Stirbt ein Mieter, darf sein Mitbewohner in den Miet­vertrag eintreten, wenn beide jahre­lang gemein­sam einen Haushalt geführt haben. Eine intime Liebes­beziehung ist nicht Voraus­setzung für die Über­nahme (Az. 67 S 390/15). Das hat das Land­gericht Berlin entschieden.

Haus­halts­beziehung reicht als Eintritts­grund

In dem Fall hatte der Mieter mit einem 26 Jahre jüngeren Mann fast 20 Jahre lang in einer Vater-Sohn-ähnlichen Beziehung zusammen­gelebt. Nach dem Tod des Mieters wollte sein Mitbewohner in den Miet­vertrag eintreten. Das lehnte der Vermieter ab. Er war der Auffassung, dass die beiden Männer eine intime Liebes­beziehung hätten führen müssen. Nur dann wäre ein Eintritts­recht gegeben. Auf dem Klageweg forderte er die Räumung und Heraus­gabe der Wohnung. Das Gericht wies die Klage ab. Eine auf Dauer angelegte Haus­halts­beziehung reiche als Eintritts­grund aus.

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