Für Anleger der Thomae und Partner AG (TuP), die einen der acht in Schieflage geratenen Immobilienfonds der Gesellschaft gezeichnet haben, ist noch nicht alles verloren. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters mit dem ungewöhnlichen Namen Heinz Pantaleon genannt Stemberg, können die Fonds möglicherweise gerettet werden.

Werner Thomae hatte 40 Millionen Mark als persönlich haftender Gesellschafter der geschlossenen Immobilienfonds ohne Wissen der Anleger aus den Liquiditätsreserven der Fonds als Darlehen an die TuP weitergereicht. Etwa die Hälfte davon könne vermutlich sichergestellt werden. Streit gebe es noch darüber, ob dieses Geld in die Insolvenzmasse der TuP fließen soll oder zum größeren Teil den Fonds direkt zustehe, sagte Stemberg. Die Summe würde ausreichen, um "die Fonds in die Lage zu versetzen, ihre Annuitäten wieder einwandfrei zu bedienen", so Stemberg. Er rät den Anlegern, noch mindestens drei Monate stillzuhalten.

Die Anwälte der Freiburger Rechtsanwaltskanzlei Kleiner & Partner sehen dies ähnlich: Zur Kündigung der Verträge mit dem Treuhandkommanditisten, der Thomae Vermögensverwaltungs GmbH (TVVG), oder zu rechtlichen Schritten gegen die Fonds selbst raten sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Die Kanzlei hat Ende letzten Jahres Strafanzeige wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen Werner Thomae und Personen seines privaten und betrieblichen Umfelds gestellt.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ende Oktober die Geschäfts- und Privaträume von Thomae und weiteren Personen durchsucht und umfangreiches Aktenmaterial beschlagnahmt. Das Material wird derzeit noch ausgewertet. Auslöser der Anzeigen sind vermutete "Schneeballsysteme" und der Verdacht der Untreue.

Dieser Artikel ist hilfreich. 490 Nutzer finden das hilfreich.