Tomatenketchup Test

Tomatenketchup darf beim Grillen nicht fehlen: Fruchtig tomatig, süß-säuerlich, würzig und mit einem Hauch von Schärfe. Die Stiftung Warentest hat 23 Ketchups untersucht. Keiner schmeckt wie der andere, aber fast alle sind gut. test.de sagt, warum die Fast-Food-Soße besser ist, als manche Kritiker meinen.

Ein Liter pro Jahr

Ketchup spaltet die Nation: Für Ketchupfans gehört er praktisch überall drauf, für Ketchuphasser ist die rote Soße der Inbegriff der Fast-Food-Kultur. Rund einen Liter Ketchup verbraucht jeder Deutsche im Jahr. Rein statistisch gesehen. Ketchupfans lachen darüber. Sie kommen mit dieser Menge kaum über den Monat. Bratwurst, Pommes, Nudeln oder Käsebrot: Echte Fans toppen fast alles mit Tomatenketchup. Am liebsten dick und kirschrot.

Ketchup ohne Zusatzstoffe

Ist Tomatenketchup tatsächlich aus Tomaten oder besteht die Soße vor allem aus Zucker, Farbstoffen und künstlichem Aroma, wie manche Kritiker meinen? Die Stiftung Warentest hat 23 Ketchups untersucht. Mit erstaunlichem Ergebnis: Ketchup ist besser als sein Ruf. Einige Produkte kommen sogar ganz ohne Zusatzstoffe aus. Nicht nur Bioketchup. Auch herkömmlichen Ketchup gibt es ohne Aromastoffe. Mancher Anbieter verzichtet sogar auf Säuerungs- und Verdickungsmittel.

Tomatenmark, Zucker, Gewürze

Grundlage der Ketchups ist Tomatenmark. Dazu kommen Zucker, Essig, Salz und Gewürze. Die Tomaten für das Konzentrat stammen aus Südeuropa, selten auch mal aus China. Verarbeitet wird offenbar erntereif und frisch. Die Tester fahndeten nach Spuren von unreifen Früchten. Grüne Tomaten enthalten giftiges Solanin. Das würde sie verraten. Doch Fehlanzeige: Die Ketchups im Test enthalten kein Solanin. Auch keine vergammelten Tomaten.

Jeder schmeckt anders

Erfreulich auch das Ergebnis im Schadstofftest: Die Ketchups enthalten weder Schwermetalle noch Pestizide. Die Ketchupexperten der Stiftung Warentest konnten gelöst zur Verkostung übergehen. Auch hier gab es kaum Kritik. Die Ketchups sind ohne Tadel. Sie schmecken tomatig-fruchtig, süß-säuerlich und würzig. Keiner ist wie der andere: Jeder hat seine Note. Mal etwas würziger, mal betont fruchtig, mal ohne Schärfe. Nur die Bio-Ketchups von Rapunzel und Eden ernteten Kritik in der sensorischen Prüfung, in der neben dem Geschmack auch Aussehen und Konsistenz beurteilt wurden: Sie sind sehr dünnflüssig. Der Ketchup von Rapunzel bildet nach einigen Minuten sogar einen Flüssigkeitsrand.

Lidl knapp vorn

Knapper Sieger nach Punkten ist der Ketchup von Lidl. test-Qualitätsurteil gut, Note: 1,8. Eine Halbliter-Flasche kostet nur 55 Cent und enthält keine Zusatzstoffe. Den zweiten Platz teilen sich gleich acht Produkte von Aldi Süd, Alnatura, Heinz, Knorr, McDonald's, Penny, Tip und Werder. test-Qualitätsurteil gut, Note: 1,9. Der Ketchup von Alnatura ist der beste Bio-Ketchup im Test. Eine Halbliter-Flasche kostet 1,45 Euro.

Kinderketchup enttäuscht

Kinderketchup halten die Experten für ziemlich überflüssig. Die Anbieter werben zwar mit 30 Prozent weniger Zucker. Die getesteten Kinderketchups enthalten aber fast ebenso viel Zucker wie normaler Tomatenketchup. Obendrein ist Kinderketchup recht teuer. Ein halber Liter kostet umgerechnet mindestens 1,65 Euro. Kalorienarmer Light-Ketchup enthält weniger Zucker, ist aber mit Süßstoffen gesüßt. Ob die wirklich dazu beitragen die schlanke Linie zu halten, wird kritisch diskutiert. Ganz ohne Zucker geht es auch beim Light-Ketchup nicht. Tomaten enthalten von Natur aus Zucker.

Heinz, die Zuckerbombe

Eine echte Zuckerbombe ist der Tomatenketchup von Heinz. Der Klassiker enthält 25,5 Gramm Zucker auf 100 Gramm. Das entspricht 48 Stück Würfelzucker pro Halbliterflasche. Fast eineinhalb Stück pro Esslöffel. Eden beweist, dass es auch anders geht. Ein Esslöffel des Bio-Ketchups enthält nicht mal ein halbes Stück Würfelzucker. Da darf dann schon mal etwas mehr auf den Teller.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3301 Nutzer finden das hilfreich.