Thrombosen durch langes Sitzen Special

Langes Sitzen ist ungesund. Eingezwängt auf engem Raum kann es sogar gefährlich werden. Zum Beispiel auf Reisen: Das Blut in den Beinen dickt ein. Es staut und kann kleine Pfropfen bilden: Thrombosen genannt. Ob Flugzeug, Auto, Bahn oder Bus: Wer lange sitzen muss, sollte sich zwischendurch lockern. Am besten auf dem Rastplatz an der frischen Luft. Im Flugzeug hilft ein bisschen Gymnastik im Sitz. test.de gibt Tipps.

Tod in Heathrow

Im Oktober 2000 starb eine junge Britin nach einem Langsteckenflug von Australien nach London. Die Frau stieg aus dem Flugzeug und brach noch auf dem Flughafen Heathrow zusammen. Diagnose: Thrombose durch langes Sitzen. Der Blutpfropfen gelangte in die Lunge: Die Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie war erst 28. Seitdem beschäftigt das so genannte Touristenklasse-Syndrom Experten und Gerichte. Statistisch gesehen ist die Zahl der Thrombose-Erkrankungen nach Flugreisen offenbar gering. Das Risiko liegt irgendwo zwischen 1:1.000 und 1:1.000.000. Allerdings gibt es keine gesicherten Zahlen. Wie gefährlich ist das Sitzen auf engem Raum? Die Mediziner sind sich nicht einig. Sicher ist: Bewegung schützt vor Thrombosen.

Risiko Pille und Nikotin

Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits eine Thrombose hatten oder in deren Familie eine Neigung zu Thrombosen besteht. Auch nach Operationen oder mit einem Bein in Gips besteht ein hohes Risiko. Frauen, die die Pille nehmen und rauchen sind ebenfalls stärker von Thrombosen betroffen. Gleiches gilt für Menschen über 40 mit Übergewicht oder Krampfadern. Wer zu einer der Risikogruppen gehört, kann sich auf langen Reisen mit Stützstrümpfen und Medikamenten schützen.

Gymnastik an Bord

Das beste Mittel gegen Thrombosen ist Bewegung. Im Flugzeug hilft ein bisschen Gymnastik direkt im Sitz. Die Übungen lockern die Muskeln auf und bringen den Kreislauf auf Trab. Ansonsten gilt: viel trinken. Mineralwasser und Saft. Kaffee und Alkohol würden dem Körper dagegen Wasser entziehen. Wer besonders eingezwängt sitzen muss, sollte ab und zu aufstehen und ein paar Schritte gehen. Notfalls im Flugzeuggang. Schlafen Sie nicht mit übergeschlagenen Beinen und wechseln sie regelmäßig Ihre Sitzposition.

Warnzeichen beachten

Wenn das Blut in den Beinen eindickt und staut, verursacht das meist Kribbeln und Schmerzen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers ernst: Gymnastik lockert die Muskulatur und verbessert die Durchblutung. Halten die Schmerzen nach einer Reise an, sollten Sie zum Arzt gehen. Geschwollene Waden oder Beine, Schmerzen beim Gehen und Atemnot sind mögliche Anzeichen für eine Thrombose. Gefährlich wirds, wenn das Blutgerinnsel in die Lunge gelangt und sich dort festsetzt. Ärzte sprechen von einer Embolie. Wird die Lunge nicht mehr ausreichend durchblutet, kann das zum Tode führen. Deshalb gilt: Bei Atemnot, plötzlichen Brustschmerzen, Schweißausbrüchen oder Beklemmungsgefühlen sofort zum Arzt. Die Symptome müssen übrigens nicht zwingend am Reisetag auftreten. Eine Thrombose kann über Tage und Wochen durch den Körper wandern.

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