Tiefgekühlte Garnelen Test

Köstlich: Saftiges Garnelenfleisch mit Schwanz zum Servieren.

Vor allem in Europa, Japan und den USA sind Garnelen eine Delikatesse. Ob als Shrimps auf dem Brötchen, mit Majonaise im Krabbencocktail oder als gegrillter King Prawn - die rosa Meeresfrüchte erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch Garnele ist nicht gleich Garnele. Unterschiede in der Haltung, Herkunft und Verarbeitung können sich im Geschmack niederschlagen: Nicht alle sind sensorisch fehlerfrei. Von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ ist alles vertreten. test.de sagt, welche der 20 Tiefkühlgarnelen im Test Sie guten Gewissens kaufen können - sowohl im Hinblick auf die Qualität des Produkts als auch auf die soziale und ökologische Verantwortung der Produzenten.

Von saftig und knackig bis trocken und gummiartig

Gute, gegarte Garnelen sind an der rosa Färbung, festem Fleisch und einem Geruch zu erkennen, der an Meer erinnert. Diesem Ideal entsprachen am ehesten die Tiefseegarnelen von Eismann. Sie waren frisch, leicht salzig und sehr saftig. Als einzige erreichten sie ein „Sehr gut“ im wichtigsten Prüfpunkt: der sensorischen Fehlerfreiheit. Auch ein Großteil der rohen Warmwassergarnelen erzielt gute Werte im Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Sie schmecken frisch, salzig und leicht süß (Wal-Mart, Deutsche See, Norma, Ristic, Tip, Aldi Nord sowie H&C). Bei den Riesengarnelen von Lidl und Edeka fanden die Experten dagegen sensorische Fehler. Neben einem medizinischen Nachgeschmack ist ihr Geruch und Geschmack wenig frisch und das Fleisch beim Kauen wie Gummi. Gesamturteil: „mangelhaft“.

Verarbeitung kann Aroma schaden

Die meisten hier zu Lande angebotenen Garnelen sind tiefgefroren. Gleich nach dem Fang werden sie verarbeitet und eingefroren. Die Minusgrade halten die meisten biochemischen Reaktionen an. So wachsen keine Keime. Einige Hersteller kochen die Garnelen vorher noch, um Keime abzutöten. Doch beim Kochen kann das Aroma und die Festigkeit der Meerestiere leiden. Das zeigt auch der Test: Bei manchen gekochten Produkten beanstandeten die Sensorik-Experten unter anderem „leicht fischigen“, „muffigen“ und an „nasse Wolle erinnernden“ Geschmack. Manche Proben hinterließen ein „wässriges“ Mundgefühl oder waren etwas weich im Biss.

Keine problematischen Rückstände

Im letzten Garnelen-Test 01/2003 enthielten die Garnelen eines Anbieters aus Aquakultur noch Rückstände des gesundheitsschädlichen Medikaments Chloramphenicol. Diesmal gibt die chemische Analyse Entwarnung: Rückstände aus Tierarzneimitteln sind im Moment kein Thema. Das spricht dafür, dass einige Erzeugerländer und Hersteller den Einsatz von Medikamenten inzwischen stärker überwachen. Auch die Werte von Quecksilber, Kadmium und Blei in den Garnelen liegen deutlich unter den gesetzlich erlaubten Höchstmengen.

Mehr oder weniger Sorgfalt

Wenn die Garnelen in Deutschland aus dem Tiefkühlfach kommen, sind sie in der Regel bereits fix und fertig zubereitet: geschält, geköpft, gekocht oder roh. Doch nicht alle Anbieter verarbeiten und sortieren ihre Garnelen besonders sorgfältig. So steckten in der Verpackung von Ristic King Prawns unterschiedlich große Garnelen. Bei Escal waren viele Garnelenschwänze zerbrochen und zusätzlich Reste der Schale enthalten. In den Garnelen von Aldi Nord, Edeka und den Omega-Garnelen war der Darm nicht vollständig entfernt. Zwar ist der Darm essbar, er kann aber einen bitteren Beigeschmack erzeugen und sieht nicht appetitlich aus. Ebenso unschön sind dunkle Flecken auf der Haut der Garnelen, wie sie auf den King Prawns von Tip und Atka vereinzelt auffielen. Diese Verfärbungen können im Zuchtbecken und bei der Verarbeitung entstehen oder Zeichen eines Alterungsprozesses sein. In die Packung gehören solche Garnelen jedenfalls nicht.

Unternehmensverantwortung im Test

Wurden die Garnelen auch sozial und ökologisch produziert? Diese Frage hat die Stiftung Warentest in der parallel stattfindenden Untersuchung der Unternehmensverantwortung („Corporate Social Responsibility“) geprüft. Die Ergebnisse rücken die getesteten Produkte in ein etwas anderes Licht: Ausgerechnet zu dem Testsieger verweigerte das Unternehmen Eismann jede Auskunft. Ebenso Aldi Nord, Omega und Edeka. Die übrigen Anbieter beantworteten einen umfangreichen Fragenkatalog. Einige Hersteller gestatteten auch die Überprüfung vor Ort. Lediglich bescheidene Ansätze von Unternehmensverantwortung legten Escal, Palados und Wal-Mart an den Tag. „Stark engagiert“ in der Unternehmensverantwortung für Soziales und Umwelt sind dagegen Costa, Deutsche See, Paulus und Ristic mit seinem Bioprodukt. Diese Unternehmen liefern darüber hinaus Garnelen mit dem test-Qualitätsurteil „gut“.

Komplett + interaktiv: Test Unternehmensverantwortung

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