Tierhalterhaftpflicht Meldung

Läufer müssen immer damit rechnen, dass ihnen ein Hund in die Quere kommt.

Stolpert ein Jogger über einen frei laufenden Hund und verletzt sich dabei, hat er nicht in jedem Fall Anspruch auf vollen Schadenersatz von der Tierhalterhaftpflichtversicherung des Hundebe­sitzers. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz hervor (Az. 5 U 27/03).

Ein Jogger hatte den Dackel am Wegrand schon von weitem gesehen, seine Geschwindigkeit aber nicht vermindert. Plötzlich preschte der Hund auf den Weg und dem Jogger zwischen die Beine. Der stürzte und brach sich Hand und Arm.

Weil der Jogger sich nicht auf das „unberechenbare Verhalten“ des Hundes eingestellt hat, trifft ihn eine Mitschuld am Unfall, so die Richter. Die Tierhalterhaftpflichtversicherung muss nur 70 Prozent des verlangten Verdienstausfalls und Schmerzensgelds zahlen.

Zulasten des Joggers werteten die Richter auch, dass er in so knappem Abstand hinter einem anderen Dauerläufer rannte, dass ihm die Sicht nach vorne genommen war. Dies sei unvorsichtig gewesen, denn der Jogger hätte die nicht angeleinten Hunde im Auge behalten müssen, um einen Unfall zu vermeiden.

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