Bist du noch ganz dicht? Eine wichtige Frage für alle, die mit Isolierbecher unterwegs sind.

Die Stiftung Warentest hat 15 Thermo­becher aus Edelstahl getestet, unter anderem von Bodum, Emsa, Starbucks, Tchibo und WMF. Auf die meisten Isoliergefäße ist Verlass. Sie sind treue Begleiter für unterwegs. Doch einige namhafte Thermo­becher laufen aus, gehen leicht kaputt oder enthalten Schad­stoffe. Der Preis ist dabei nicht immer ausschlag­gebend: Einer der billigsten Warmhaltebecher schneidet gut ab, einer der teuersten ist mangelhaft (Preise: 6 bis 35 Euro).

Kompletten Artikel freischalten

TestThermo­becher im Test15.04.2020
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 5 Seiten).

Isolierbecher für warme und kalte Getränke

Thermo­becher halten sowohl kalt als auch warm. Sie bestehen aus zwei Wänden, zwischen denen sich ein Vakuum befindet. Der luft­leere Raum minimiert den Energie­austausch. Das ist praktisch für Pendler und Reisende, die unterwegs heißen Cappuccino oder kalten Eis­tee trinken möchten.

Das bietet der Thermo­becher-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 15 Thermo­becher aus Edelstahl, darunter preis­werte Modelle von McDonalds und Aldi, aber auch hoch­preisigere von Contigo und Stelton. Sie fassen zwischen 0,3 und 0,5 Liter und versprechen eine Isolier­funk­tion. Wir haben neben Warmhalte­vermögen und Dichtig­keit auch Bruch­festig­keit und Hand­habung geprüft und die Becher auf Schad­stoffe untersucht.

Kauf­beratung und Tipps. Sie erfahren, welche Thermo­becher sehr gut isolieren, dicht­halten und sich leicht reinigen lassen. Wir sagen, worauf Sie beim Kauf des Bechers achten sollten und wie Sie länger Freude an Ihrem Heiß­getränk haben.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 4/2020.

Video: Thermo­becher im Test

Wie gut hält ein Thermo­becher warm, kalt oder dicht? Sind Schad­stoffe ein Problem? Das klärt unser Test.

Laue Getränke vom McDonald‘s McCafé

Im Labor füllten die Tester 80 Grad heißes Wasser in die Becher. Sie erfassten, wie schnell es abkühlt. In sehr gut isolierten Bechern kühlte das Wasser in der ersten Stunde nach dem Einfüllen nur um 4 Grad Celsius ab. 40 Grad unter­schritten sie teil­weise erst nach 16 Stunden. Keine Empfehlung für Freunde heißer Getränke ist der Becher von McDonald‘s: In der ersten Stunde nach dem Einfüllen kühlte das Wasser um 19 Grad Celsius ab. Nach zwei­einhalb Stunden war es nur noch 40 Grad lau.

Drücken, drehen, klappen: Deckel öffne dich!

Druck­knopf. Diese Trink­öffnung lässt sich mit einer Hand benutzen – ein Klick, fertig.
Dreh­schraube. Mit dem Dreh­schalter ist der Durch­fluss regulier­bar. Das erfordert zwei Hände.
Klapp­hebel. Öffnen und Schließen braucht teils viel Kraft. Zwei Hände schaffen das besser als eine.

Keine Schad­stoffe im Tee

Wenn heiße Getränke lange im Becher weilen, könnten Schad­stoffe ins Lebens­mittel übergehen. In vielen Bambusbechern, die wir 2019 geprüft hatten, war das der Fall. Aus dem Edelstahl der Isolierbecher im Test wandert jedoch nichts ins Getränk.

Primus und Stelton enthalten viel Naph­thalin

Dennoch haben zwei ein Schad­stoff­problem. An der schwarz lackierten Außenwand des Stelton sowie in der nach Teer riechenden Anti­rutsch­sohle des Primus fanden wir sehr hohe Mengen Naph­thalin. Der Schad­stoff kann vermutlich Krebs erzeugen. Beide Becher sind mangelhaft. Primus ist übrigens ein Wieder­holungs­täter: Bereits eine Isolierkanne des Anbieters war im Test 8/2008 mit Mangelhaft bewertet worden – wegen poly­zyklischer aromatischer Kohlen­wasser­stoffe, zu denen auch Naph­thalin zählt.

Bodum und McDonald‘s laufen aus

Ein mangelhaftes Qualitäts­urteil bekommt auch der bereits erwähnte Becher von McDonald‘s: Er ist nicht nur schlecht isoliert, sondern auch undicht. Kippt er in der Tasche um, bildet sich ein kleiner See. Das gilt auch für den Travel Mug von Bodum. Auf der Verpackung empfiehlt Bodum, ihn in aufrechter Position zu tragen. Für unterwegs ist der „Reisebecher“ – was Travel Mug auf deutsch heißt – trotzdem ein Fehlkauf.

Thermo­becher mindestens 50 Mal benutzen

Das ist ärgerlich, denn es verbraucht Energie und Ressourcen, Edelstahlgefäße herzu­stellen. Thermo­becher sollten häufig genutzt werden, damit sich ihre Herstellung gegen­über Einwegbechern lohnt. Erst ab 50 Einsätzen fallen Produktion und Entsorgung der Mehr­wegbecher nicht mehr ins Gewicht. Dann zählt in der Ökobilanz nur noch die Reinigung.

Nicht alle Thermo­becher dürfen in den Spüler

Am umwelt­freundlichsten sind die Becher in einer vollen Spül­maschine zu säubern, die mit Ökostrom läuft. Doch von den 15 getesteten Thermo­bechern dürfen nur 7 nebst Deckel in den Spüler. Für die übrigen ist Hand­wäsche empfohlen. Die Deckel sind teils aufwendig zu säubern, erst recht, wenn Milch­getränke im Becher waren. Kaffee und Tee hinterlassen Beläge und ihren Geschmack.

Tipp: Wer abwechselnd Kaffee und Tee trinkt, sollte für jedes Getränk ein eigenes Gefäß kaufen.

Unser Thermo­becher-Test in Zahlen

Thermobecher_Icon_1.jpg Mal mindestens benutzen! Sonst lohnt sich der Mehr­wegbecher im Vergleich zum Einwegbecher für die Umwelt nicht. Quelle: Ifeu-Institut

Thermobecher_Icon_2.jpg Stunden hielt der Thermos Stainless King von Alfi das Getränk warm. Im Becher von McDonalds war es schon nach 2,5 Stunden lauwarm. Quelle: Stiftung Warentest

Thermobecher_Icon_3.jpg Euro im Jahr geben Pendler aus, die sich an jedem Werk­tag einen Cappuccino to go für 3 Euro kaufen. Selbst­gemacht kostet das Getränk kaum mehr als 30 Cent. Quelle: Stiftung Warentest

Thermobecher_Icon_4.jpg Mal spülten wir alle Deckel in der Maschine. Nach dem Trocknen blieb Wasser in den Deckeln von Aldi Nord und Thermos.

Auch interes­sant: Trink­flaschen aus Edelstahl

30 Prüfer der australischen Test­organisation Choice haben sich durch eine Riege von Trink­flaschen aus Edelstahl getrunken. Ihr Fazit: Das Material ist optimal für unterwegs, weil stabil und geruchs­neutral. Kritisch war oft die Hand­habung. Manche Flaschen waren umständlich zu öffnen, andere hatten einen zu engen Hals, was das Reinigen ebenso erschwert wie komplizierte Verschluss­mecha­nismen. Vor dem Kauf also den Flaschenhals genau ansehen.

Dieser Artikel ist erst­mals im Oktober 2017 auf test.de erschienen. Er wurde am 25. März 2020 voll­ständig aktualisiert.

Jetzt freischalten

TestThermo­becher im Test15.04.2020
1,50 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 5 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur knapp 5 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 34 Nutzer finden das hilfreich.