Tierhalterhaftung Meldung

Macht der Reiter plumps, muss die Haft­pflicht bezahlen.

Stürzt jemand vom Pferd, haftet der Besitzer – selbst wenn er das Tier aus reiner Gefäl­ligkeit für einen Foto­termin zur Verfügung gestellt hat. Wer für solche Fälle keine Tierhalter-Haft­pflicht­versicherung abge­schlossen hat, muss im Zweifel aus eigener Tasche Schmerzens­geld bezahlen.

Ritterkleidung erschreckte Pferd

Im konkreten Fall war ein Mann in Ritter­verkleidung für ein Foto auf das Pferd gestiegen, das am Zügel gehalten wurde. Das Tier bockte und warf den Ritter ab. Der zog sich einen komplizierten Bruch des Ellbogens zu. Er musste mehr­mals operiert werden und verlor aufgrund der langen Krank­heits­dauer seinen Job.

Gericht lässt Ausnahme­gründe nicht gelten

Die Haft­pflicht­versicherung des Pferdeh­alters hatte zuerst abge­lehnt zu zahlen, weil das Pferd dem Ritterdar­steller aus Gefäl­ligkeit geliehen worden war. Wer anderen einen Gefallen tue, sei üblicher­weise von der Haftung befreit. Außerdem liege die Verantwortung bei der Person, die das Pferd am Zügel gehalten habe und bei dem Verunglückten selbst, der sich bewusst in Gefahr begeben habe. Die Ritter­verkleidung habe das Pferd erschreckt. All das ließ das Ober­landes­gericht Karls­ruhe nicht gelten. Für alle Gefahren, die von einem Tier ausgehen, sei der Halter verantwort­lich. Der Unglücks­ritter erhält nun 10 000 Euro Schmerzens­geld (Az. 14 U 82/11).

Tipp: Selbst für das bravste Pony sollten Besitzer eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abschließen .

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