Tier­arzt­haftung Meldung

Turnier­pferd. Ein Tier­arzt muss über eine empfohlene Operation richtig aufklären.

Vor einer komplizierten und nur bedingt erfolg­versprechenden Operation muss ein Tier­arzt die Besitzer eines wert­vollen Turnier­pferdes ausführ­lich über alle Risiken aufklären. Sonst muss er Schaden­ersatz leisten, wenn das Tier nach dem Eingriff dauer­haft lahmt. 60 000 Euro muss ein Tier­arzt an die Besitzerin eines Hengstes zahlen. Dazu verurteilte ihn das Ober­landes­gericht Hamm (Az. 26 U 3/11). Bei der Behand­lung von Tieren herrschten zwar nicht die gleichen hohen Aufklärungs­pflichten wie bei menschlichen Patienten. Es handle sich aber um eine normale vertragliche Beratungs- und Aufklärungs­pflicht. Der Arzt hatte eine Operation des Fesselgelenks als minimalinvasiven Routineeingriff dargestellt und weder auf mögliche Komplikationen noch auf die Erfolgs­aussichten von nur 50 bis 60 Prozent hingewiesen. Zudem war zweifelhaft, ob der Eingriff medizi­nisch notwendig war, da das Pferd vor der Operation nicht lahmte. Die OP miss­lang, das Pferd kann nie mehr als Dressur­pferd einge­setzt werden.

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