Thrombosen auf Reisen Auch auf engem Raum bewegen

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Thrombosen auf Reisen - Auch auf engem Raum bewegen
Minimalen Platz nutzen. Mit den Füßen wackeln, wippen und kreisen – das geht selbst noch im Flugzeug. © Getty Images / Photothek

Ob im Flugzeug, Auto oder in der Bahn – langes Sitzen kann das Risiko für Blut­gerinnsel erhöhen. Wie sich Reisende schützen können und wer besonders gefährdet ist.

Inhalt
  1. Überblick
  2. Gymnastik an Bord

Stunden­lang still sitzen ist ungesund, in seltenen Fällen kann es sogar gefähr­lich werden. Etwa auf langen Reisen mit dem Flugzeug, aber auch im Auto oder der Bahn: Durch mangelnde Bewegung in beengten Sitzen sackt das Blut in die Beine, staut sich in den Unterschenkeln und dickt ein. Bildet es kleine Pfropfen, sprechen Fachleute von Thrombosen. Die Blut­gerinnsel können Venen verstopfen, im schlimmsten Fall in die Lunge wandern und eine lebens­gefähr­liche Lungen­embolie verursachen.

Erhöhtes Risiko auf Lang­stre­cken

Statistisch gesehen ist das Risiko für Reise­thrombosen sehr gering, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Angiologie. Wenn über­haupt steige es erst ab einer Reisedauer von mindestens acht Stunden, so die Gefäß­mediziner, und nur für Risiko­gruppen – etwa Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten, unter Krampf­adern leiden oder älter als 60 Jahre sind.

Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie vor einer geplanten Reise mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. So können Sie Ihren Risi­kostatus realistisch einschätzen und einer Thrombose besser vorbeugen. Denken Sie auch daran, alle notwendigen Arzneien in Form einer Reiseapotheke bei sich zu tragen.

Leichte Gymnastik schützt am besten

Bestes Mittel, um einer Thrombose vorzubeugen, ist Bewegung. Wer kann, sollte regel­mäßig aufstehen und im Gang von Flugzeug oder Bahn ein paar Schritte auf und ab gehen. Auto­reisende sollten Pausen nutzen, um auszusteigen und sich zu bewegen. Aber auch leichte Gymnastik im Sitzen schützt: die Füße kreisen lassen, von den Zehen zur Ferse wippen oder die Beinmuskeln im Wechsel an- und entspannen. Die Übungen lockern die Muskeln auf und bringen den Kreis­lauf auf Trab.

Tipp: Sitzen und schlafen Sie nicht mit überge­schlagenen Beinen und wechseln sie regel­mäßig Ihre Sitz­position. Ansonsten gilt: Viel trinken – möglichst Mineralwasser oder stark verdünnten Saft. Auf Kaffee und Alkohol dagegen lieber verzichten.

Zusätzlich auf Kompressions­strümpfe setzen

Wer noch mehr tun will, kann sich von Haus­arzt oder -ärztin Kompressions­strümpfe verschreiben lassen. Sie üben Druck auf die Beinvenen aus und unterstützen so den Blut­trans­port aus den Beinen zurück zum Herzen.

Damit die Strümpfe wirken, müssen sie exakt sitzen und im Sanitäts­fach­handel angepasst werden. Sie sollten die Kompressions­klasse II haben und etwa waden­lang sein, also unter dem Knie enden. Optimal ist es, wenn sie mindestens zwei Stunden vor Reise­beginn angezogen und die gesamte Reise­zeit über getragen werden. Praktischer Neben­effekt: Die Strümpfe sorgen auch dafür, dass die Beine weniger anschwellen.

Tipp: Tragen Sie beim Reisen bequeme und möglichst weite Kleidung – vermeiden Sie alles, was unnötig einengt. Auf Lang­stre­cken die Schuhe ausziehen, Socken halten die Füße warm. Mehr Hintergrund­informationen zu arteriellen Durchblutungsstörungen bietet unsere Medikamenten-Daten­bank.

Warnzeichen kennen und beachten

Wenn das Blut in den Beinen eindickt und staut, verursacht das meist Kribbeln und Schmerzen. Geschwollene Waden oder Beine, Schmerzen beim Gehen und Atemnot sind mögliche Anzeichen für eine Thrombose.

Wichtig: Halten die Schmerzen nach einer Reise an, sollten Betroffene zum Arzt gehen, bei plötzlichen Brust­schmerzen, Schweiß­ausbrüchen oder Beklemmungs­gefühlen möglichst sofort. Die Symptome müssen nicht zwingend am Reisetag auftreten. Eine Thrombose kann auch über Tage und Wochen durch den Körper wandern. Die Stiftung Warentest hat über 100 rezeptfreie und rezeptpflichtige Mittel zur Behand­lung von Thrombose und Venen­erkrankungen bewertet.

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