Ein Versicherer darf nach einem Unfall nicht von einem Selbst­mord des Versicherungs­nehmers ausgehen und deshalb die Entschädigung verweigern. Das hat das Landes­sozialge­richt Bayern entschieden. Wenn die Unfall­ursache nicht geklärt werden kann, muss der Versicherer zahlen. „Hinterbliebene sind nicht dafür beweis­pflichtig, dass der Versicherte nicht in Selbst­tötungs­absicht gehandelt hat“, begründete das Landes­sozialge­richt sein Urteil (Az. L3 U 365/14).

Eine Witwe hatte gegen die Berufs­genossenschaft ihres verstorbenen Mannes geklagt. Dieser war mit seinem Auto auf einer Dienst­fahrt in den entgegen­kommenden Verkehr geraten und starb infolge des Unfalls. Der Versicherer vermutete, dass der Mann mit Absicht in den Gegen­verkehr gefahren war, weil es keine Brems­spuren gab, und wollte die Witwe nicht entschädigen.

Für das Landes­sozialge­richt reichte die Begründung nicht. Zeugen bestätigten, dass der Versicherte einen lebens­frohen Eindruck gemacht habe. Zudem war er bei seiner Fahrt ange­schnallt.

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