Garnele, Shrimp, Nordseekrabbe, Prawn: Wer ist hier eigentlich wer?

Tiefgekühlte Garnelen Test

Tiefseegarnele

Die Familienverhältnisse von Garnelen sind unübersichtlich. Kommen sie geschält auf den Markt, müssen selbst Fachleute bei der Identifizierung passen. Die nackte Garnele lässt sich den rund 2 000 Arten kaum noch zuordnen.

Garnelen (Natantia) bewoh­nen meist die Böden von Gewässern auf der ganzen Welt. Auf ihrem Speiseplan stehen kleine Krebse, Algen sowie Schwebestoffe. In der Natur sehen die meisten Garnelen leicht durchsichtig aus. In ihrem Panzer und Fleisch verbirgt sich aber die Vorstufe eines Farbstoffs. Der verwandelt das relativ farblose Fleisch beim Garen dann in einen regelrechten Augenschmaus von Zartrosa bis Orange.

Kaltwassergarnelen

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Nordseekrabben

Sie leben in den Meeren der nördlichen Halbkugel – im Nordatlantik und Nordpazifik. Da sie nur langsam über mehrere Monate heranwachsen, ist ihr Fleisch besonders zart und aromatisch. Kaltwassergarnelen sind deshalb relativ teuer. Beim Kochen und Braten verlieren sie nur wenig Substanz. Das Fleisch von Kaltwassergarnelen ist sehr empfindlich. Deshalb wird es oft an Bord gekocht und tiefgefroren. Zu den bekannten Kaltwassertieren zählen viele Tiefseegarnelen. Als Lebensraum bevorzugen sie Tiefen von 100 bis 250 Meter. Mit einer Größe von bis zu 16 Zentimeter gehören Tiefseegarnelen zu den größeren Sorten. Interessant: Die Tiefseegarnele ist in der ersten Lebenshälfte männlich, in der zweiten weiblich. Erst dann legt sie Eier. Bekannte Tiefseegarnelen sind Grönland-, Nordmeer-, Nordische Garnelen. Es gibt aber auch Tiefseegarnelen aus dem Mittelmeer, sogar aus dem Pazifik vor Chile.

Im kalten bis kalt-gemäßigten Wasser bewegt sich die Familie der Sandgarnelen. Die lebt sowohl im weichen Küstenboden als auch im tiefen Wasser. Mit Körpergrößen von fünf bis sieben Zentimetern sind Sandgarnelen recht klein. Zum Clan der Sandgarnelen gehört auch die in Deutschland besonders beliebte Nordseegarnele. Die kommt meist als Nordseekrabbe auf den Markt. Der Name ist zoologisch betrachtet falsch, denn anders als Garnelen haben Krabben richtige Scheren und bewegen sich seitwärts. Doch nicht nur der Name muss etwas umständlich erklärt werden, auch die Produktion geht über Umwege. So werden die meisten Nordseegarnelen an Bord gekocht und dann ungeschält nach Polen oder nach Marokko geschickt. Dort pulen preiswerte Arbeitskräfte die Tiere per Hand. Welche Wege sie aber schon hinter sich haben, kann der Verbraucher an der Verpackung meist nicht erkennen. Weil Nordseekrabben so klein und uneinheitlich sind, gibt es trotz jahrzehntelanger Forschung noch immer keine richtig überzeugenden Schälmaschinen für große Mengen. Deswegen ist der Anteil maschinell gepulter Nordseegarnelen recht gering. Am besten schmecken Nordseegarnelen aber selbst aus der Schale gepult und unmittelbar verzehrt.

Warmwassergarnelen

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Hauptmannsgarnele, Riesengarnele und Tiger Prawn

Sie stammen aus warmen Gewässern in Regionen wie Thailand, Malaysia, Indien, Vietnam und Südamerika. Dort wachsen die Tiere schneller als im kalten Wasser. Das Fleisch von Warmwassergarnelen gilt deshalb als weniger intensiv im Geschmack. Weil sie sich schneller vermehren und zwischen Laichen und Ausschlüpfen oft nur wenige Wochen liegen, eignen sich diese Tiere gut für den Farmbetrieb. Warmwassergarnelen können sehr groß werden. Jeder Zentimeter mehr macht sie auf dem Markt wertvoller. Dort orientiert man sich oft an englischen Maßeinheiten. Auch wenn das Wort Shrimps für nichts anderes als die englische Übersetzung von Garnelen steht, heißen in Deutschland so meist kleinere Exemplare. 160 bis 180 Tiere ergeben dann meist ein englisches Pfund (454 Gramm), das mit lb. abgekürzt wird. Ein Count (ct.) steht dagegen für ein Größensortierungsschema, bei dem eine kleine Zahl die Mindestmenge und eine größere Zahl die maximale Anzahl der Garnelen angibt. Zum Beispiel verrät 16/20 ct./lb., dass 16 bis 20 Garnelen ein Pfund ergeben. Größere Exemplare von 10 bis 13 Zentimeter Länge kommen meist mit den Bezeichnungen Riesengarnele, King oder Tiger Prawn in den Handel. Giant Tiger Prawn heißen oftmals Tiere, die 15 bis 33 Zentimeter groß werden. Hauptmannsgarnelen kommen oft als Prawns oder Chinesische Prawns auf den Markt. Die rund 15 Zentimeter großen Garnelen werden von Kennern besonders geschätzt.

Wenn sechs bis acht Garnelen auf ein Pfund kommen, werden sie oft fälschlicher Weise als Hummerkrabbe oder Scampi bezeichnet. Scampi heißen aber die norwegischen Tiefseekrebse, die auch als Kaisergranat gehandelt werden. Die sehen zwar aus wie Garnelen, sind aber in Wirklichkeit Verwandte des Hummers.

Bis vor einem Jahr konnte der Begriff Scampi für große Garnelensortierungen verwendet werden, wenn zusätzlich eine auf die Garnelenart hinweisende Bezeichnung angegeben war, wie zum Beispiel Bofrost Scampi (Riesengarnele).

Gleichbedeutend mit Garnelen sind Namen wie Gambas, Gamberi und Gamberetti, Crevetten. So heißen Garnelen jeweils auf Spanisch, Italienisch, Französisch.

Süßwassergarnelen

Sie sind oft preiswerter, gedrungen, blassrosa. Ihr Fleisch gilt als weniger knackig und schmackhaft als das von Garnelen aus dem Meer.

Brackwassergarnelen

Sie leben in Mündungen von Flüssen.

Surimi

Es hat oft die Form von Garnelen, Krebs- oder Hummerfleisch. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Imitat aus Fischfleisch, Gewürzen und meist noch anderen Zutaten wie Stärke und Farbstoffe.

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