Top Ten Meldung

Für die Riester-Rente kommen vier Sparformen infrage: Banksparpläne, Rentenversicherungen, Investmentfonds und betriebliche Angebote. Als Erstes hat die Stiftung Warentest Banksparpläne untersucht. Im nächsten Heft erläutern wir Riester-Rentenversicherungen, im Oktober Fondssparpläne, dann betriebliche Angebote.

Banksparpläne eignen sich für Risikoscheue, für Ältere und für Unentschlossene: Sie bieten Sicherheit, haben keine Wertschwankungen und sind flexibel: Wer später auf eine andere Sparform umsteigen will, kann das ohne große Verluste tun.

Angebote mit Basiszins und Bonus

Die meisten Angebote funktionieren wie herkömmliche Banksparpläne: Es gibt einen Basiszins, dazu einen Bonus. Ihr Hauptnachteil: Die Renditen sind mäßig, oft nur mickrige 3 Prozent. Vorbildlich dagegen der Testsieger dieser Kategorie, die Kreissparkasse Kaiserslautern. Sie bietet 4,25 Prozent Basiszins, mit Bonus sind etwa 6 Prozent drin. Wie viel es am Ende genau sein wird, weiß jedoch nur der Himmel, denn der Zins ist variabel: Die Geldhäuser dürfen ihn nach eigenem Ermessen anpassen, also auch senken. Allerdings erwarten wir, dass die Gerichte dem ähnlich klare Grenzen setzen, wie sie es bei variablen Baudarlehen bereits getan haben. Die Tabelle zeigt die Renditen, die sich ergeben, wenn man die heutige Verzinsung über die genannten Laufzeiten hochrechnet.

Angebote mit Referenzzins

Nach besserem Muster sind Sparpläne gestrickt, deren Zins an die von der Bundesbank täglich ermittelte Umlaufrendite öffentlicher Anleihen festgezurrt ist. Zwar ist ungewiss, ob sie mehr bringen als die mit Basiszins und Bonus. Aber hier sind die Zinsanpassungen eindeutig geregelt. So zieht der Testsieger dieser Kategorie, die Bank für Kirche und Caritas, nur 0,25 Prozentpunkte von der jeweils aktuellen Umlaufrendite ab. Ein Superangebot – aber auf Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen begrenzt. Falls Ihre Bank vor Ort ein solches Produkt anbietet, ist das ein Tipp. Das gilt aber nicht, wenn der Abzug mehr als 1 Prozentpunkt beträgt. Zur Orientierung: Die Um­laufrendite lag im Schnitt der letzten 20 Jahre bei 6,80 Prozent.

Überraschend

Riester-Banksparpläne sind rar. Wir befragten 291 Banken und nur 37 boten sie an. Selbst in Großstädten wie Berlin, Dresden, Frankfurt/Main, Hamburg hält keine Filialbank so ein Produkt vor. Alle Angebote im oberen Teil der Tabelle gelten bundesweit, auch Dresdner können zur Kreissparkasse Kaiserslautern gehen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank oder Sparkasse vor Ort, ob sie einen Riester-Sparplan anbietet und ob die Konditionen so gut sind wie bei unseren Testsiegern.

Bei den genannten Angeboten werden keine Verwaltungskosten berechnet. Wechselt der Kunde jedoch zu anderen Anbietern, kostet das meist 25 bis 100 Euro. Je größer die Abweichung der Spalten „Renditeerwartung 10 Jahre“ und „Rendite bei Kündigung“, desto höher sind diese Kosten. Mehr Infos über Riester Banksparpläne gibt es in Finanztest 8/2002.

Dieser Artikel ist hilfreich. 477 Nutzer finden das hilfreich.