Toast Test

Nach Misch­brot ist es das zweitliebste Brot der Bundes­bürger. Süß und herz­haft zum Frühstück oder über­backen am Abend genießen sie Butter-, Voll­korn- oder Mehr­korn­toast. Welcher ist der beste Toast im Land?

Der Bibel nach verhilft Toast­brot zu ungeheuren Kräften. Als dem Propheten Elia in der Wüste ein Engel erschien, lag plötzlich geröstetes Brot vor ihm. Damit gestärkt hielt er den 40-tägigen Fußmarsch zum Gottes­berg Horeb durch. Auch die alten Ägypter hielten Brot übers Feuer – vor allem, um es länger halt­bar zu machen. Die Römer brachten das Brotrösten nach Britannien, eng­lische Siedler nach Amerika.

In Deutsch­land gewann Toast, wie wir ihn kennen, in den 1950er Jahren an Popularität. Heute ist er das zweitbeliebteste Brot. Doch welcher ist der beste? Wir haben Butter-, Mehr­korn- und Voll­korn­toast sowie Toast­brötchen getestet. Das Ergebnis ist positiv: Zwei Drittel der 28 Test­kandidaten schneiden gut ab, der Rest ist befriedigend. In puncto Kalorien unterscheiden sich die Toast­varianten kaum, bei Ballast­stoffen und Fett dagegen schon: Am meisten gesunde Ballast­stoffe liefert Voll­korn­toast. Buttertoast enthält erstaunlicher­weise weniger Fett als Toast mit Saaten (siehe Kommentare). Am wenigsten Fett haben die Toast­brötchen im Test (siehe Kommentar).

Keiner war verschimmelt

Toast hält sich unge­öffnet laut den Anbietern bei Zimmertemperatur 10 bis 30 Tage. Halten sie wirk­lich so lange? Die Tester haben das am Mindest­halt­barkeits­ende geprüft. In wenigen Toasts fanden sie in sehr geringen Mengen Schimmelpilze, Hefen oder andere Keime. In den meisten Packungen wiesen sie sie gar nicht nach. Die mikrobiologische Qualität war also oft sehr gut.

Ist die Packung geöffnet, kann sich aber schnell Schimmel bilden. Ist eine Scheibe befallen, sollten alle im Beutel im Müll landen. Wichtig: Den Beutel immer verschließen. Das schützt Brot auch vor dem Austrocknen. Es im Kühl­schrank vor Verkeimung bewahren zu wollen, ist nicht zu empfehlen. Dort wird es schnell altba­cken.

Tipp:Toast lässt sich gut einfrieren. Sie können die Scheiben einzeln entnehmen und gleich gefroren in den Toaster geben.

Vergolden, nicht verkohlen

Auch Schad­stoffe erwiesen sich nicht als Problem – weder Schwer­metalle noch Schimmelpilzgifte. Die Tester fahndeten auch nach schädlichen Substanzen, die beim Toasten zuhause entstehen wie Acrylamid und 3-Mono­chlor­propandiol. Dafür toasteten sie die Scheiben hell­braun. In den meisten waren die Substanzen nicht nach­weisbar. Bei den übrigen waren die analysierten Mengen so gering, dass sie als unkritisch gelten. Der Gehalt an Acrylamid erhöht sich, wenn Toast sehr dunkel geröstet wird. Im Tier­versuch wirkt es krebs­er­regend und schädigt das Erbgut.

Tipp: Rösten Sie Toast­brot nur gold­gelb. Verbrannte Scheiben sollten Sie nicht abkratzen, sondern wegwerfen.

Zwei sehr gut beim Verkosten

Zusätzlich zu den Labor­unter­suchungen ließen wir die Toasts von geschulten Prüf­personen verkosten. Zwei schnitten dabei sehr gut ab: der Golden Toast Butter­toast und der Golden Toast Körnerharmonie. Beide wirkten durch ihre sehr leicht feuchte Krume selbst am Ende der Mindest­halt­barkeits­frist noch frisch. Die meisten Toasts rochen da ungeröstet nicht mehr ganz frisch oder gar leicht alt. Getoastet schmeckten nur der Butter- und Voll­korn­toast von Aldi (Süd) leicht alt, der 3-Korn-Toast von Penny und der Voll­korn­toast von Kauf­land.

Ein sehr guter Toast zeichnet sich durch gleich­mäßige Poren und Lockerheit aus. Die Tester sahen sich das Innere der Scheiben genau an, die Krume. Bei manchen war sie zur Rinde hin verdichtet, nicht so locker wie in der Mitte. Dafür gab es Abzüge. Die Tester übten zum Beispiel auch Kritik bei Fremdnoten, bei trockenen, bröseligen, leicht brandigen oder etwas faden Toasts.

Aus vier Teilen geba­cken

Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Butter oder Öl – mehr Zutaten braucht Teig für Toast­brot nicht. Damit er optimal aufgeht, das Brot seine typische Form und Porung erhält, backt der Hersteller es nach der „Four-pieces-Methode“: Einen Teig­strang teilt er in vier Teile, die neben­einander in einer Kastenform etwa 35 Minuten backen. Die vier Teile verbinden sich darin zu einem Toast­brot.

Nur einer ohne Zusatz­stoffe

Auf vielen Toast­broten steht „ohne Konservierungs­stoffe“. Wir konnten im Labor auch keine nach­weisen. Über­raschend ist das nicht. Durch Schneiden und Verpacken im nahezu keimfreien Reinraum oder Pasteurisieren des verpackten Brotes kann die Back­industrie mitt­lerweile auf Konservierungs­stoffe wie Sorbinsäure verzichten. Fast alle Anbieter im Test verwenden aber den Zusatz­stoff Natrium­diacetat. Er soll die Säure im Teig regulieren, wirkt aber auch konservierend. Die Bioanbieter nutzen ihn nicht, sondern säuern etwa mit Äpfel- oder Milchsäure. Kaum zum Einsatz kommen Emulgatoren, die zum Beispiel die Krume frisch­halten. Das können auch zugesetzte Enzyme erledigen. Sie lassen sich im Brot aber nicht nach­weisen und müssen nicht in der Zutaten­liste stehen. Ohne Zusatz­stoffe kommt nur der im Reform­haus oder Bioladen erhältliche Biobutter­toast von der Handwerks­bäckerei Das Back­haus aus.

Ob hand­werk­lich oder industriell – wie kalorienreich Toast ist, hängt vor allem vom Belag ab: Dick mit Butter bestrichen und mit Salami belegt ist selbst Voll­korn­toast kein leichter Snack. Wir empfehlen Hühner­brust-Sand­wiches (siehe Rezept des Monats).

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