Tickets für die WM 2006 Meldung

Fast alle WM-Tickets sind verteilt. Viele Fußballfans freuen sich schon auf „ihre“ Partie, sei es Niederlande gegen Argentinien oder Togo gegen die Schweiz. Dennoch gibt es Fans, die ihr Ticket loswerden wollen. Gar nicht so einfach, denn die Tickets sind personalisiert und können daher nicht ohne Zustimmung des WM-OK verkauft werden. Die Rückgabe oder Übertragung ermöglicht das WM-OK nun im Internet durch ein Ticket-Portal. Es wird am 27. März freigeschaltet. Stiftung Warentest sagt, wie die Online-Tauschbörse funktioniert.

Übertragbare Tickets

Normalerweise ist der Handel mit Tickets ganz einfach. Beispiel: Ein Veranstalter verkauft Robbie-Williams-Konzertkarten für 100 Euro. Ein Fan kauft sich eine Karte an einer Konzertkasse. Kurz vom Konzert stellt er fest, dass er zu diesem Termin keine Zeit hat. Daraufhin verkauft er seine Karte an einen anderen Robbie-Williams-Fan über ebay oder gibt sie einem Freund.

Zwei Zeitfenster

Der Erwerb und Verkauf von WM-Tickets läuft anders. Das WM-OK erlaubt den Verkauf von WM-Tickets nur über ein Ticket-Portal, das vom 27. März bis 9. April und vom 1. Mai bis jeweils zwei Tage vor dem jeweiligen Spiel freigeschaltet ist. Die Begründung, warum der Kartentransfer nur über diesen Weg stattfinden kann, steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die jeder Fan beim Ticketkauf unterschrieben hat: „Weder der Ticketinhaber noch irgend jemand sonst ist berechtigt, das Ticket oder die sich aus diesem ergebenden Rechte ohne vorherige schriftliche Zustimmung des OK an dritte Personen zu übertragen.“

Ticket zurückgeben

Das Ticket-Portal können Fans auf zwei Wegen nutzen. Sie können ihr Ticket „zurückgeben“ und erhalten ihr Geld wieder. Dazu müssen sie im „Custum Self Service“ ein Online-Formular ausfüllen. Dieses Ticket bietet das WM-OK dann im „Resale-Shop“ zum Wiederverkauf an. Der Preis ist 15 Prozent, maximal aber 15 Euro höher als der ursprüngliche. Der Verkäufer zahlt keine Gebühr und muss keine Gründe angeben, warum er sein Ticket zurückgibt. Er bekommt allerdings sein Geld nur dann wieder, wenn das WM-OK das Ticket auch verkauft hat. Um beim Anfangs gewählten Beispiel zu bleiben: Der Robbie-Williams-Fan würde also seine Karte zur Vorverkaufsstelle zurückbringen und bekäme sein Geld erst dann wieder, wenn der Händler die nun teurere Karte erneut verkaufen könnte.

Ticket übertragen

Der neben dem Verkauf zweite Weg, ein WM-Ticket loszuwerden, ist die Übertragung auf jemand anderen. Dieser Weg führt ebenfalls über den „Custom Self Service“, ist aber wesentlich holpriger und führt möglichweise nicht zum Ziel. In diesem Fall muss der Ticketbesitzer nämlich begründen, warum er beim Spiel nicht dabei sein kann. Laut AGB scheint die Begründung keine echte Hürde zu sein. Denn „das OK wird seine Zustimmung nur aus sachlichen Gründen verweigern.“ Klingt kulant, doch gleichzeitig erlaubt das WM-OK nur sieben Gründe:

  • Übertragung innerhalb der Familie oder innerhalb rechtlich anerkannter Lebensgemeinschaften
  • Krankheit des Bestellers/Besuchers
  • Besteller/Besucher erhält kein Visum für Deutschland
  • Ausreiseverbot für Besteller/Besucher
  • Höhere Gewalt (zum Beispiel politische Unruhen, Epidemien, Naturkatastrophen)
  • Todesfall (des Bestellers/Besuchers oder innerhalb der Familie des Bestellers/Besuchers)
  • Ein sonstiger Härtefall

Wer einen dieser Gründe vorweisen kann, darf das Ticket übertragen. Für eine solche Übertragung berechnet das WM-OK grundsätzlich eine Gebühr von 10 Euro. Außerdem hat das WM-OK das Recht, einen Beleg für die Begründung einzufordern, etwa ein ärztliches Attest. Laut WM-OK „wird es die meisten Übertragungen innerhalb der Familie oder wegen Krankheit geben.“ Weitere Voraussetzung für den Kartentransfer: Der neue Ticketinhaber ist kein Hooligan oder hat kein Stadionverbot.

Polizei warnt vor Betrügern

Obwohl das Procedere des Ticketkaufs, -verkaufs- und -transfers vom WM-OK klar und auch sehr streng geregelt ist, warnen Polizei und Organisationskomitee vor Betrügern. Sie würden „große Ticketportale“ nutzen, um durch gefälschte E-Mails und Bestätigungsschreiben Fans das Recht auf ein Ticket zu verkaufen. Weitere Infos gibts unter www.wm2006polizei-service.de.

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