Fisch im Test Wie viele Schad­stoffe sind im Thun­fisch?

Die Deutschen lieben Thun­fisch. Nach Alaska-Seelachs, Hering und Lachs ist er der meist­verkaufte Speise­fisch. Aber Thun­fisch kann Schad­stoffe wie etwa giftiges Queck­silber aus dem Meer aufnehmen. Die Stiftung Warentest hat 20 Thun­fisch­produkte einem Schad­stoff-Check unterzogen, darunter Dosenthun­fisch in Öl sowie tief­gefrorene Steaks. Hier lesen Sie, was im Thun­fisch drin ist und finden Tipps, wie Sie nach­haltig gefangenen Thun­fisch beim Einkaufen erkennen.

Fisch im Test Testergebnisse für 20 Thun­fisch 09/2016

Inhalt
Liste der 20 getesteten Produkte
Thun­fisch 09/2016 - Konserven in Öl
  • Aldi (Nord) / Ocean Steamer Thunfisch Filets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Aldi (Nord) / Ocean Steamer Thunfisch Filets in Sonnenblumenöl
  • Aldi Süd / Armada Thunfischfilets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Aldi Süd / Armada Thunfischfilets in Sonnenblumenöl
  • Edeka / gut & günstig Thunfisch Filets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Edeka / gut & günstig Thunfisch Filets in Sonnenblumenöl
  • Followfish Thunfischfilets in Bio-Sonnenblumenöl Hauptbild
    Followfish Thunfischfilets in Bio-Sonnenblumenöl
  • Fontaine Weißer Thunfisch ganze Filetstücke Hauptbild
    Fontaine Weißer Thunfisch ganze Filetstücke
  • John West Thunfischfilets in Olivenöl Hauptbild
    John West Thunfischfilets in Olivenöl
  • Kaiser's Tengelmann / Star Marke Thunfisch-Filets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Kaiser's Tengelmann / Star Marke Thunfisch-Filets in Sonnenblumenöl
  • Kaufland / K-Classic Thunfischfilets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Kaufland / K-Classic Thunfischfilets in Sonnenblumenöl
  • Lidl / Nixe Thunfischfilet in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Lidl / Nixe Thunfischfilet in Sonnenblumenöl
  • Pan do Mar Thunfisch in Bio-Olivenöl Hauptbild
    Pan do Mar Thunfisch in Bio-Olivenöl
  • Penny Thunfisch in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Penny Thunfisch in Sonnenblumenöl
  • Real / Tip Thunfischfilets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Real / Tip Thunfischfilets in Sonnenblumenöl
  • Rewe / ja! Thunfisch-Filets in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Rewe / ja! Thunfisch-Filets in Sonnenblumenöl
  • Saupiquet Rio mare Thunfisch in Sonnenblumenöl Hauptbild
    Saupiquet Rio mare Thunfisch in Sonnenblumenöl
  • Saupiquet Rio mare Thunfisch-Filets in Olivenöl Hauptbild
    Saupiquet Rio mare Thunfisch-Filets in Olivenöl
  • Vier Diamanten Thunfisch in Olivenöl Hauptbild
    Vier Diamanten Thunfisch in Olivenöl
Thun­fisch 09/2016 - Tiefgekühlte Thun­fisch­steaks
  • Deutsche See Handgeangelte Thunfisch-Medaillons, glasiert Hauptbild
    Deutsche See Handgeangelte Thunfisch-Medaillons, glasiert
  • Edeka Thunfisch-Steaks Hauptbild
    Edeka Thunfisch-Steaks
  • Femeg Thunfischmedaillons Hauptbild
    Femeg Thunfischmedaillons
  • Real Quality Thunfisch Steaks Hauptbild
    Real Quality Thunfisch Steaks

Echter Bonito in Dosen, Gelb­flossenthun als Steak

Der Echte Bonito füllt die meisten Thun­fisch­konserven im deutschen Handel. Umwelt­schützer bewerten seine Bestände vor allem in West­pazifik und -atlantik als gesund. Dort geht es auch dem Gelb­flossenthun gut, der oft zu Steaks und in Sushi verarbeitet wird. Thun­fische schwärmen durch die warmen und gemäßigten Zonen aller Ozeane. Dabei können die Raub­fische viel giftiges Queck­silber aus erbeuteten Fischen aufnehmen – es reichert sich erst in Plankton an, dann in plankton­fressendem Fisch.

Zu viel Queck­silber schadet Nerven­system

Zu viel Queck­silber kann das Nerven­system schädigen, vor allem bei Ungeborenen und Babys. Das Bundes­institut für Risiko­bewertung rät daher Schwangeren und Stillenden, „vorsorglich den Verzehr von Thun­fisch einzuschränken“. Der Grund: Selten, aber hin und wieder stoßen Lebens­mittel­kontrolleure auf Thun­fisch mit bedenk­lich viel Queck­silber. Der stammt oft von alten Tieren, die im Lauf ihres bis zu 15 Jahre langen Lebens reichlich Queck­silber angereichert haben. Heute verarbeitet die Industrie eher junge Thun­fische. In der EU müssen große Raub­fische wie der Thun­fisch einen Grenz­wert für Queck­silber von 1 Milligramm je Kilogramm einhalten. Dieser ist groß­zügiger bemessen als für andere Fisch­arten. Die dürfen maximal halb so viel Queck­silber aufweisen. Entwarnung: Die 20 getesteten Produkte lagen alle unter diesem Limit.

Kritische Schad­stoffe aus Umwelt und Öl

Im Labor untersuchten die Tester den Fisch aber noch auf weitere kritische Schad­stoffe. Sie wurden fündig bei Mineral­ölen, die aus verunreinigten Speise­ölen oder aus dem Verarbeitungs­prozess in Produkte gelangen können. Einige Mineral­verbindungen können sich dauer­haft im menschlichen Körper anreichern, andere wirken möglicher­weise krebs­er­regend. Auch ein Thema beim Dosenthun­fisch in raffiniertem Öl sind Schad­stoffe, die bei der Raffination – also der Aufbereitung – von Öl entstehen. Dazu gehören 3-MCPD-Ester und Glycidylester. Sobald die beiden Schad­stoffe vom Menschen verdaut sind, bergen sie ein Krebs­risiko.

So kaufen Sie mit gutem Gewissen

Unser großer Appetit auf Thun­fisch führt zu über­mäßiger Fischerei und setzt so seinen Beständen zu. Der Rote Thun aus dem Mittel­meer etwa – mit bis zu 4,5 Meter Länge das größte Mitglied der Thun­fisch­familie – gilt als bedroht und unbe­zahl­bar. Bei anderen Arten ist die Lage differenzierter. Nach dem Frei­schalten des Testbe­richts lesen Sie, wie Sie Thun­fisch mit gutem Gewissen kaufen und welche Aussagekraft Siegel auf den Thun­fisch-Dosen haben. Auf etwa 100 Thun­fisch­produkten im deutschen Handel steht das MSC-Siegel (MSC bedeutet Marine Steward­ship Council). Viele Thun­fisch­produkte tragen auch das Siegel Dolphin Safe, das eine US-Umwelt­organisation vergibt.

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25 Kommentare Diskutieren Sie mit

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dennis.kater am 01.07.2020 um 16:56 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

halsbandschnaepper am 20.09.2016 um 16:07 Uhr
@Remember_Carthage: Grenzwerte

Sie gehen also davon aus dass die Grenzwerte sich rein am Verbraucherschutz und nicht auch an wirtschaftlichen Erwägungen orientieren? Sorry da sind sie aber reichlich naiv. Ja, ich finde es gut wenn Stiftung Warentest strengere Grenzwerte zu Grunde legt. Und zum konkreten Fall: Klar haben Verbraucher - zurecht - höhere Anforderungen als an konventionelle Produkte.

Ex-Kd am 20.09.2016 um 09:01 Uhr
@KriTicker

Meiner Meinung sind die Lebensmitteltests, wie die Stiftung Warentest sie macht, bestimmt interessant aus wissenschaftlicher Sicht, für den Verbraucher aber sind sie weitestgehend nutzlos, da es sich um Zeitpunkttests handelt. Es werden also die Chargen getestet, die im Einkaufszeitraum am Markt sind. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dürfte in der Regel von diesen Chargen so gut wie nichts mehr in den Geschäften zu finden sein, auf andere Chargen, als die getesteten, sind die Ergebnisse aber nicht übertragbar, bei erneuten Tests könnten sich sogar völlig abweichende Ergebnisse gegenüber den veröffentlichten ergeben. Leider werden die Chargennummern von der Stiftung Warentest, vor Freischaltung des Artikels, in der Liste der getesteten Produkte nicht genannt.

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.09.2016 um 12:29 Uhr
Radioaktivität

@shui: Wir haben den Fokus in unserer Untersuchung auf Schadstoffe in Thunfisch auf den relevantesten Schadstoff, das Quecksilber, gerichtet.
Bezüglich des Reaktorunglücks in Fokushima geht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nach Sichtung der bisherigen Datenlage davon aus, dass für den Menschen keine Gefahr durch den Verzehr von Fisch oder Meeresfrüchten aus den pazifischen Fanggebieten besteht:
http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/06_Radioaktivitaet/01_Fukushima/lm_Fukushima_node.html
Lesen Sie bitte auch auf den Seiten der Verbraucherzentrale Hamburg mehr zu diesem Thema:
http://www.vzhh.de/ernaehrung/112918/radioaktivitaet-in-lebensmitteln.aspx (PF)

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.09.2016 um 12:20 Uhr
Thunfisch in Konserven - Testauswahl

@RonWolfsohn; Bonitas; noksch: Die Marktanteile von Thunfisch in Öl und in eigenem Aufguss sind in etwa gleich. Wir haben deshalb Thunfisch in Öl ausgewählt, weil wir neben dem Fisch selbst auch das Öl als mögliche Quelle für Schadstoffe untersuchen wollten. Wir fahndeten nach kritischen Mineralölen sowie nach 3-MCPD- und Glycidyl-Ester, die bei der Raffination von Speiseölen entstehen können. Dabei spielte es für die Testauswahl keine Rolle, ob es sich um Sonnenblumen- oder Olivenöl handelte.
Zu umfangreich und kostenintensiv wäre es, beide Marktsegmente zu untersuchen. Exemplarisch haben wir noch einige tiefgekühlte Thunfischsteaks hinzugenommen. (PF)