Tinnitus-Retraining-Therapie: Psyche stärken

Wie viel Aufmerk­samkeit Betroffene dem Tinnitus schenken und welche Gefühle er in ihnen hervorruft, beein­flusst, wie dominant, laut und belastend das Geräusch empfunden wird. Die Tinnitus-Retraining-Therapie soll die Verbindung zwischen den negativen Gefühlen und dem Ton lösen und die Aufmerk­samkeit auf positive Klänge lenken. Die Ohren­geräusche werden dadurch im besten Fall kaum mehr wahr­genommen. Ärzte, Psycho­therapeuten und Hörgeräte­akustiker arbeiten dafür zusammen. Die Behand­lung dauert meist ein bis zwei Jahre.

Aufklärung. Der HNO-Arzt informiert nach der Diagnostik über den Zusammen­hang zwischen den psychischen Prozessen und dem Ohren­geräusch sowie über grund­legende Vorgänge im Hörsystem.

Hörgerät. Liegt zusätzlich zum Tinnitus ein Hörschaden vor, hilft oft ein Hörgerät. Der Apparat kann sowohl die Ohrgeräusche lindern als auch die Schwerhörig­keit ausgleichen. Bei einem Hörgeräte­akustiker können auch sogenannte Rauschgeräte erprobt und bestellt werden. Sie lassen den Tinnitus dann leiser erscheinen.

Hörtraining. Der Patient übt gezielt, auch andere Töne wahr­zunehmen als den Tinnitus. Wer etwa seine Aufmerk­samkeit bewusst auf ein Musikstück lenkt, hört das Ohren­geräusch nur noch im Hintergrund oder bestenfalls gar nicht mehr.

Entspannungs­übungen. Um Ängste und Stress abzu­bauen, helfen Yoga, Meditation oder Progressive Muskelrelaxation. Danach können Betroffene sich leichter auf positive Umge­bungs­reize konzentrieren. Vor allem bei Schlafstörungen sind solche Übungen sehr wirk­sam.

Verhalten. Patienten sollten Stille meiden und nicht in sich hinein­hören, ob der Tinnitus noch da ist.

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