Gemein­sam. Das Beisammensein stärkt Kuh und Kalb.

In der Regel werden Kälber nach der Geburt von der Mutter getrennt, damit die schnell wieder Milch liefert. Es geht auch anders.

Ammen säugen auch Kälber anderer Kühe

Um Milch zu geben, muss eine Kuh schwanger werden und kalben. Das Neugeborene wird der Kuh meist sofort weggenommen − auch auf Biohöfen. Die Mutter soll rasch wieder in die Milch­produktion. Manche Land­wirte stellen auf mutter- oder ammen­gebundene Kälber­aufzucht um: Der Nach­wuchs bleibt in den ersten Lebens­wochen und -monaten bei der Mutter oder einer „Amme“, die neben dem eigenen auch die Kälber anderer Kühe säugt.

Übrigens: Bei unserem letzten Milch-Test haben wir neben der Qualität der Milch auch das Tier­wohl untersucht. Zur Verwendung von Tier­wohl-Labels für Fleisch-Produkte siehe unsere Meldung Diese Siegel sollen beim Kauf von Fleisch helfen.

In der Herde aufwachsen

Die Kleinen dürfen im Stall oder auf der Weide trinken, wann sie wollen, fressen aber schon bald auch Gras oder Heu. Die Mütter werden weiter gemolken. Das ist ein krasser Gegen­satz zur üblichen Praxis, bei der die Kälber die ersten Wochen allein in iglu­artigen Boxen verbringen. Häufig verkauft der Bauer sie nach etwa 14 Tagen, in hoch spezialisierten Betrieben rechnet sich ihre Aufzucht nicht. Auch in der mutt­ergebundenen Aufzucht trennen sich Kuh und Kalb irgend­wann, mal stufen­weise, mal abrupt. Den Jung­tieren macht das wenig aus. Die Mütter rufen ein paar Stunden oder einen ganzen Tag nach ihren Kälbern, je nach Gemüt.

Artgerecht gehaltene Kälber sind gesünder

Das Thünen-Institut hat die artgerechte Aufzucht untersucht und stellt fest: Die Kälber nehmen über die Muttermilch wichtige Abwehr­stoffe auf, sind so weniger anfäl­lig für Krankheiten, legen schnell an Gewicht zu. Das ist wichtig für Höfe, die neben der Milch­wirt­schaft auch mästen. Zudem erlernen die Jungen soziales Verhalten − in der Herde gibt es dann später weniger Auseinander­setzungen.

Preise wie für Bio-Milch

Über ganz Deutsch­land verteilt gibt es mehr als 80 Höfe mit Eltern­zeit für Kühe. Die Bauern vermarkten die Milch im Hofladen oder zusammen mit anderen Betrieben. Sie geht an Bio-Läden, manchmal sogar in Supermärkte. Die Preise orientieren sich an denen für Bio-Milch. Eine Liste mit solchen Höfen hat der Verein Welt­tier­schutz­gesell­schaft e.V. auf seiner Website mit dem schönen Namen Kuh + Du online gestellt.

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