Timesharing Meldung

An den schönsten Stränden Spaniens ist die Jagd auf Touristen eröffnet. Sie sollen überteuerte Timesharing-Verträge abschließen.

Es gibt eigentlich keinen Grund, Miete auf Jahre im Voraus zu bezahlen, aber genau darum geht es beim Timesharing. Man sichert sich seine Ferienunterkunft in einer Clubanlage für längere Zeit durch sofortige Zahlung mehrerer Tausend Mark. Seit Timesharing-Verträge mit einer Laufzeit von mehr als 36 Monaten in der Europäischen Union strengeren Regeln unterliegen, wollen die Drücker an Spaniens Küsten nun Verträge mit Laufzeiten zwischen 15 und 35 Monaten an den Urlauber bringen.

Besonders schlimm von den Drückerkolonnen heimgesucht sind die spanischen Inseln, wo sich auch die Clubs befinden, in die man sich einmieten soll. Auch auf dem Festland, besonders in der Gegend um Málaga, geraten möglichst blasse Urlauberpaare schnell ins Visier der Verkäufer.

Als Timesharing-Verträge noch über 20 und mehr Jahre liefen, blieben Rentner meist unbehelligt. Jetzt sind sie eine besonders willkommene Beute.

Gewinnspiele am Strand

Timesharing Meldung

Finanztest warnt vor Gewinnspielen auf der Urlauberpromenade. Junge Leute laden Paare in ihrer Muttersprache ein, in die Lostrommel zu greifen oder am Glücksrad zu drehen. Dabei zieht man ­ welch Glück! ­ den Hauptgewinn: eine Woche Traumurlaub. Den Preis muss man sich in einer Ferienanlage oder einem Verkaufsbüro abholen. Das Taxi steht schon bereit.

Vom Gewinn keine Rede mehr

Im Verkaufsbüro wird den unbedarften Touristen nicht der Gewinn übergeben, sondern ein Timesharing-Vertrag angeboten. Es kann Stunden dauern, solche Verträge schönzurechnen.

Im Schnitt 6.000 Mark sollen die Neuankömmlinge dafür bezahlen, dass sie innerhalb der nächsten 35 Monate zwei bis sechs Wochen im Club Ferien machen dürfen, Anreise auf eigene Kosten natürlich. Wer nicht sofort unterschreibt, hat angeblich das Produkt nicht verstanden, und wer will schon als dumm gelten.

Nur ganz hartnäckigen "Gewinnern" gelingt es, den Verkäufer auf den vermeintlichen Gewinn festzunageln. Dann erhalten sie einen Gutschein für die Urlaubswoche, der beispielsweise über ein Büro in Österreich oder der Schweiz einzulösen ist. Leider hebt dort aber wochenlang niemand das Telefon ab. Kommt es zum Vertragsabschluss, nehmen die Verkäufer alles, was sie kriegen können, als Anzahlung entgegen: Bargeld, ec-Karte, Kreditkarte.

Kein Rücktrittsrecht

Ein Rücktritt von den Kurzverträgen ist nicht vorgesehen. Daheim wenden sich viele Kunden an die Rechtsberatung der Verbraucherzentralen. Das ist das Beste, was sie tun können.

Verweigert man die Zahlung für die überteuerte Urlaubsunterkunft, klagen manche dreiste Anbieter den Betrag ein. Die Gerichte entscheiden tendenziell zugunsten der Käufer, aber leider nicht immer.

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