Ticket-Apps Wie gut der Fahr­kartenkauf per Smartphone funk­tioniert

05.09.2014

Jeder dritte Reisende würde Bus- und Bahnti­ckets gern mit dem Smartphone kaufen. Die deutschen Verkehrs­unternehmen und die Bahn haben auf diesen Wunsch reagiert, viele offerieren kostenlose Ticket-Apps. Doch was taugen sie? Die Tester der Stiftung Warentest waren exemplarisch mit sieben Verkehrs­verbunds-Apps und dem DB Navigator unterwegs, jeweils für die Betriebs­systeme Android und iOS.

Ticket-Apps Testergebnisse für 16 Ticket-Apps 09/2014

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Liste der 16 getesteten Produkte
Ticket-Apps 09/2014 - Im Nah­ver­kehr
  • BVG FahrInfo Plus Hauptbild
    BVG FahrInfo Plus
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    BVG FahrInfo Plus
  • Handyticket Deutschland - Dresden Hauptbild
    Handyticket Deutschland - Dresden
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    Handyticket Deutschland - Dresden
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    HVV
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    HVV
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    MVV Companion
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Ticket-Apps 09/2014 - Im Fern­ver­kehr
  • DB Navigator Hauptbild
    DB Navigator
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    DB Navigator

Die Apps bieten noch zu wenig

Das, was die Apps versprechen, funk­tioniert in der Praxis zwar oft recht gut. Das Angebot als solches ist aber noch ziemlich bescheiden. So gibt es generell keine Abos und häufig keine Mehr­fachkarten per Smartphone, und der Nutzer muss den für ihn güns­tigsten Tarif selbst wählen. Die Installation der Apps ist oft umständlich, sie stürzen mitunter ab und die Abrechnungen haben durchweg deutliche Schwächen. Das Fazit der Tester: Alles in allem ein eher mittel­mäßiger Service.

Keine Zeitkarten im Angebot

Alle untersuchten Ticket-Apps sind nur für Gelegen­heits­fahrer und Touristen konzipiert, und das auch nur mit einer beschränkten Tarif­auswahl. Zeitkarten hat keiner der Anbieter im Programm. Weitere Mankos: Keine der Apps bietet eine Best­preis-Berechnung. Keine fragt, wie viele Personen fahren wollen, ob die Passagiere Fahr­räder oder Tiere dabeihaben oder ob zu einem späteren Zeit­punkt weitere Fahrten geplant sind. Die Nutzer müssen sich selbst erarbeiten, welches Ticket aus dem beschränkten Angebot das beste für sie ist.

Unüber­sicht­liche Abrechnungen

Einen ersten Schritt zur Vernetzung macht „Hand­yticket Deutsch­land“. An dem Projekt sind derzeit 20 Verkehrs­räume beteiligt – mit unterschiedlichen Heran­gehens­weisen. Einige stützen sich ausschließ­lich auf das Gemein­schafts­projekt, beispiels­weise die Dresdner Verkehrs­betriebe (DVB). Andere fahren zweigleisig: Sie haben eine eigene App und verknüpfen ihr Angebot mit der über­regionalen App. Bei den Verkehrs­verbünden Rhein-Ruhr (VRR) und Rhein-Sieg (VRS) beispiels­weise benötigt man die Hand­yticket-Deutsch­land-App zusätzlich für den Ticketkauf. Doch die App ist längst nicht ausgereift. Vor allem die Abrechnung könnte besser sein. Mit diesen Mängeln steht Hand­yticket Deutsch­land nicht allein. Auch bei den anderen geprüften Apps ist die Abrechnung verbesserungs­bedürftig. Mal fehlen Einzel-, mal Sammel­rechnungen, nicht immer wird die Mehr­wert­steuer ausgewiesen – und unüber­sicht­lich sind alle Rechnungen.

Keine Nahverkehrs­tickets mit dem DB-Navigator

Ähnlich sind die Ergeb­nisse im Bereich Fern­verkehr. Wer Bahn fährt, findet auf der DB-Navigator-App umfang­reiche Informationen. Zum Beispiel den schnellsten Weg von A nach B, die aktuellen Abfahrts- und Ankunfts­zeiten und einen Routenplaner von Tür zu Tür. Der funk­tioniert aber nur, wenn der Nutzer sich orten lässt. Man kann auch einen Verspätungs­alarm einstellen. Der Test zeigt, wie der Kauf von Bahnti­ckets mit dem DB Navigator und der Spar­preisfinder funk­tioniert und was sie im Bereich Nahverkehr zu bieten hat.

05.09.2014
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