Benchmark, ja oder nein?

Die Baisse hat es gezeigt: Fonds, die einen Aktienmarkt abbilden, handeln nicht zwingend im Interesse der Anleger. Denn: Fällt der Markt, fällt auch der Wert des Fonds. Trotzdem kann ein solcher Fonds Bestnoten bekommen, nämlich dann, wenn er besser war als der Markt, sprich: weniger verloren hat. In den Augen mancher Anleger ist das Prinzip purer Hohn: „Wie? Wir sollen uns freuen, dass unser Fonds nicht 60 Prozent wie der Markt, sondern nur 50 Prozent verloren hat?“

Auch die Fondsgesellschaften sind mit solchen Ergebnissen nicht unbedingt zufrieden. Nicht zuletzt deshalb haben sie Fonds aufgelegt, die unabhängig und dem Marktgeschehen nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Fachleute sprechen von Fonds, die keine Benchmark – also keine Messlatte oder keinen Maßstab – haben.

Fein, möchte man meinen, nie wieder Verlust! Sollen die Gesellschaften doch alle Fonds nach dem Total-Return-Prinzip gestalten! Doch ganz so einfach ist es leider nicht.

Erstens können auch Fonds, die sich nicht nach einem Markt richten, ins Minus geraten. Zweitens sollte der Fonds nicht nur Verluste in schlechten Marktphasen vermeiden, sondern in guten Phasen auch gute Gewinne einfahren. Wenn Total Return nur Verlustvermeidung hieße, könnten Anleger auch ein Sparbuch wählen.

Drittens lässt sich die Qualität eines ­Total-Return-Fonds-Managers nur sehr schwer beurteilen. Woran soll man ihn messen, wenn die Vergleichsmöglichkeiten fehlen?

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