Toaster Test

Die Hälfte aller Geräte bringt ein gutes Ergebnis auf den Tisch. Allerdings fiel auch jeder fünfte Toaster durch – wegen Mängeln in der Haltbarkeit oder der Sicherheit.

Als der Mensch vor etwa hundert Jahren anfing, sein täglich Brot mithilfe elektrischer Geräte zu rösten, sorgte das zunächst für reichlich Unruhe am Frühstückstisch. Die ersten Toaster waren nichts weiter als kleine Metallkäfige mit offen liegenden Heizdrähten, an die das Brot angelehnt werden konnte. Geröstet wurde immer nur von einer Seite. War der gewünschte Bräunungsgrad erreicht, musste man mit der Hand in diesen Höllenkäfig greifen, um das Brot zu wenden. Für manchen begann der Tag damals mit schlimmen Verbrennungen und fiesen Stromschlägen. Nicht zu vergessen die Halden von verkohltem Weißbrot, die der Fortschritt forderte.

Doch allen Widrigkeiten zum Trotz setzte sich dieses infernalisch anmutende Haushaltsgerät durch. Denn Toastbrot war beliebt. Schon die alten Ägypter hielten ihr Gebäck übers offene Feuer, auch um es durch Feuchtigkeitsentzug haltbarer zu machen. Die Römer aßen Röstbrot auf ihren Feldzügen durch Europa und prägten damit nicht nur den Geschmack, sondern auch den Begriff, der sich vom lateinischen „torrere, tostum“ für dörren, trocknen ableitet. Besonders die Briten liebten das – und nahmen ihren mit Gabeln und Spießen überm Feuer gerösteten „Toast“ mit in die Neue Welt. Als dort schließlich die elektrische Energie domestiziert worden war, dauerte es nicht mehr lange, bis diese auch Einzug in die Küche hielt: Glühbirne, Bügeleisen, Kochplatte – schließlich der Toaster.

Die Ingenieure tüftelten, dass es nur so rauchte: Einstecktoaster, Klapptoaster, Flachbetttoaster, Wendetoaster, Drehtoaster, Kipptoaster, Karusselltoaster – Durchfahrtoaster: In Inneren dieses legendären „Toast-O-Lators“ schieben rotierende Sägezähnchen die Brotscheibe an den Heizdrähten vorbei. Auf der einen Seite ins Gerät hineingesteckt, fällt der Toast nach einiger Zeit knusprig geröstet auf der anderen Seite wieder heraus – direkt auf den Frühstücksteller. Durch ein kleines Guckloch an der Seite lässt sich der Bräunungsvorgang beobachten. Für dieses leider vom Markt verschwundene technische Kleinod zahlen Sammler heute mehrere Tausend Dollar.

Toasten nach dem Pop-up-Prinzip

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Oben schon knusprig, unten noch fast weiß: Die linke Brotscheibe ist ungleichmäßig geröstet. Der rechte Toast ist deutlich besser.

Durchgesetzt hat sich schließlich der Pop-up-Toaster, den Charles Strite 1919 zum Patent anmeldete: Der Mechanikermeister aus Minnesota hatte als Erster die ebenso einfache wie geniale Idee, das Brot von zwei Seiten gleichzeitig zu rösten. Außerdem verpasste er seinem „Toastmaster“ eine einstellbare Zeitschaltuhr und einen Mechanismus, der den fertigen Toast automatisch oben aus dem Gerät hinausspringen ließ (englisch „to pop up“). Das ersparte dem Benutzer nicht nur Brandblasen und Elektroschocks, der Frühstückshappen stand auch nicht mehr ganz so oft in Flammen.

So etwas kommt an: Der Toastmaster wurde zum Dauerbrenner – und ist es noch. Zwar gibt es mittlerweile Online-Toaster, die sich die Wettervorhersage aus dem Internet ziehen, um dementsprechend per Schablone Sonne, Wolken oder Regentropfen auf den Toast zu knistern, doch an dem Pop-up-Prinzip wurde bis heute nicht gerüttelt. Wir haben 22 moderne Varianten dieses Erfolgsmodells getestet, darunter 19 Zweischeibentoaster und 3 Geräte, die bis zu vier Scheiben auf einmal rösten können.

Erfreulich: Die meisten Toaster des 21. Jahrhunderts machen nicht nur guten Toast, sie lassen sich auch gut bedienen (siehe Tabelle). Die besten Geräte im Test rösten das Brot von beiden Seiten gleichmäßig braun, wobei sich der Bräunungsgrads mit einem Regler annähernd linear von leicht angetoastet bis dunkel geröstet einstellen lässt. Geräte, die in den Prüfpunkten Bräunungseinstellung und Gleichmäßigkeit nicht gut abschnitten, rösten den Toast entweder ungleichmäßig oder der Regler funktioniert nicht so gut wie bei den anderen: Beim Siemens TT61101 zum Beispiel wird der Toast bei höchster Stufe nur vergleichsweise leicht gebräunt, beim Clatronic TA2618 hingegen ist er schon in der Minimalstellung reichlich kross.

Seitenwand wird über 130 Grad heiß

Toaster Test

Die ersten elektrischen Toaster wurden vor rund hundert Jahren gebaut – oft abenteuerlich anmutende, rudimentäre Geräte.

Die besten Geräte zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie in puncto Sicherheit „sehr gut“ abschneiden. Zum einen lassen sie sich beim Betrieb problemlos anfassen, ohne die Finger zu verbrennen: ­Ihre Außenwände sind gut hitzeisoliert, sodass sie relativ kühl bleiben. Zum anderen verfügen sie meist über einen eingebauten Mechanismus, der das Gerät beim Verklemmen einer Brotscheibe auto­ma­tisch abschaltet. Dadurch soll ein Gerätebrand vermieden werden. Allerdings überstanden auch die anderen Toaster diesen Test, ohne Feuer zu fangen: Das Brot verkohlte zwar im Gerät, richtete aber keinen Schaden an.

Mehrere Geräte zeigten deutliche Sicherheitsmängel: So wird der AFK TO-750 an den Seitenwänden mit mehr als 130 Grad Celsius so heiß, dass akute Verbrennungsgefahr besteht – zumal das Gerät beim Bedienen ziemlich kippelig ist. Nicht ganz so extrem, aber mit über 70 Grad Celsius immer noch heiß werden auch die Seitenwände des Petra. Mehr als 80 Grad Celsius erreichen die Metallteile an den oberen Seitenrändern des auffällig in Glasdesign gefertigten Russel Hobbs. Beim Entnehmen des Toasts kommt die Hand leicht mit dem Metall in Berührung. Auch am integrierten Brötchenaufsatz des Rowenta verbrennt man sich leicht die Finger.

Der Cloer 3610 fiel in der Sicherheitsprüfung durch, weil Kabel im Geräteinneren nicht normgerecht angebracht sind. Auch wenn es unwahrscheinlich ist: Im Falle eines Gerätefehlers besteht die Gefahr, dass der Benutzer einen Stromschlag bekommt, wenn er den Toaster berührt.

Zwei Geräte haben die Haltbarkeitsprüfung nicht überstanden: Der AFK CT-O 2.5 versagte mitten im Dauertest, der 600 Toastvorgänge umfasste. Das Gerät ließ sich nicht mehr einschalten, der Hebel zum Versenken des Toasts war zudem angebrochen. Ein nachgetestetes zweites Gerät fiel kurz nach Beginn der Prüfung aus. Auch beim Vierscheibentoaster von Clatronic war während der Haltbarkeitsprüfung Schluss. In der Praxis hätten diese Geräte somit nicht einmal wenige Wochen gehalten – das ist mangelhaft.

Toaster sollten regelmäßig von Krümeln gereinigt werden. Die fangen sonst nicht nur irgendwann an zu müffeln, sie könnten auch Feuer fangen und so das Gerät beschädigen. Fast alle Toaster im Test haben zu diesem Zweck eine ausziehbare Krümelschublade, die auch fast immer gut zu bedienen war. Nur der AFK TO-750 muss zum Reinigen umständlich aufgeschraubt werden.

Formaldehyd ist kein Thema

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Toaster im Dauertest – nicht jeder hielt durch: Der Vierscheibentoaster Clatronic TA2980 (zweites Gerät von links) hat während der Haltbarkeitsprüfung den Dienst versagt.

Alle Geräte im Test geben beim Toasten Formaldehyd ab. In größeren Mengen eingeatmet, kann Formaldehyd Krebs erzeugen. Die Konzentrationen, die beim Toasten entstehen, sind allerdings unkritisch – zumal Toaster nicht dauerhaft in Betrieb sind. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung besteht unterhalb einer Raumluftkonzentration von 124 Mikrogramm pro Kubikmeter keine Gesundheitsgefahr. Unsere Messwerte lagen, bezogen auf einen zehn Quadratmeter großen Raum, beim erstmaligen Betrieb des Geräts bei maximal 13,6 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Werte nahmen mit jeder weiteren Benutzung ab. Nach fünf Toastvorgängen waren keine nennenswerten Formaldehydkonzentrationen mehr zu messen. Wer ganz sicher gehen will, sollte deshalb seinen neuen Toaster die ersten Male bei guter Lüftung betätigen.

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