Timesharing Meldung

Immer wieder fallen Urlauber auf die Versprechen von unseriösen Timesharing-Anbietern herein. Finanztest hat schon oft davor gewarnt. Denn die ein- oder mehrjährigen Wohnrechte sind im Allgemeinen teurer als Pauschalreisen in ein vergleichbares Feriendomizil. Käufer haben zwar ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das gilt allerdings nur für Verträge ab 36 Monaten Laufzeit. Bleiben Anbieter darunter, haben Verbraucher kaum eine Chance, aus dem abgeschlossenen Vertrag wieder herauszukommen. Finanztest zeigt, wie Verbraucher zu Timesharing-Abschlüssen gedrängt werden und worauf Interessenten achten sollten, falls sie trotzdem ein Wohnrecht kaufen wollen.

Vertrag statt Gewinn

Ein Beispiel für die Taktik dubioser Timesharing-Anbieter: Ahnungslose Urlauber werden zu Gewinnspielen auf der sonnigen Strandpromenade eingeladen und ziehen - ganz zufällig - den Hauptgewinn. Den Preis (Bargeld oder eine Woche Traumurlaub) müssen sie sich allerdings in einer Ferienanlage oder einem Verkaufsbüro abholen. Doch dort wird den Touristen statt des Gewinns ein Timesharing-Vertrag angeboten.

Gesetz umgehen

Das Gesetz schützt nur unzureichend: Erst bei Verträgen mit einer Laufzeit ab 36 Monaten müssen Anbieter den potentiellen Kunden einen umfassenden Katalog aushändigen und ein 14-tägiges Widerrufsrecht einräumen. Während dieser Frist dürfen die Unternehmen auch keine Anzahlung annehmen. Unseriöse Anbieter verkürzen die Laufzeit der Verträge daher einfach auf 35 Monate. Dann haben Verbraucher kaum eine Chance, ihr Wohnrecht wieder zu kündigen.

Teure Ferien

Die ein- oder mehrwöchigen Wohnrechte sind meist teurer als ein Pauschalurlaub in einem vergleichbaren Ferienclub. Denn Verbraucher zahlen beim Timesharing nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Unterhaltungskosten. Hinzu kommen zusätzlich Ausgaben für An- und Abreise sowie die Verpflegung vor Ort.

Wiederverkauf schwer

Wer seine Wohnrechte wieder verkaufen will, kann dies meist nur mit Verlusten. Der Grund: Es gibt keinen funktionierenden Zweitmarkt für den Verkauf von Timesharing. Auch hier heißt es: Vorsicht vor dubiosen Unternehmen. Diese geben vor, Interessenten für das Wohnrecht zu haben. Doch schon vor der vermeintlichen Vermittlung verlangen sie hohe Gebühren. Seriöse Firmen verlangen dagegen erst Geld, wenn sie das Wohnrecht auch weiterverkauft haben.

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