Tiefgekühlte Garnelen Test

Rosa soll ihr Fleisch sein, aromatisch und fest. Garnelen sind in: für Pizza, Suppe und Salat: Massenware statt Luxusprodukt. Garnelen werden eilig gezüchtet oder mit engen Netzen gefangen. Darunter leiden Umwelt und Geschmack. Im Test: 22 tiefgekühlte Markenprodukte.

Rohe Garnelen besser

Garnelen sind empfindlich und verderben schnell. Deshalb werden sie nach dem Fang meist tiefgefroren: geschält oder ungeschält, mit oder ohne Kopf. Gekochte und gefrorene Garnelen sind besonders haltbar. Doch die Verarbeitung zehrt am Geschmack. Acht von elf gekochten Garnelensorten im Test schmeckten fade und leer. Mögliche Folge der Massenproduktion: Garnelen werden meist maschinell geschält. Mächtige Duschen und Bäder sollen die Schalen lösen. Doch das Wasser laugt das Aroma aus. Auch Kochen schadet dem Geschmack. Die rohen Garnelen im Test hatten oft mehr Aroma.

Fische bedroht

Nicht alle Meeresfrüchte kommen tatsächlich aus den Weiten der Meere. Ein Drittel der Garnelenproduktion stammt aus Aquakulturen. Das sind Shrimpsfarmen an den Küsten und in abgeholzten Mangrovenwäldern. Vorteil der Aquakulturen: Sie schützen vor Überfischung der Meere. Nachteil: Die Zucht erfolgt massenhaft, oft auf engstem Raum und mit vielen Medikamenten. Das Abholzen der Mangrovenwälder vernichtet die Lebensräume vieler Fische. Auch die Krabbenfischerei hat Nachteile. Die Fangplätze für Garnelen liegen mitten im Aufwuchsgebiet wichtiger Fischarten. Folge: Viele Jungfische landen in den engmaschigen Garnelennetzen und verenden. Fang oder Zucht: Die Massenproduktion von Garnelen ist für die Umwelt nicht gesund.

Gefährliches Antibiotikum

Erfreulich: Schadstoffe wie Quecksilber, Blei, Kadmium und Pestizide sind kein Problem. Die getesteten Garnelen enthielten höchstens Spuren davon. Ein Produkt erinnerte aber an alte Skandale: Die Cocktail Shrimps von Ocean Queen enthielten das Antibiotikum Chloramphenicol: Zwei Mikrogramm pro Kilogramm - das ist sehr viel. Chloramphenicol kann beim Menschen zu Blutarmut führen. In der Lebensmittelproduktion ist Chloramphenicol EU-weit verboten. Die meisten Zuchtfarmen für Garnelen liegen in Bangladesch, Thailand und Indien. Dort werden Antibiotika eingesetzt, um die Garnelen vor Infektionen zu schützen.

Aldi und Lidl vorn

Gegenbeispiel: Golden Seafood King Prawns von Aldi Nord. Auch diese Garnelen stammen aus Aquakultur. Sie enthalten aber keine Medikamente. Mit 1,85 Euro pro 100 Gramm gehören sie obendrein zu den billigsten guten Produkten im Test. King Prawn bezeichnet übrigens die Riesengarnele. Sie ist etwa 10 bis 13 Zentimeter lang. Sehr gut im Geschmack und schadstofffrei sind außerdem: La Caldera King Prawns von Lidl und Wilms King Prawns. Ristic Riesenscampi Garnelen schmecken sehr gut und enthalten kaum Schadstoffe. Die besten gekochten Garnelen im Test sind Royal Greenland Luxus Garnelen.

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