Tipps zum Kompostieren Meldung

Boden verbessern, Geld sparen, Umwelt schonen ­- mit einem Komposthaufen lassen sich diese Ziele in jedem Garten verwirklichen. Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, aktiv zu werden.

Der Kompost ist quasi der Bauch des Gartens. In ihm verdauen zahlreiche Mikroorganismen, Asseln und Würmer Garten- und Küchenabfälle, die im Laufe des Jahres anfallen. Zum Nulltarif verwandeln Millionen kleiner Lebewesen diesen Biomüll in wertvollen Dünger.

Wer Kompost regelmäßig verwendet, steigert die biologische Aktivität des Bodens und verbessert die Struktur. Das erleichtert die Bodenbearbeitung. Und da der Kompost viele Nährstoffe enthält, kann auf Mineraldünger meist verzichtet werden. Damit das Kompostieren funktioniert, braucht man übrigens keinen "grünen Daumen". Es genügt, einige Grundregeln zu beachten.

Lage: Schützen Sie Ihren Kompostplatz vor extremer Witterung. Sowohl brennende Sonne als auch starke Niederschläge können die biologischen Prozesse stören. Wählen Sie einen lichten Platz im Halbschatten. Hecken oder Rankgitter schützen vor Wind und dienen gleichzeitig als Sichtschutz.

Untergrund: Der Kompost sollte Kontakt zum Erdreich haben. Aus dem Untergrund können zahlreiche nützliche Tiere in den Haufen einwandern. Eine Schicht aus Rindenmulch oder Gehölzschnitt an der Kompostbasis verhindert Nässestau und Fäulnis.

Mischung: Damit der Kompost am Ende ein Optimum an Nährstoffen enthält, muss er rechtzeitig mit den richtigen Nährstoffen gefüttert werden. Je breiter das Nahrungsangebot, desto besser. Auf den Menüplan gehören sowohl saftreiches Grün (Rasenschnitt, Wildkräuter, Gemüseabfälle aus der Küche) als auch trockener, holziger Abfall (gehäckselter Astschnitt, Strauchreste, altes Laub). Aber: Zu große Portionen eines einzigen Materials sind schwer verdaulich. Also am besten neben dem Komposthaufen ein kleines Zwischenlager für gehäckselte Holzabfälle anlegen und diese nach und nach zwischen die Grünabfälle mischen. Egal ob alter Ast oder verfaulter Kohlkopf ­ zerkleinert sind alle Abfälle für die Mikroorganismen bekömmlicher.

Umsetzen: Kleine, aus sorgfältig zerkleinerten Abfällen angesetzte Komposte müssen nicht umgesetzt werden. Anders dagegen in größeren Haufen und Kompostern. Hier kann zu viel Feuchtigkeit und zu wenig Luft den Kompost in einen faulenden Misthaufen verwandeln. Das Umsetzen beugt vor und sorgt für eine bessere Mischung und eine lockere Struktur. Wegen der Luftbelastung durch Pilze und Bakterien sind diese Arbeiten allerdings tabu für Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Ratten: Gekochte Essensreste können unerwünschte Nagetiere anlocken. Wer solche Abfälle dennoch kompostieren möchte, muss einen geschlossenen, rattensicheren Behälter mit sehr kleinen Belüftungsöffnungen wählen, der auch zum Erdreich hin gesichert ist ­ zum Beispiel mit einem Gitter.

Komposter: Den Mikroorganismen ist es ziemlich egal, ob sie ihre Arbeit auf einem Komposthaufen oder in einem schicken Thermokomposter verrichten. Untersuchungen der Stiftung Warentest haben ergeben, dass die geschlossenen Systeme allenfalls geringfügig schneller arbeiten. Der Grund: Da jeder Komposter auf Frischluft angewiesen ist, ist eine perfekte Wärmedämmung nicht möglich. Wichtigere Kaufkriterien sollten daher ausreichende Größe, Ungezieferschutz, Preis und Optik sein. Immerhin soll sich die Kompostanlage ja auch nett in den Garten einpassen.

Reifezeit: Der Rotteprozess verläuft temperaturabhängig. Im Sommer arbeiten die Mikroorganismen schneller, im Winter langsamer. Aber spätestens nach neun bis zwölf Monaten ist der Rotteprozess weitgehend abgeschlossen. Aus den bunt gemischten Abfällen ist dann wieder dunkle Erde geworden. Wer besonders feinkrümeligen Kompost braucht (zum Beispiel für den Rasen), muss sieben. Grobe Siebreste wie Aststücke nicht wegwerfen, sondern ganz einfach wieder auf den Komposthaufen legen und eine weitere Saison lang kompostieren. Alternativ lassen sich solche hartnäckigen Gartenabfälle allerdings auch bequem in einem Hügelbeet beerdigen. Der Kompost selbst soll übrigens nicht untergegraben, sondern nur gut verteilt und allenfalls etwas in die Oberfläche eingeharkt werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 413 Nutzer finden das hilfreich.