Der Umsatz steigt, der Druck auf die Umwelt auch: Großes Geschäft mit kleinen Tieren

Der große Handel mit Garnelen ist relativ jung. Nach Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat sich der Umsatz von Garnelen weltweit von Mitte der 80er Jahre bis heute mehr als verfünffacht. Besonders in den USA, Japan und Europa haben sich die rosigen Tierchen auf Pizza, in Suppen und Salaten Stammplätze erobert. Jeder Bundesbürger hat im Jahr 2001 durchschnittlich 1,3 Kilogramm Garnelen verspeist.

Aus den Weltmeeren werden nach Schätzung von Branchenexperten etwa zwei Drittel aller Garnelen gefischt. Alle anderen stammen aus Zuchtfarmen – oft mit bösen Folgen für die Umwelt. Aber auch das Fangen im offenen Meer hat Nachteile. So rüsten sich Fischkutter mit engmaschigen Netzen aus, damit die kleinen Garnelen nicht durchschlüpfen. Die Fangplätze liegen aber mitten im Aufwuchsgebiet wichtiger Fischarten. Ihr Nachwuchs geht zum Teil mit ins Netz – auch in Deutschland, wo Garnelen zur viertwichtigsten Einnahmequelle der Nordseefischerei aufgerückt sind. Denn obwohl Garnelen & Co. laut FAO vom Gewicht her nur etwa 3 Prozent des gesamten Speisefischmarkts stellen, machen sie etwa 20 Prozent des Umsatzes aus.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3885 Nutzer finden das hilfreich.