen.

Total Return? Absolute Return?

Zur Verwirrung trägt bei, dass auch die Bezeichnungen „Total“ und „Absolute Return“ auf unterschiedliche Weise ausgelegt werden.

„Wir verstehen beide Begriffe synonym“, sagt Marc Bubeck von der Fondsgesellschaft Activest.

Mike Bayer von Ceros erklärt den Unterschied so: „Absolute-Return-Fonds streben eine positive Zielrendite an“, sagt er, „während das Ziel der Total-Return-Fonds offen ist.“ Deshalb gilt Total bisweilen als abgeschwächte Form von Absolute Return.

Der dit definiert den Unterschied mithilfe der Anlageklassen. „Ein Total-Return-Fonds investiert nur in eine Anlageklasse, ein Absolute Return hat die Wahl, in welche Papiere er sein Geld steckt“, heißt es.

„Total Return kann theoretisch alles sein“, sagt Min Sun von Feri. „Es kann in der Summe der Erträge zeitweise sogar negative Renditen geben.“ Sun bevorzugt für Fonds mit Risikomanagement den Begriff Absolute Return.

Finanztest hat die Fondsgesellschaften nach Total- oder Absolute-Return-Fonds gefragt. Die Angebote sind breit gefächert. Bisweilen finden sich sogar alte Bekannte wieder. Fonds, die bislang, bevor das Total-Return-Konzept in Mode kam, als Rentenfonds, Garantiefonds oder Mischfonds firmierten. Auch Aktienfonds sind dabei.

Lediglich etwa die Hälfte der angegebenen Total- oder Absolute-Return-Fonds heißt tatsächlich so. Aber auch sie folgen keinem einheitlichen Konzept.

Anleger wollen Plus

Auch wenn Total oder Absolute Return verschiedene Definitionsansätze zulässt – die Anleger gehen meistens davon aus, dass sich hinter dem Label ein Konzept verbirgt, das darauf abzielt, Verluste zu vermeiden.

Finanztest hat aus diesem Grund die Angebote der Fondsgesellschaften auf das Kriterium der Sicherheit hin untersucht und dazu die Fonds in vier Kategorien eingeteilt – angefangen von Garantiefonds über Rentenfonds und Mischfonds bis hin zu Fonds, die sich offen halten, in welche Papiere sie investieren, jedoch eine bestimmte Rendite anstreben.

Garantiefonds

Streng genommen sind Garantiefonds Wertsicherungsfonds, weil sie formal keine Garantie geben, sondern lediglich die Absicht erklären, das Kapital zu erhalten oder Verluste einzugrenzen.

Der Uniprotect Europa von Union Investment (LU 016 518 387 1) zum Beispiel verspricht, auf Jahressicht mindestens 95 Prozent des anfänglichen Anteilswerts zu erhalten. Zurzeit liegt der größte Teil des Anlegergeldes in sicheren Zinspapieren. Für spekulative Investments wie Aktien steht dem Manager ein variables Risikobudget zu.

Der Adig Total Return Protect (LU 017 220 535 2) sieht ein zweistufiges Sicherungssystem vor. Wer bis September 2006 investiert bleibt, soll mindestens sein Geld zurückbekommen. Darüber hinaus gibt es eine dynamische Zusatzsicherung, für den Fall, dass der Fonds neue Höchstwerte erreicht: Sie werden zu 90 Prozent abgesichert.

Fazit: Der Anleger hat keine Garantie dafür, dass Wertsicherungsfonds ihre Sicherungsziele erreichen. Die meisten investieren jedoch vorsichtig. Wie Sie das Garantiekonzept auch selbst umsetzen können, zeigt die Tabelle. Kalkulieren Sie vorsichtshalber einen Totalverlust des Aktienanteils ein.

Rentenmischfonds

Rentenmischfonds investieren in sichere festverzinsliche Anleihen, die auf Euro lauten, und mischen riskantere Anleihen dazu, um die Rendite aufzubessern.

Der dit Eurobond Total Return (LU 014 035 591 7) etwa mischt 70 Prozent hochklassige mit bis zu 30 Prozent High-Yield-Anleihen. Ähnlich verfährt der UniEuroRenta Selected Ideas (LU 000 604 119 7). Beide Fonds garantieren auf Jahressicht aber keinen Kapitalerhalt. Dies versucht der UniEuroRenta Absolute Return (DE 000 800 757 6), der in erstklassige internationale Anleihen investiert und höchstens 10 Prozent riskantere Papiere beimischt.

Der Fonds Parvest European Bond (LU 009 962 514 6) mischt Anleihen, die gerade noch zur bonitätsstarken Investmentklasse gehören, mit Papieren von Emittenten, die gerade nicht mehr dazu gehören.

Fazit: Je mehr Papiere bonitätsstarker Emittenten und je mehr Euro-Papiere im Fonds sind, desto mehr Sicherheit hat der Anleger. Wenn Sie dieses Konzept selbst umsetzen wollen, können Sie sich Mischungen aus den besten Rentenfonds Euro und Rentenfonds High Yield zusammenstellen.

Mischfonds aus Aktien und Renten

Anleihen sind auch die Grundlage für die Mischfonds, die zusätzlich in Aktien investieren, wie zum Beispiel der Deka Euroland Balance (DE 000 589 687 2) mit einem Aktienanteil von maximal 30 Prozent. Der Schroder ISF European Absolute Return (LU  015 872 098 6) setzt aktuell dagegen vor allem auf Aktien und mischt sie mit einem geringen Rentenanteil.

Manche Gesellschaften firmieren bestehende Mischkonzepte in Total-Return-Anlagen um. Ein Beispiel ist der Dachfonds Hansa-Balance von Hansa-Invest (DE 000 979 971 8). Ähnlich die Ceros mit ihren Vermögensverwaltungsfonds.

Fazit: Es kommt auf das Mischungsverhältnis an, ob das Geld der Anleger sicher ist. Je mehr Aktien, desto riskanter. Hier lohnt ein Vergleich mit defensiven Aktien-/Renten-/Mischfondskonzepten (siehe in Fonds im Dauertest).

Zielfonds

„Der Mix machts“ ist auch das Motto der Fonds, die eine bestimmte Rendite erzielen wollen. Ein Vertreter ist der CS Bond Fund (Lux) Target Return von Crédit Suisse (LU 016 470 023 8). Dieser Fonds mischt sichere und riskante Anleihen und strebt eine Rendite an, die 1,4 Prozent über Sechsmonatsgeld liegt. Das sind aktuell insgesamt 3,5 Prozent.

Der bekannteste Vertreter der Zielrendite ist der dit, der zwei Fonds in ­dieser Kategorie anbietet. Das Ziel des dit Absolute Return Allocation (LU 016 768 804 2) ist eine Überrendite von 2,5 Prozent gegenüber kurzfristigen Geldmarktpapieren. Der Absolute Return Allocation Plus (LU 016 768 758 0) verspricht sogar 5 Prozent mehr.

Fazit: Das Gute an Zielfonds ist, dass der Anleger weiß, welche Rendite der Fonds anstrebt. Das Schlechte ist, dass die Wege dorthin nicht immer schlüssig sind. Anleger können solche Konzepte selbst kaum umsetzen. Aber es ist auch fraglich, ob die Fondsmanager ihre hoch gesteckten Ziele dauerhaft erreichen können.

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