Test­ergeb­nisse Meldung

Ein gutes Test­ergebnis ist für Hersteller von Produkten und Anbietern von Dienst­leistungen ein hand­fester Markt­vorteil. Und ein schlechtes Urteil kann den Umsatz stark beein­trächtigen. Klar, dass die Hersteller wissen wollen, was die Stiftung Warentest als nächstes testet. Dr. Holger Brack­emann, Leiter des Bereichs Unter­suchungen der Stiftung Warentest, erklärt, was Anbieter vor einem Test erfahren und warum Qualitäts­urteile nicht einfach manipuliert werden können.

Wann hat es Manipulationen bei Test­ergeb­nissen gegeben und wie hat die Stiftung Warentest davon erfahren?

Wir kaufen unsere Test­produkte anonym im Handel ein ( so testen wir) – wie jeder andere Verbraucher auch. Deshalb sind Manipulationen von vorn­herein kaum möglich. Wenn ein Anbieter aber lange vorher von unserem Test­vorhaben erfährt, kann er die Qualität des Produkts auf dem Markt verändern. Das haben wir in der Vergangenheit schon bei Wasch- und Reinigungs­mitteln sowie Lebens­mitteln bei einigen Produkten erfahren. Hinweise kamen zum Beispiel von Wett­bewerbern. Das geht natürlich nur bei Produkten, deren Qualität relativ einfach und schnell verändert werden kann.

Wie haben die Hersteller von den geplanten Tests erfahren?

Bevor wir einen Test durch­führen, besprechen wir das Test­vorhaben mit unserem Kuratorium. Das sieht unsere Satzung vor. Dieses Kuratorium setzt sich zusammen aus Vertretern der Verbraucherseite, neutralen Sach­verständigen und Vertretern der Anbieter. Über diese Anbieter­vertreter muss es in der Vergangenheit dazu gekommen sein, dass einzelne Hersteller erfahren haben, wann wir was testen wollen.

Ist die Weitergabe von Test­vorhaben in großem Stil passiert?

Nein, nach unserer Kennt­nis handelt es sich nur um Einzel­fälle.

Kann das jetzt immer noch passieren?

Nein, bereits seit einigen Jahren haben wir unser Vorgehen geändert. Jetzt sprechen wir mit dem Kuratorium nur noch allgemein über Produkt­gruppen, also zum Beispiel über „Säfte“ anstelle des konkreten Test­vorhabens „Orangensaft“. Die Gruppe der infrage kommenden Produkte ist dann so groß, dass gezielte Qualitäts­ver­änderungen nicht mehr möglich sind.

Können sich die Verbraucher auf ältere Testsiegel verlassen?

Da wir die meisten Tests regel­mäßig durch­führen und unser Vorgehen schon vor einigen Jahren geändert haben, besteht kein Grund zu Miss­trauen. Werbung mit einem alten Test­ergebnis ist immer nur so lange möglich, wie das Produkt nicht verändert wurde. Auch wenn ein neuer Test mit geänderten Prüfbedingungen durch­geführt wurde, ist die Werbung mit dem alten Test­ergebnis nicht mehr erlaubt. Für die Werbung mit Testergebnissen gelten klare Regeln.

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