Tipps: So optimieren Sie das Heizen

Hier erklären wir, wie Sie das Heiz­system richtig steuern und was Sie tun können, wenn ihr Heizkörper zu warm oder zu kalt wird. Außerdem geben wir Tipps für Montage und Demontage eines Thermostats.

Zu kalte und zu heiße Heizkörper

Erst checken. Bevor Sie viel Geld für neue Thermostatventile ausgeben, sollten Sie erst prüfen, ob die Investition sinn­voll ist und/oder andere Maßnahmen womöglich vorrangig sind. Helfen kann zum Beispiel die Energieberatung der Verbraucherzentralen.

Zu heiße Heizkörper. Falls Ihre Wohnung selbst bei sehr kalten Außen­temperaturen über­heizt wirkt, weil das in den Rohren zirkulierende Heiz­wasser unnötig heiß ist, sollten Sie die Vorlauf­temperatur des Heizkessels reduzieren. Falls Sie z.B. als Mieter keinen Zugriff auf die Anlage haben, hilft nur eine Info an den Vermieter. Als Vorlauf bezeichnet man das Rohr, das das vom Kessel aufgeheizte Heiz­wasser zu den Heizkörpern leitet. Über den Rück­lauf strömt es dann – abge­kühlt – zurück zum Kessel. Wie sich die Vorlauf­temperatur bedarfs­gerecht anpassen lässt, verrät die Bedienungs­anleitung des Heizkessels. Im Zweifel den Installateur um Rat fragen. Das Absenken der Vorlauf­temperatur entlastet den Heizkessel, spart Energiekosten und schont die Umwelt.

Zu heißer oder zu kalter Heizkörper. Mitunter kühlt sich ein Heizkörper nicht ab, obwohl der Thermostat­kopf zugedreht und das Zimmer warm ist. Oder er wird selbst bei Maximal­stellung nicht warm. Möglicher Grund: Der Regulier­stift des Ventils kann sich nicht bewegen, weil Kalk oder Schmutz ihn blockieren. Gegen­maßnahme: Schlagen Sie mit einem Hammer oder Schrauben­schlüssel vorsichtig seitlich gegen das Metall des Ventil­unterteils (aber nie gegen den Thermostat­kopf). Falls der Fehler weiter auftritt, ist dies ein Fall für den Installateur.

Ungleich­mäßig warme Heizkörper. Wird ein Heizkörper unzu­reichend warm, ist meistens nicht der Thermostat­kopf schuld. Häufigste Ursache ist Luft im Heizkörper. Glucker­geräusche können ein Hinweis sein. Fürs Entlüften brauchen Sie einen kleinen Heizkörper­schlüssel, den sie im Baumarkt für rund 1 Euro kaufen können. Meist finden Sie das Entlüftungs­ventil oben am Heizkörper – auf der anderen Seite gegen­über dem Thermostatventil. Setzen Sie dort den Schlüssel an und drehen Sie lang­sam nach links. Vorsichts­halber ein kleines Gefäß drunter halten. Schließen Sie das Ventil, sobald keine Luft mehr entweicht. Vor dem Entlüften die Heizung am besten komplett für ein Viertel­stünd­chen abschalten. Hinterher den Druck­anzeiger kontrollieren.

Thermostat im Test Test

Zu kalter Raum trotz heißer Heizung. Mitunter sind pro Zimmer zu wenige Heizkörper montiert oder solche mit zu geringer Heiz­leistung. An der zu geringen Raum­temperatur könnte hier auch ein neuer Thermostat­kopf nichts ändern. Mögliche Verbesserungen lassen sich zum Beispiel durch eine etwas höhere Heiz­wasser-Vorlauf­temperatur erzielen (darunter könnte allerdings der Wirkungs­grad des Heizkessels leiden). Besser: Besprechen Sie mit dem Heizungs­installateur, ob der Einbau eines zusätzlichen Heizkörpers oder der Austausch des vorhandenen gegen ein leistungs­stärkeres Modell hilft.

Vorhänge und Möbel können stören. Idealer­weise sollte der Thermostat­kopf die tatsäch­liche Raum­temperatur messen können. Das miss­lingt, wenn ihn ein Vorhang oder eine Heizkör­perverkleidung verdeckt oder wenn Möbel davor gestellt werden. Hitzestau beein­trächtigt das Regelungs­vermögen. Am besten entfernen Sie derartige Stör­ursachen.

Das Heiz­system richtig steuern

Ungleich­mäßiges Erwärmen verschiedener Heizkörper. Wird ein Heizkörper schnell heiß und ein anderer erst mit Verzögerung, und ein dritter wird vielleicht nur lauwarm, ist wahr­scheinlich der ungüns­tige Fluss des Heiz­wassers in den Rohren schuld. Hier hilft oft eine bessere Regulierung: Der „hydrau­lische Abgleich“ durch den Profi kann Heiz­kosten sparen und den Komfort verbessern. Wie Sie das System optimal einstellen und bis zu 15 Prozent rausholen, zeigt unser Special Heizanlagen.

Den Heizkessel richtig steuern. Sofern Sie – etwa als Haus­besitzer – Zugriff auf das Heizgerät haben, sollten Sie dessen Einstell­möglich­keiten nutzen. Zum Beispiel lässt sich dort – empfehlens­wert bei gut gedämmten Häusern – eine nächt­liche Heiz­pause programmieren: So sparen Sie nicht nur Brenn­stoff­kosten, sondern zusätzlich auch den Strom für die Pumpe. Oben­drein verursacht die Heizung dann nachts keinerlei Geräusche. Beachten Sie auch die Energiesp­artipps in der Bedienungs­anleitung Ihres Heizkessels. In allen Zweifels­fällen sollten Sie Ihren Installateur um Rat fragen.

Wärmedämmung geht vor. Fenster mit dreifacher Wärmeschutz­verglasung sowie dicke Dämm­stoff­schichten an der Fassade und im Dach­bereich sind die wichtigste Maßnahme, um den Heiz­energiebedarf eines Gebäudes drastisch und nach­haltig zu senken. Was dabei zu beachten ist, lesen Sie in unserem Test Dachdämmung, test 4/2012. Grund­sätzlich gilt: Am besten zuerst den Wärmeschutz des Hauses perfektionieren und erst dann die Heizung optimieren.

Vorsicht Frostgefahr. Über­triebenes Sparen kann zu Wasser­schäden führen. Heizungs­rohre in Dach­schrägen, Vorfluren oder Wintergärten sind oft frostgefährdet. Kühlen sie bei Heiz­pausen zu sehr ab, können Sie einfrieren und bersten. Drosseln Sie die Heizung daher – vor allem bei längeren Abwesen­heits­zeiten und in schlecht gedämmten Gebäuden – besser nicht zu radikal.

Schimmelbefall vorbeugen. Ein zu starkes Herunter­regeln der Raum­temperaturen – auch in einzelnen Räumen – kann Schimmel­probleme verursachen. Der Grund: Bei Kälte trocknen Duschen und andere feuchte Wohnungs­bereiche nur lang­sam. Dann droht Befall mit Schimmelpilzen. Lassen Sie daher besser die Wohnung nicht zu sehr auskühlen. Das Bad sollte immer einer der bestbeheizten Räume sein. Da warme Luft viel mehr Feuchtig­keit als kalte aufnehmen kann, funk­tioniert das Lüften in gut beheizten Wohnungen besonders effizient: Am besten lüften Sie die Wohnung dreimal täglich für jeweils 5 bis 10 Minuten per Stoß- oder Querlüftung. Viele weitere Tipps finden Sie auf unserer Themenseite Schimmel im Haus.

Montagetipps

Thermostat im Test Test

Den alten Thermostat­kopf bitte ohne Gewalt abschrauben – in die richtige Richtung. Den Neuen einfach statt­dessen aufs Ventil schrauben – notfalls mit Adapter.

Alten Ventil­kopf demontieren. Bevor Sie einen neuen Thermostat­kopf kaufen, sollten Sie einen Blick auf das Ventil­unterteil werfen. Dazu müssen Sie den darauf sitzenden alten Kopf abbauen. Keine Sorge: Wasser kann dabei nicht austreten. Prüfen Sie zunächst, wie der Kopf befestigt ist. Ist er zum Beispiel mittels einer Schelle (umlaufendes Metall­band mit Schraubklemme) gesichert, können Sie die Schraube aufdrehen und den Kopf abziehen. Sehr häufig ist der Thermostat­kopf direkt auf das Ventil­unterteil geschraubt. Und zwar mit Rechts­gewinde. Versuchen Sie also, die Manschette („Mutter“) nach links loszudrehen. Gelingt dies per Hand nicht, können Sie eine Wasser­pumpenzange zu Hilfe nehmen (um Kratzer zu vermeiden, lassen sich die „Zähne“ im Zangen­maul mit einem Tuch, Klebeband oder Gummi­belag „entschärfen“). Bitte die Manschette nur vorsichtig und ganz leicht nach links drehen. Lässt sie sich auf diese Weise leicht­gängig lösen und abschrauben, haben Sie gewonnen!

Vorsichtig schrauben. Beachten Sie, dass es auch Thermostatköpfe gibt, die nicht am Ventil­unterteil des Heizkörpers fest­geschraubt sind. Statt­dessen werden sie dort aufgesteckt (überge­stülpt) und ihre Manschette wird – ebenfalls per Rechts­gewinde – gegen den Thermostat­kopf geschraubt (dabei „krallt“ sie sich am Ventil­unterteil des Heizkörpers fest). Tückisch: Bei diesen Modellen muss beim Lösen der Manschette – im Gegen­satz zu den direkt am Ventil­unterteil verschraubten – spiegel­verkehrt gearbeitet werden. Da Laien die unterschiedlichen Bauarten kaum erkennen, hilft in Zweifels­fällen dieser Trick: Ruckeln Sie die Manschette mit Hilfe der Wasser­pumpenzange einige Milli­meter nach links und dann nach rechts und wieder­holen Sie diese Bewegungen. Die richtige Dreh­richtung erkennen Sie dann einfach am spür­bar geringeren Widerstand.

Ventil­unterteil anschauen. Ist der alte Thermostat­kopf abge­schraubt, haben Sie freie Sicht auf das Ventil­unterteil. Im einfachsten Fall sehen Sie ein M30x1,5-Ventil­unterteil. Dessen Außenge­winde hat einen Durch­messer von 30 Milli­metern. Hier können Sie die im Test untersuchten Thermostatköpfe direkt drauf­schrauben.

Bei Bedarf Adapter auswählen. Falls an Ihrem Heizkörper kein M30x1,5-Modell, sondern ein anderes Ventil­unterteil verbaut ist, können verschiedene Adapter helfen, die von den Anbietern zum Teil mitgeliefert werden. Spezielle Adapter lassen sich bei einigen Anbietern bestellen. Eine hilf­reiche Über­sicht über die vielfältigen Ventil­unterteile bietet zum Beispiel der Anbieter eQ-3. Viele Adapter sind bei elv.de abge­bildet. In Zweifels­fällen sollten Sie erfahrene Heizungs­installateure um Rat bitten. Oft wird es reichen, ihnen ein Foto zu senden.

Mitgelieferte Adapter. Für häufig verwendete Danfoss-Heizungs­ventile liefern die Anbieter programmier­barer Thermostatköpfe bereits vorsorglich einzelne Adapter mit. Falls Sie an Ihrem Heizkörper zum Beispiel das Ventil Danfoss RA entdecken, können Sie Kunststoff­adapter recht einfach selbst montieren. Achten Sie darauf, ihn möglichst weit (bis zum Anschlag) auf das Ventil zu schieben. Damit dies gelingt, müssen Sie den ringförmigen Adapter eventuell etwas aufspreizen (zum Beispiel mit Hilfe eines Schraubendrehers) und dann kräftig in Richtung Heizung schieben. Danach fest­schrauben. Anschließend lässt sich der Thermostat­kopf einfach auf den Adapter schrauben.

Auf leichte Bedien­barkeit achten. Positionieren Sie Ihren neuen Thermostat­kopf beim Fest­schrauben so, dass Sie anschließend einen guten Blick auf dessen Display haben.

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