Tisch-Geschirrspüler von Plus Schnelltest

Für Singlehaushalte sind herkömmliche Geschirrspüler oft zu groß. Plus hat jetzt einen kleinen Tisch-Geschirrspüler für vier Maßgedecke im Angebot. Preis: 119 Euro. Der Schnelltest zeigt, ob sich ein Kauf lohnt.

Für wenig Geschirr

Der Tisch-Geschirrspüler von Plus hat Platz für vier Maßgedecke. Dazu gehören jeweils vier Kaffeetassen und -teller, Ess- und Suppenteller, Gläser und Besteck. Zielgruppe sind wohl am ehesten Singlehaushalte. Für mehr Personen reicht das Tischgerät nicht aus. Töpfe oder Pfannen haben neben dem Geschirr keinen Platz. Sie müssen separat von Hand gespült werden. Das ist nicht besonders praktisch, denn wer nach dem Kochen etwa zwei Töpfe im Spülbecken abwäscht, kann auch gleich die schmutzigen Teller und Tassen von Hand spülen.

Geschirr bleibt schmutzig und nass

Tisch-Geschirrspüler von Plus Schnelltest

Der Praxistest: Das Geschirr wird nicht sauber.

Der Praxistest: Das Geschirr wird nicht sauber.

Im Praxistest versagt das Gerät: Normal verschmutztes Geschirr war nach Ende des Intensiv-Spülvorgangs nicht frei von Speiseresten und obendrein noch nass. Im letzten Geschirrspülertest aus test 07/2006 hätte es dafür im Prüfpunkt Reinigung und Trocknung nur ein „mangelhaft“ gegeben. Auf den Plus-Geschirrspüler ist kein Verlass: Wer sauberes Geschirr haben möchte, muss nachspülen. Für diese schwache Reinigungsleistung benötigte das Gerät immerhin 85 Minuten und verbrauchte 8,7 Liter Wasser sowie 0,75 Kilowattstunden. Das liegt zwar im Rahmen dessen, was der Anbieter auf dem beiliegenden Energielabel angibt. Doch das Ergebnis für Reinigung und Trocknung ist weit entfernt von der ausgelobten Labelklasse C. Herkömmliche Geschirrspüler (für mehr als vier Maßgedecke) können das besser, wie der letzte große Vergleichstest Geschirrspüler aus test 07/2006 zeigt.

Kein Fach für den Reiniger

Aufgrund der Größe des Geschirrspülers sollen laut Gebrauchsanleitung pro Spülgang etwa sieben Gramm Reiniger benutzt werden. Gleichzeitig empfiehlt die Anleitung handelsübliche 3:1-Tabs. Diese enthalten aber 18 Gramm - für vier Maßgedecke ist das deutlich überdosiert. Für den Reiniger gibt es eine Mulde in der Tür, die sich nicht verschließen lässt. Beim Hochklappen der Tür fällt der Reiniger einfach in den Geschirrspüler. Unpraktisch gestaltet sich die Dosierung des Klarspülers. Das entsprechende Fach befindet sich im hinteren Teil des Plus-Geräts, an das Benutzer nur umständlich herankommen. Zudem läuft der Klarspüler aus dem Fach heraus, wenn der Einlauf nicht waagerecht justiert ist.

Enthärtungsvorrichtung fehlt

Unterschiedliche Wasserhärten können Benutzer an dem Tisch-Geschirrspüler nicht einstellen. Der Anbieter empfiehlt daher, dass Gerät einmal pro Woche mit Essig zu spülen. Geschieht dies nicht, können Kalkkrusten auf den Heizstäben schnell die Leistung verringern.

Probleme mit den Spülprogrammen

Laut Gebrauchsanleitung und Werbeprospekt verfügt das Gerät über zwei Spülprogramme: Intensiv und Eco. Das Eco-Programm ist aber nur nutzbar, wenn das Gerät an einem Warmwasseranschluss betrieben wird. Denn in diesem Programm wird das Wasser nicht zusätzlich aufgeheizt. Wer das Gerät über den Kaltwasseranschluss betreibt, spült im Eco-Programm daher mit kaltem Wasser.

Keine Sicherung gegen Leckagen

Laut Werbung besitzt der Tisch-Geschirrspüler ein doppeltes Wasserüberlauf-Sicherungssystem. Doch darauf sollten sich Benutzer lieber nicht verlassen. Denn der Wasserzulaufschlauch besitzt keine Sicherung gegen Leckagen, die Bodenwanne ist nicht durch einen Schwimmerschalter vor dem Überlaufen gesichert. Im schlimmsten Fall kann Wasser so lange in die Küche laufen, bis der Wasserhahn endlich abgedreht wird.

Nicht nur bei Plus

Den beschriebenen Bomann Tisch-Geschirrspüler TSG 604 gibt es nicht nur bei Plus. Real hat das gleiche Modell ebenfalls im Angebot - für immerhin 139 Euro. Auch amazon oder ebay bieten das Gerät an. Eine Kaufempfehlung kann test.de aber nicht aussprechen.

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