Nach­haltig­keit: So kaufen Sie Thun­fisch mit gutem Gewissen

Einige Thun­fisch­bestände sind bedroht. Doch es gibt Gebiete, in denen der Fang unkritisch ist. Wer mit gutem Gewissen Thun­fisch kaufen will, sollte auf schonende Fang­methoden und die Fisch­art achten. Diese Angaben stehen auf allen Produkten im Test. WWF, Greenpeace und Thünen-Institut für Seefischerei bewerten die Fisch­bestände regel­mäßig.

Fisch­art. Katsuwonus pelamis – der echte Bonito – ist die häufigste Thun­fisch­art, gefolgt vom Gelb­flossenthun. Weißer Thun ist rarer. Gesunde Bestände gibt es von allen drei Arten. Roter Thun (Thunnus thynnus) und Groß­augen­thun (Thunnus obesus) stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten. Roter Thun taucht kaum noch im Handel auf.

Fang­gebiet. Die Bestände im West­pazifik gelten als gesund, auch jene von Bonito im West-Atlantik. Die Daten­lage für den Indischen Ozean ist unklar. Gelb­flossenthun von dort gilt als über­fischt.

Fang­methode. Die beste Methode aus Sicht von Tierschützern ist, Thun­fisch mit Handangeln zu fangen. So lässt er sich gezielt aus dem Wasser holen, andere Arten beißen selten an. Auf dem Produkt stehen dann die Begriffe Hand­leine, Angelrute oder Handangel. Auch ökologisch vertret­bar ist der Fang mit Ringwaden-Netzen ohne Lock­bojen. Die Netze sind unten offen. Fischer ziehen sie erst zu, wenn genug Fisch drin ist. So sinkt das Sterbe- und Verletzungs­risiko. Mit Lock­bojen, etwa Baum­stämmen, erhöht sich jedoch der Beifang: Viele Fisch­arten suchen darunter Schutz und gehen mit dem Thun­fisch ins Netz. Auch wenig umwelt­freundlich: mechanisierte Lang­leinen. An bis zu 50 Kilo­meter langen Schnüren bleiben an unzäh­ligen Haken etwa Haie und Seevögel hängen.

Fisch im Test Test

Siegel. Sie haben unterschiedliche Aussagekraft. Der WWF und der Konzern Unilever entwickelten für nach­haltig gefangenen Fisch das Siegel Marine Stuart­ship Council (MSC). Für Thun schreibt es schonende Fang­mittel, definierte Quoten, unabhängige Kontrollen vor – „hohe, klar nach­voll­zieh­bare Anforderungen“, betont der Zoologe Matthias Klopp­mann vom Thünen-Institut. Gelber Thun aus dem Indischen Ozean hat das Siegel kürzlich verloren. Greenpeace kritisiert, Stan­dards müssten nicht zu 100 Prozent erfüllt werden. Oft anzu­treffen ist das Siegel Dolphinsafe einer US-Umwelt­organisation. Fischer müssen dafür nur nach­weisen, Delfinen nicht zu schaden, die oft über Thun­fisch schwimmen. Kontrollen und neue Fang­techniken haben Delfinbeifänge verringert. Der Beifang anderer Arten ist kritischer. Firmen wie Saupiquet verweisen über eigene Logos auf Fang­techniken und Quoten.

Fazit: Im Test nicht schlechter als befriedigend und akzeptabel in puncto Fisch­art, Fang­gebiet und -methode sind die Konserven von John West, Kauf­land und Rewe sowie die Steaks von Edeka, Real Quality und Femeg.

Dieser Artikel ist hilfreich. 57 Nutzer finden das hilfreich.