Neue EU-Richtlinie: Anzahlung verboten

Das Europäische Parlament hat eine neue Richtlinie mit Schutzvorschriften für Timesharing-Käufer beschlossen, die am 19. Mai 2010 in deutsches Recht umgesetzt wurde. Die Umsetzung in jedem einzelnen EU-Land kann aber noch dauern. Hier gilt eine Frist bis 23. Februar 2011. Bis dahin gilt noch die alte Richtlinie von 1994.

Widerruf: Verbraucher können den Vertrag künftig EU-weit 14 Tage lang widerrufen. Bisher sind es 10 Tage, bei Vertragsabschluss in Deutschland schon jetzt 14 Tage. Künftig dürfen die Anbieter in dieser Zeit keine Anzahlung nehmen, in Deutschland gilt das schon jetzt. Der Widerruf muss kostenlos sein, auch Nutzungsersatz darf nicht verlangt werden.

Frist: Die Widerrufsfrist verlängert sich, wenn der Verkäufer nicht ordnungsgemäß auf dieses Recht hinweist oder wenn er die Informationspflichten nicht erfüllt. Beides kommt durchaus vor, sodass manche Kunden auch noch sehr viel später aussteigen können. Die Frist ist eingehalten, wenn das Schreiben rechtzeitig abgeschickt wird – auch wenn es erst Tage später ankommt.

Infos: Vor der Unterschrift muss der Verkäufer künftig ausführlich die Vertragsdetails erklären. Dafür muss er EU-einheitliche Formulare verwenden – und das in der Sprache des Verbrauchers. Einem Deutschen in Spanien müssen also sowohl die vorvertraglichen Informationen als auch der Vertrag auf Deutsch vorgelegt werden.

Laufzeit: Bisher gelten die Verbraucherschutzregeln nur für Verträge ab drei Jahren Laufzeit, künftig schon ab einem Jahr.

Clubs: Auch Reise-Rabatt-Clubs fallen unter die Neuregelung, ebenso bewegliche Unterkünfte wie Hausboote oder Wohnmobile.

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