Letzter Wille. Gültig ist ein Testament nur, wenn es von Hand verfasst ist.

Ein Testament braucht jeder, der die Verteilung seines Vermögens selbst regeln will. Der Nach­lass soll im Todes­fall an den „Richtigen“ gehen – etwa einen Partner, mit dem keine Ehe besteht. Oder er soll nicht an die minderjäh­rigen Kinder gehen, weil diese nicht allein über ihr Erbe verfügen dürfen – und das Familien­gericht oft mitentscheidet. Mit einem klug formulierten Testament können Sie sich und andere absichern und Konflikte unter Ihren Lieben vermeiden. Hier lesen Sie, wie es geht.

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SpecialTestament28.04.2020
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Den eigenen Nach­lass früh­zeitig regeln

Ein Testament ist nicht nur etwas für die ältere Generation. Unver­heiratete und Partner aus verschiedenen Ländern jeglichen Alters sowie Eltern kleiner Kinder sind gut beraten, wenn sie ihren Nach­lass früh­zeitig regeln. Auch Patchwork­familien stehen oft vor der Frage, wer erben soll: Die eigenen Kinder? Die Kinder des neuen Part­ners? Der gemein­same Nach­wuchs? Bei Geschiedenen besteht die Gefahr, dass der Ex-Partner über das gemein­same minderjäh­rige Kind Zugriff auf das Vermögen des Verstorbenen bekommt.

Testament, Erbe, Trauerfall: Die Stiftung Warentest hilft

Grund­legende Infos zu erbrecht­lichen Fragen finden Sie im kostenfreien Bereich dieses Artikels. Wenn Sie den kosten­pflichtigen Teil frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das 10-seitige PDF zum Testament-Special aus Finanztest 8/2019. Darin gehen unsere Erbrechts­experten auf konkrete Erb-Konstellationen ein und erklären insbesondere, was unver­heiratete Paare oder Familien mit minderjäh­rigen Kindern beachten sollten. Ausführ­lichere Infos und Hilfe­stel­lungen bieten unsere Ratgeber in Buch­form:

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Testament verfassen: Das müssen Sie beachten

Grund­sätzlich darf jeder ein hand­schriftliches Testament verfassen, ohne einen Notar einschalten zu müssen. Mit einem Testament kann der Vererbende sein Vermögen nach seinen eigenen Wünschen verteilen. Gibt es ein Testament, setzt es die gesetzliche Erbfolge außer Kraft, die normaler­weise fest­legt, wie das Erbe unter den Hinterbliebenen aufzuteilen ist (Was ohne Testament gilt). Der Vererbende kann in seinem Testament nicht nur Personen bedenken, sondern auch Firmen, beispiels­weise das eigene Familien­unternehmen, oder wohl­tätige Organisationen und Stiftungen, sein Vermögen also gemeinnützig vererben (So können Sie auch nach Ihrem Tod Gutes tun).

Erben benennen, Anordnungen treffen

Wer Vermögen zu verteilen hat, hat weitreichende Gestaltungs­möglich­keiten. Der Verfasser des Testaments kann eine Person oder mehrere Personen zu Erben machen, jemanden vom Erbe ausschließen, Erben besonders begüns­tigen oder bestimmte Auflagen anordnen – zum Beispiel, wer sich um die Grab­pflege kümmern soll. Fach­anwälte für Erbrecht können helfen, sämtliche Gestaltungs­möglich­keiten kennen­zulernen und richtig zu nutzen. Um Erbstreitig­keiten zu vermeiden, sollten Vererbende auf korrekte und eindeutige Formulierungen im Testament achten. Denn dieses kann nur dann für Klarheit sorgen, wenn es keine Fehler enthält.

Tipp: WieSie Ihr Testament rechts­sicher verfassen können, erklären wir ausführ­licher in unserem Nachlass-Set.

Einen oder mehrere zu Erben bestimmen

Der Vererbende muss in seinem Testament eindeutig bestimmen, wer sein Erbe werden soll oder wer seine Erben werden sollen. Erben kann also – je nach Wunsch des Vererbenden – einer allein, zum Beispiel der Ehepartner, aber auch mehrere zusammen. Der Erbe oder die Erben erhalten nach dem Tod des Erblassers dessen gesamtes Vermögen. Die Erbschaft umfasst darüber hinaus alle Rechts­verhält­nisse des Vererbenden.

Mehrere Erben: Erben­gemeinschaft entsteht

Gibt es mehrere Erben, bilden diese nach dem Tod des Vererbenden auto­matisch eine Erben­gemeinschaft. Der Nach­lass des Verstorbenen geht dann zunächst auf alle Miterben gleichermaßen über. Sie können anschließend nur gemein­sam über die Erbschaft entscheiden und müssen alles unter­einander verteilen. Streit vorbeugen kann der Vererbende, indem er eine Teilungs­anordnung ins Testament aufnimmt. Auf diesem Weg kann er seine Erben verpflichten, ihr gemeinschaftliches Eigentum nach dem Willen des Verstorbenen „auseinander­zusetzen“, also zu teilen (Streit unter Erben vermeiden).

Mit Auflagen Wünsche fest­legen

Möchte der Vererbende, dass die Erben ihm nach seinem Tod bestimmte Wünsche erfüllen, hat er die Möglich­keit, diese in Form von Auflagen in sein Testament aufzunehmen. Das kann etwa die Aufgabe sein, ein geliebtes Haustier in Obhut zu nehmen oder sich um eine Grabstätte zu kümmern. Wer ihm zugedachte Auflagen nicht erfüllen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als das Erbe auszuschlagen. Ein eventueller Pflichtteil geht dadurch nicht verloren. Auflagen sind in vielen Konstellationen denk­bar – und stets verbindlich. Lediglich an unmöglich zu erfüllende, sittenwid­rige oder verbotene Anordnungen müssen sich Erben und Vermächt­nisnehmer nicht gebunden fühlen.

Testaments­voll­stre­cker einsetzen

Möchte der Vererbende absolut sicher­gehen, dass seine Erben mit dem Nach­lass so umgehen, wie er es sich gewünscht hat, kann er einen Vertrauten als Testaments­voll­stre­cker benennen. Das kann jede beliebige Person sein. Der Testaments­voll­stre­cker über­wacht nach dem Tod des Vererbenden etwa, ob dessen Auflagen erfüllt werden. Dabei handelt es sich um ein anspruchs­volles Amt, für das recht­liche und wirt­schaftliche Kompetenzen nötig sind. Der Erblasser sollte deshalb vorab klären, ob sein Wunsch­kandidat das Amt über­nehmen will. Der Testaments­voll­stre­cker erhält eine Vergütung aus dem Nach­lass.

Vermachen statt vererben

Wer einer Person, einer Firma oder einer gemeinnützigen Einrichtung einen Teil seines Vermögens über­lassen, diese jedoch nicht zum Erben machen will, der kann das über ein Vermächt­nis regeln. Vermachen lassen sich etwa ein Geld­betrag, ein wert­voller Gegen­stand oder eine Immobilie – aber auch Forderungen und Rechte, zum Beispiel Ansprüche aus einem Darlehens­vertrag sowie andere Außen­stände. Wichtig: Nicht nur Erben müssen Erbschaft­steuer zahlen, sondern auch Empfänger von Vermächt­nissen. Letztere gehören nicht zur Erben­gemeinschaft und teilen auch nicht deren Pflichten. Tritt der Erbfall ein, können Vermächt­nisnehmer den ihnen vermachten Betrag oder Gegen­stand von den Erben einfordern. Diese wiederum sind verpflichtet, das Vermächt­nis zu erfüllen.

Angehörige leer ausgehen lassen

Gesetzliche Erben, denen der Vererbende nichts hinterlassen will, muss er per Testament enterben. Das Gesetz spricht ihnen jedoch einen Mindest­anteil am Nach­lass zu – den Pflicht­teil. Dieser lässt sich im Regelfall nicht umgehen (Was ist der Pflichtteil?). Ein Weg, einen nahen Angehörigen zu enterben, besteht darin, dass der Vererbende ein Testament anfertigt und den gesetzlichen Erben darin für enterbt erklärt. Variante zwei: Der Erblasser setzt im Testament einfach einen oder mehrere andere Erben ein und erwähnt die zu enterbende Person nicht. Damit sind alle nicht genannten Personen auto­matisch enterbt (Jemanden enterben).

Richtige Form wählen

Der kleinste formale Fehler kann das ganze Testament unwirk­sam machen. Dann gilt die gesetzliche Erbfolge, die der Verfasser des Testaments eigentlich außer Kraft setzen wollte. Damit das nicht passiert, ist es wichtig, die Form­vorschriften zu kennen. Grund­sätzlich darf jeder ein hand­schriftliches Testament verfassen, ohne einen Notar einschalten zu müssen: Einzel­personen, Ehepartner sowie die Partner einer einge­tragenen Lebens­part­nerschaft. Unver­heiratete Paare, die eine aufeinander abge­stimmte letzt­willige Verfügung verfassen wollen, können bei einem Notar einen Erbvertrag aufsetzen lassen.

Hand­schriftlich, eigenhändig und leserlich

Eigenhändige Testamente müssen vom ersten bis zum letzten Wort selbst mit der Hand geschrieben werden. Computer oder Schreib­maschine dürfen nicht verwendet werden. Außerdem ist es nicht erlaubt, dass der Vererbende einen Dritten mit dem Schreiben beauftragt und den Text diktiert. Er muss sein Testament eigenhändig und leserlich schreiben, am besten als normalen Text und nicht in Briefform. Von einem Testament in Briefform ist abzu­raten, weil manchmal Schwierig­keiten bei der Auslegung entstehen. Besteht das Testament aus mehreren Seiten, sollte der Verfasser diese nummerieren und zusammen­heften, damit nichts verloren gehen kann.

Testament nur mit Unter­schrift gültig

Ein Testament ist eine Urkunde, die regelt, was nach dem Tod mit dem eigenen Vermögen geschehen soll. Dementsprechend sollte das Schrift­stück aussehen, also einen offiziellen Charakter haben. Am Ende muss der Verfasser das Testament mit Vor- und Nach­namen unter­schreiben. Es ist auch ratsam, Ort und Datum zu nennen – auch wenn das Gesetz das nicht zwingend erfordert. Wichtig ist das Datum vor allem, wenn mehrere Testamente existieren. Wider­sprechen sich die Schrift­stücke, gilt das zuletzt verfasste Testament.

Alte Verfügungen vernichten

Einzel­testament. Der Verfasser kann ein altes Testament, dessen Inhalt sich über­holt hat, vernichten. Handelt es sich um ein Einzel­testament, kann er es einfach zerreißen und entsorgen.

Gemeinschaftliches Testament. Leben beide Partner noch, können sie aufeinander bezogene Rege­lungen nur gemein­sam widerrufen. Möchte nur einer der Partner widerrufen, muss er das durch eine notarielle Erklärung gegen­über dem anderen Ehepartner tun.

Bei Zweifels­fragen zum Notar oder Fach­anwalt für Erbrecht

Eine Alternative zum eigenhändigen Testament ist das notarielle beziehungs­weise öffent­liche Testament. Der Gang zum Notar lohnt sich vor allem bei größeren Vermögen, bei komplizierten Familien­verhält­nissen oder bei vielen Erben (Wann zum Notar?). Auch ein Fach­anwalt für Erbrecht kann bei der Gestaltung des Testaments helfen.

Testament sicher und auffind­bar verwahren

Der Verfasser sollte sein Testament sicher aufbewahren, aber nicht vor aller Welt verstecken. Im Todes­fall muss es schließ­lich gefunden werden. Wer es zu Hause hinterlegt, sollte einer Vertrauens­person den Aufbewahrungs­ort mitteilen. Geeignet ist etwa ein Ordner mit wichtigen Dokumenten.

Letzten Willen beim Nach­lass­gericht hinterlegen

Wer sicher­gehen möchte, dass das Testament gefunden wird und nicht in die falschen Hände gerät, sollte es bei Gericht hinterlegen (Gewusst wie: Testament hinterlegen). War der Erblasser beim Notar, wird es dort ohnehin verwahrt. Das Hinterlegen kostet einmalig 75 Euro. Seit Januar 2012 werden zudem alle für den Erbfall erforderlichen Daten aus amtlich oder notariell verwahrten Urkunden im Zentralen Testaments­register erfasst. Die Registrierung kostet den Erblasser beim notariellen Einzel­testament 15 Euro, beim eigenhändigen Einzel­testament 18 Euro.

Testament ändern oder widerrufen

Ein Testament, ob eigenhändig geschrieben oder vom Notar verfasst, kann jeder­zeit geändert und sogar widerrufen werden. Ändern sich die Lebens­umstände, kann der Vererbende flexibel reagieren. Deswegen empfiehlt es sich, ein einmal verfasstes Testament regel­mäßig zu über­prüfen. Nimmt der Erblasser ein notarielles Testament aus der gericht­lichen Verwahrung, verliert es auto­matisch seine Gültig­keit und das für immer. Er muss es dann komplett neu verfassen. Ein eigenhändig verfasstes Testament, das beim Amts­gericht hinterlegt wurde, lässt sich hingegen jeder­zeit zurück­holen und abändern, ohne dass es dadurch seine Gültig­keit verliert.

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Wann zum Notar?

Eine Alternative zum privaten Testament ist das notarielle. Der Gang zum Notar ist vor allem dann sinn­voll, wenn größere Vermögens­werte vererbt werden sollen oder die Familien­verhält­nisse komplex sind. Auch Erbfälle mit Auslands­bezug gehören zum Notar, ebenso wie Fälle, in denen es um die Beteiligung an einer Firma geht. Auf den Notar kann verzichtet werden, wenn es darum geht, wenige tausend Euro zu verteilen.

Auch Fach­anwälte für Erbrecht können helfen

Sobald allerdings beim Vererbenden Zweifel auftauchen, ob er sein Testament ohne Fachmann wirk­sam verfassen kann, sollte er sich Hilfe holen: entweder bei einem Notar oder bei einem Fach­anwalt für Erbrecht. Wenn ein Testament zum Beispiel wegen Form­fehlern unwirk­sam ist, gilt die gesetzliche Erbfolge, von der der Verfasser ja gerade abweichen wollte.

Den Termin beim Notar vorbereiten

Der Vererbende sollte sich vor der Beratung über­legen, was er zu verteilen hat und an wen das Erbe oder Teile davon gehen sollen. Aber auch andere Fragen können mit dem Notar erörtert werden, wie zum Beispiel die, wer das Sorgerecht für minderjäh­rige Kinder bekommt, wenn dem Vererbenden etwas zustoßen sollte. Der Notar erstellt auf der Grund­lage des gemein­samen Gesprächs einen Entwurf und schickt ihn dem Vererbenden zu. Ist alles so in Ordnung, kann dieser bei einem zweiten Termin bereits unter­schreiben.

Nach­lass­wert bestimmt Notar­kosten

Notare rechnen nach gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren ab. Die Gebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz geregelt. Ein Einzel­testament kostet eine sogenannte einfache Gebühr. Ein Berliner Testament für ein Ehepaar kostet zwei Gebühren, also das Doppelte. Wie hoch die Gebühr ist, hängt vom Vermögen ab. Bei einem Vermögens­wert von 500 000 Euro kostet ein Einzel­testament 935 Euro zuzüglich Auslagen. Bei einem Vermögens­wert von 10 000 Euro kostet ein Testament etwa 89 Euro zuzüglich Auslagen.

Notarielles Testament kann güns­tiger sein als ein privatschriftliches

Ein wichtiger Tipp: Ein notarielles Testament kann sogar güns­tiger als ein privatschriftliches sein. Das gilt dann, wenn der Erbe sonst einen Erbschein beantragen muss – etwa weil es eine Immobilie oder größere Erspar­nisse gibt. Das Erbschein­verfahren kostet nämlich auch Geld, und zwar zwei Gebühren und nicht nur eine. Ein notarielles Testament ersetzt in der Regel den Erbschein.

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Gesetzliche Erbfolge: Was ohne Testament gilt

Gibt es kein Testament, gilt die gesetzliche Erbfolge. Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) fest­gelegt und verteilt das Vermögen des Verstorbenen nach einem fest­gelegten Schema. Das heißt: Auch ohne Testament wird das Erbe unter den Angehörigen verteilt. Der Nach­lass steht dann Verwandten und – falls vorhanden – dem Ehepartner oder einge­tragenen Lebens­partner zu. Allerdings sind die erbrecht­lichen Rege­lungen mehr als 100 Jahre alt und stammen aus einer Zeit, in der heutige Familien­konstellationen undenk­bar waren. Deshalb passt die gesetzliche Erbfolge oft nicht zu den eigenen Familien­verhält­nissen, Wünschen und Bedürf­nissen. Nicht verheiratete Partner erben laut BGB zum Beispiel gar nichts.

Ehepartner und Kinder erben zuerst

Die gesetzliche Erbfolge sieht vor, dass vom Vermögen des Verstorbenen in jedem Fall dessen Bluts­verwandte profitieren. Ehe- und einge­tragene Lebens­partner sind zwar keine Verwandten, haben aber ein spezielles gesetzliches Erbrecht (siehe weiter unten). Hinterlässt ein Verstorbener mehrere Kinder, erben diese stets zu gleichen Teilen.

Erbberechtigte werden in Ordnungen einge­teilt

Viele Verstorbene hinterlassen eine große Familie. Um aus ihr die Erbberechtigten heraus­zufiltern, teilt das Gesetz die Verwandten in Erbgruppen („Ordnungen“) ein. Zuerst erbberechtigt sind die jungen Nach­kommen des Verstorbenen, also Kinder, Enkel und Urenkel („erste Ordnung“). Existieren keine Verwandten erster Ordnung, erben Eltern und Geschwister. Diese werden auch als Verwandte „zweiter Ordnung“ bezeichnet. Zu ihnen gehören auch Nichten und Neffen des Erblassers. Falls auch sie nicht mehr leben, kommen – soweit noch vorhanden – die Groß­eltern des Erblassers sowie dessen Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins als gesetzliche Erben in Betracht („dritte Ordnung“). Grund­regel: Solange zum Zeit­punkt des Todes­falls noch mindestens ein Verwandter einer vorrangigen Ordnung lebt, erbt dieser. Verwandte nach­rangiger Ordnungen gehen dann leer aus.

Wann Enkel erben

Ist ein Kind des Erblassers bereits verstorben, rücken bei dessen Tod die jeweiligen Enkel­kinder in der Erbfolge nach. Wichtig: Rücken mehrere Enkel auf, erben sie zusammen dennoch nur den Erbteil, der dem verstorbenen Kind zugestanden hätte. „Erbfolge nach Stämmen“ nennen das die Juristen. Jedes Kind des Verstorbenen bildet mit seinen Nach­kommen einen Stamm. Die Stämme erben zu gleichen Teilen.

Was Ehepart­nern zusteht

Ehepartner sind zwar nicht miteinander verwandt, doch auch sie erben, wenn ihr Partner stirbt. Die Erbquote hängt vom ehelichen Güter­stand ab und davon, ob der Verstorbene noch lebende Verwandte hat. Die meisten Eheleute leben im Güter­stand der Zugewinn­gemeinschaft. Dieser Güter­stand gilt auto­matisch per Gesetz, also immer dann, wenn Paare nichts anderes bei einem Notar vereinbaren. In solchen Fällen gilt: Vergrößert ein Ehepartner im Lauf der Ehe sein Vermögen mehr als der andere, wird dieser Zugewinn zum Ende der Ehe aufgeteilt. Endet die Ehe durch den Tod eines Part­ners, erhält der Hinterbliebene neben seinem gesetzlichen Erbanteil einen pauschalierten Zugewinn­ausgleich.

Beispiel: Stirbt ein verheirateter Mann und hinterlässt neben seiner Ehefrau zwei Kinder, bekommt seine Frau ein Viertel des Nach­lasses als gesetzlichen Erbteil. Ein weiteres Viertel steht ihr als pauschalierter Zugewinn­ausgleich zu. Insgesamt erhält sie also die Hälfte des Vermögens – die andere Hälfte teilen sich die Kinder.

Wonach sich die Erbquote des Part­ners richtet

Wichtig: Die Erbquote des jeweils hinterbliebenen Part­ners richtet sich nach dem Verwandt­schafts­grad der Miterben. Je nach deren Ordnungs­zugehörig­keit stehen dem Ehepartner in einer Zugewinn­gemeinschaft zwischen 50 und 100 Prozent des Nach­lasses zu.

Ehevertrag verringert meist das Erbe

Manche Ehepaare schließen den Zugewinn­ausgleich aus, indem sie bei einem Notar einen Ehevertrag abschließen. Darin vereinbaren sie statt­dessen zum Beispiel die „Güter­trennung“. Folge: Stirbt einer der beiden Eheleute, fällt das Erbe des noch lebenden Ehepart­ners meist kleiner aus als in der Zugewinn­gemeinschaft.

Unver­heiratete gehen leer aus

Geschiedenen steht kein gesetzliches Erbrecht zu. Auch Noch-Ehegatten können leer ausgehen, wenn der Verstorbene den Scheidungs­antrag schon gestellt hatte und das Paar zum Todes­zeit­punkt bereits ein Jahr getrennt gelebt hat, oder wenn der Verstorbene vor seinem Tod einem Scheidungs­antrag seines Part­ners zuge­stimmt hatte. Eine einfache Trennung schließt den Ehepartner aber noch nicht vom Erbe aus. Auch für Paare ohne Trau­schein sieht das gesetzliche Erbrecht keinen Erbanteil vor. Wer seinen Partner absichern möchte, sollte unbe­dingt ein Testament verfassen oder mit dem Partner einen Erbvertrag schließen.

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Partner absichern: Berliner Testament

Viele Ehepaare haben den Wunsch, dass nach dem Tod des einen Part­ners vorrangig der andere abge­sichert sein soll. Dieser Wunsch lässt sich mit dem sogenannten Berliner Testament umsetzen: Die Ehepartner setzen sich gegen­seitig als Allein­erben ein. Erst wenn beide gestorben sind, erhalten gemein­same Kinder oder andere Erben das Familien­vermögen. Einander zu Allein­erben zu bestimmen, sorgt für Sicherheit und hält das Vermögen zunächst zusammen. Anderenfalls würden zum Beispiel gemein­same Kinder ebenfalls erben und das Vermögen würde sich auf mehrere Köpfe verteilen. Abhängig davon, neben welchen Verwandten der Ehepartner erbt und welchen Güter­stand die Eheleute vereinbart hatten, ist sein Erbteil unter Umständen nicht allzu hoch. Dem kann das Berliner Testament entgegen­wirken.

Wie viel Ehegatten erben

Die Erbquote des Ehegatten oder einge­tragenen Lebens­part­ners richtet sich zum einen danach, welche Verwandten darüber hinaus erben, zum anderen nach dem für die Ehe vereinbarten Güter­stand. Neben Verwandten erster Ordnung wie den eigenen Kindern erbt der Partner auf jeden Fall schon mal ein Viertel des Nach­lasses. Neben Verwandten zweiter Ordnung und Groß­eltern erbt der Ehegatte die Hälfte (siehe auch Gesetzliche Erbfolge: Was ohne Testament gilt). Waren die Eheleute im gesetzlichen Güter­stand der Zugewinn­gemeinschaft verheiratet, erhöht sich die Erbquote des länger lebenden Part­ners um ein Viertel (sogenannter pauschalierter Zugewinn­ausgleich). Das bedeutet: Neben Verwandten erster Ordnung erbt der länger lebende Partner die Hälfte, neben Verwandten zweiter Ordnung bekommt er drei Viertel.

Kein Berliner Testament für Unver­heiratete

Das Berliner Testament ist ein gemeinschaftliches Testament, das Verheiratete oder einge­tragene Lebens­partner zusammen aufsetzen. Das Mitwirken eines Notars ist nicht nötig. Unver­heiratete Paare können kein Berliner Testament machen. Wenn sie sich gegen­seitig absichern und zu Allein­erben machen möchte, können sie einen Erbvertrag schließen. Das geht nur vor einem Notar, der den Erbvertrag beur­kunden muss.

Zwei Erbfälle auf einmal regeln

Das Berliner Testament regelt gleich zwei Erbfälle. Statt zwei einzelnen Testamenten genügt eines, um die Erbfolge sowohl nach dem Tod des ersten als auch des zweiten Ehepart­ners zu regeln. Mit einem solchen Testament lassen sich zwei Ziele verfolgen: Zum einen soll der länger lebende Partner abge­sichert sein. Zum anderen wird das Familien­vermögen zunächst zusammen­gehalten und nicht auf eine mehr­köpfige Erben­gemeinschaft, etwa Ehefrau und gemein­same Kinder, verteilt. Je nachdem, welches dieser beiden Ziele stärker betont werden soll – Absicherung des Part­ners oder Erhalt des Familien­vermögens für die Kinder –, ergeben sich für das Berliner Testament verschiedene Gestaltungs­möglich­keiten: Mit der Einheits­lösung kann der Ehepartner abge­sichert werden, bei der Trennungs­lösung steht der Gedanke im Vordergrund, das Vermögen zusammen­zuhalten.

Ehepartner absichern mit Einheits­lösung

Der klassische Fall des Berliner Testaments ist die sogenannte Einheits­lösung. Geht es Ehegatten vor allem darum, dass der über­lebende Partner nach dem Tod des anderen versorgt ist, setzen sich beide gegen­seitig als Allein­erben ein. Das heißt: Derjenige, der zuerst stirbt, hinterlässt dem jeweils anderen das gesamte Vermögen. Gemein­same Kinder werden in der Regel als Schlusserben einge­setzt. Folge: Nach dem Tod des ersten Eltern­teils steht ihnen nur der gesetzlich fest­gelegte Pflicht­teil zu. Erst, wenn auch der zweite Eltern­teil stirbt, erben die Kinder das übrig gebliebene Vermögen.

Vorteil der Einheits­lösung: Der über­lebende Partner kann nach dem Tod des anderen frei über das Vermögen verfügen, ohne dabei an die Wünsche der Kinder oder anderer Erben gebunden zu sein. Gemein­same Kinder gehen zunächst quasi leer aus. Sie sind für den Tod des ersten Eltern­teils enterbt und können nur den Pflicht­teil fordern (Was ist der Pflichtteil?).

Strafe für Pflicht­teils­forderung

Probleme können entstehen, wenn ein Kind nach dem Tod des ersten Eltern­teils seinen Pflicht­teil tatsäch­lich geltend macht. Besteht das gemein­same Vermögen des Paares aus einer Immobilie, müsste der über­lebende Ehepartner Haus oder Wohnung womöglich verkaufen, um den Pflicht­teil auszahlen zu können. Davor schützt eine Pflicht­teils­strafklausel, die Eheleute in ihr Testament aufnehmen können. Sie besagt: Kinder, die nach dem Tod des ersten Eltern­teils ihren Pflicht­teil fordern, bekommen auch nach dem Tod des zweiten Eltern­teils nur den Pflicht­teil. Damit wären diese Kinder unterm Strich finanziell meist deutlich schlechter gestellt.

Ehepartner muss von Strafklausel keinen Gebrauch machen

Um eine Belastung mit Erbschaft­steuer zu mindern oder zu vermeiden, kann es manchmal sinn­voll sein, wenn die Kinder ihren Pflicht­teil erhalten. Das ist etwa dann der Fall, wenn auch die Steuerfrei­beträge der Kinder ausgenutzt werden sollen. Gleich­zeitig reduziert sich dadurch das steuerlich relevante Erbe des länger lebenden Ehegatten. In diesen Fällen ist es unter Umständen ratsam, dem über­lebenden Ehegatten die Wahl­möglich­keit einzuräumen, ob er von der Pflicht­teils­strafklausel Gebrauch machen möchte. Eine Alternative zur Pflicht­teils­strafklausel ist der Pflicht­teils­verzicht, den Eltern mit ihren Kindern vereinbaren können. Das geht allerdings nur im Rahmen eines notariellen Vertrags.

Vermögen zusammenhalten mit der Trennungs­lösung

Eine andere Variante des Berliner Testaments ist die Trennungs­lösung. Dabei steht der Wunsch im Vordergrund, das Vermögen der Familie zusammen­zuhalten. Die Eheleute setzen sich gegen­seitig als Vorerben und die Kinder als Nacherben ein. Stirbt ein Ehegatte, geht sein Vermögen auch hier auf den Partner über. Dieser muss es jedoch von seinem eigenen Vermögen trennen und als sogenanntes Sonder­vermögen verwalten. Insbesondere wenn der länger lebende Ehepartner von den gesetzlichen Beschränkungen der Vorerbschaft nicht befreit ist, unterliegt er strengen Regeln, wie er mit dem Erbe zu verfahren hat. Eine Immobilie darf er zum Beispiel nicht veräußern. Sieht das Testament vor, dass der Erbe von den Verfügungs­beschränkungen befreit ist („befreiter“ Vorerbe), dürfte er die Immobilie verkaufen, aber nicht verschenken.

Berliner Testament kann steuerliche Nachteile haben

Schon bei mitt­leren Vermögen kann das Berliner Testament steuerliche Nachteile mit sich bringen. Hintergrund: Geht Vermögen im Rahmen einer Erbschaft auf den anderen Ehegatten über, wird Erbschaft­steuer fällig. Allen Erben steht jedoch ein Frei­betrag zu, der steuerfrei bleibt (Erbschaftsteuer sparen). Erben müssen erst Steuern zahlen, wenn dieser Frei­betrag ausgeschöpft ist. Die Frei­beträge der einzelnen Erben addieren sich, sodass auch größere Erbschaften steuerfrei bleiben, wenn nur genügend Erben ihre Frei­beträge nutzen.

Widerruf nur gemein­sam möglich

Leben beide Partner, können sie das Berliner Testament widerrufen: entweder einvernehmlich oder – falls nur ein Partner widerrufen möchte – durch notarielle Erklärung gegen­über dem anderen Ehepartner. Das Testament heimlich zu ändern, ist dagegen nicht möglich. Möchten beide Partner ein privatschriftliches gemeinschaftliches Testament widerrufen, können sie auch einfach die Testaments­urkunde vernichten.

Stirbt ein Ehepartner, ist Änderung schwierig

Achtung: Wenn einer der beiden Eheleute verstirbt, kann der andere das Testament nicht mehr ohne Weiteres ändern, widerrufen oder ein neues Testament aufsetzen. Diese Bindungs­wirkung entfällt nur, wenn der länger lebende Partner die Erbschaft ausschlägt oder das von ihm mitverfasste Testament anficht. Die Anfechtungs­möglich­keit kann im Testament ausgeschlossen werden.

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Erben­gemeinschaft: Streit unter Erben vermeiden

Mehrere Erben bilden auto­matisch eine Erben­gemeinschaft. Deren Grund­prinzip lautet: Allen gehört alles. Das bedeutet: Über den Nach­lass verfügen können nur alle Erben der Gemeinschaft zusammen. Das birgt ein gewisses Konflikt­potenzial. Bis auf wenige Ausnahmen ist es Sinn und Zweck jeder Erben­gemeinschaft, sich auseinander­zusetzen. Das heißt, dass sich die Erben darüber einigen, wie das Erbe verteilt werden soll. Im Ideal­fall gelingt das einvernehmlich, dann löst sich die Erben­gemeinschaft schnell wieder auf. In anderen Fällen ist der Weg zu einer Einigung lang und manchmal auch sehr schwierig. Wer erst gar nicht Mitglied einer Erben­gemeinschaft werden will, muss sein Erbe ausschlagen.

Nach­lass gehört den Erben gemein­sam

Der Nach­lass des Verstorbenen geht auf alle Miterben über. Dazu ein Beispiel: Hubert Meier setzt seine beiden Kinder Frank und Andrea testamentarisch als Erben ein. Er hinterlässt ihnen ein Auto und ein wert­volles Gemälde. Beides gehört seinen Kindern gemeinschaftlich. Folg­lich erbt nicht Frank das Auto und Andrea das Gemälde oder umge­kehrt, sondern beide beides. Das hat zur Folge, dass jeder Miterbe nur über seinen Gesamt­anteil an der Erben­gemeinschaft verfügen kann, nicht aber über seinen Anteil an einzelnen Nach­lass­gegen­ständen. Möchte etwa Frank das Auto des Vaters veräußern, kann er dies nur, wenn auch Andrea mit dem Verkauf einverstanden ist.

Tipp: Alle wichtigen Fragen zu Nach­lass, Steuer und Erben behandelt unser großer Ratgeber Vererben und Erben. Das Buch wendet sich sowohl an die Erben als auch an jene, die etwas vererben wollen.

Erbe kann gesamten Anteil am Nach­lass veräußern

Im Gegen­satz zum Verkauf einzelner Gegen­stände kann ein Erbe seinen gesamten Anteil am Nach­lass sehr wohl veräußern. Den Verkauf muss ein Notar beur­kunden. Soll ein Außen­stehender den Anteil kaufen, können die Miterben eingreifen und ein Vorkaufs­recht geltend machen. Auf diesem Weg würden sie gemein­sam den Anteil desjenigen, der veräußern möchte, erhalten. Dafür haben die Miterben zwei Monate Zeit – gerechnet ab dem Moment, in dem sie über den geplanten Ausstieg informiert worden sind. Nehmen die Miterben ihr Vorkaufs­recht nicht wahr, tritt der Käufer in die Rechts­stellung des bisherigen Erben ein und gehört nun der Erben­gemeinschaft an. Dasselbe gilt, wenn ein Dritter einen Anteil am Nach­lass geschenkt bekommt. Wichtig: Will ein Miterbe seinen Erbanteil verschenken, können die anderen das nicht durch ein Vorkaufs­recht verhindern.

Stimm­recht entsprechend der Erbquote

Die Erben­gemeinschaft muss gemein­same Entscheidungen treffen. Sind sich die Erben nicht einig, wird abge­stimmt. Bei Abstimmungen zählt nicht jeder Miterbe gleich, sondern entsprechend seiner Erbquote, das heißt seinem Anteil am Nach­lass. Für die Abstimmung ist keine Form vorgeschrieben.

Detaillierte Rege­lungen treffen

Die bisherige Darstellung zeigt deutlich, dass eine Erben­gemeinschaft viel Konflikt­potenzial bietet. Der Vererbende kann Streit vermeiden, indem er genau verfügt, wie der Nach­lass verteilt werden soll. Das Gesetz sagt nur, wer erbt und wie viel – jedoch nicht, wie die Erben das Vermögen verwalten und aufteilen sollen. Der Vererbende, auch Erblasser genannt, kann dafür eine Teilungs­anordnung treffen. Mit der Teilungs­anordnung kann er konkret fest­legen, welcher Erbe welchen Gegen­stand bekommen soll, also zum Beispiel einer das Haus, der andere das Auto.

Testaments­voll­stre­cker einsetzen

Um Streit zu vermeiden, kann der Vererbende auch einen Testaments­voll­stre­cker einsetzen, der den Nach­lass verwaltet und aufteilt. Der Testaments­voll­stre­cker muss kein Anwalt sein, sollte aber recht­liche und wirt­schaftliche Kennt­nis haben.

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Wenn Sie jemanden enterben wollen

Um jemanden zu enterben, ist ein Testament nötig. Darin kann der Vererbende anordnen, dass beispiels­weise das Kind oder der Partner von der Erbschaft ausgeschlossen sein soll. Es besteht auch die Möglich­keit, denjenigen, der leer ausgehen soll, im Testament einfach nicht zu bedenken. Das heißt: Der Vererbende benennt die anderen Erben und lässt denjenigen, der enterbt werden soll, weg. Die Enterbung führt dazu, dass die enterbte Person von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen wird. An deren Stelle treten andere gesetzliche oder testamentarisch einge­setzte Erben.

Der Enterbte geht in der Regel nicht leer aus

Schließt der Vererbende einen nahen Verwandten von der gesetzlichen Erbfolge aus, kann dieser einen Mindest­anteil am Nach­lass einfordern, den sogenannten Pflicht­teil. Dieser steht zum Beispiel seinen Kindern, seinem Ehepartner und seinen Eltern zu – seinen Geschwistern dagegen nicht. Der Pflicht­teil umfasst die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Die konkrete Höhe hängt vom Verwandt­schafts­verhältnis und der Zahl der Erben ab (Was ist der Pflichtteil?).

Pflicht­teil durch Schenken verringern

Den Pflicht­teils­anspruch kann der Vererbende Angehörigen nur unter engen, im Gesetz fest­gelegten Voraus­setzungen entziehen. Viele Menschen, die etwas zu vererben haben, suchen deshalb nach anderen Wegen, um ungeliebten Angehörigen nichts zukommen lassen zu müssen. Ein geeignetes Mittel ist es, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu verschenken, um den späteren Nach­lass und damit den Pflicht­teil zu verkleinern. Wer zu Lebzeiten Vermögen verschenkt, kann den Anspruch auf einen Pflicht­teil dadurch aber nicht beliebig aushöhlen. Die meisten Schenkungen, die ein Vererbender in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod veranlasst hat, werden zu seinem Nach­lass gezählt und erhöhen so den Pflicht­teils­anspruch. Davon ausgenommen sind lediglich kleinere Geschenke, zum Beispiel zur Hoch­zeit.

Wann Schenkung für Pflicht­teil keine Rolle mehr spielt

Je länger eine Schenkung zurück­liegt, desto geringer ist der Wert­anteil, der in die Berechnung des Pflicht­teils einfließt. Wer also früh genug mit dem Schenken anfängt, kann den Pflicht­teil verkleinern oder sogar ganz loswerden. Verstirbt der Schenker im ersten Jahr nach der Schenkung, fließt deren Gesamt­wert in die Berechnung ein. Stirbt der Schenker im zweiten Jahr nach der Schenkung, sind es 90 Prozent des Wertes, im dritten Jahr 80 Prozent, und so weiter. Nach zehn Jahren spielt die Schenkung für den Pflicht­teil keine Rolle mehr.

Manchmal beginnt Frist nicht zu laufen

Für verschenkte Immobilien gilt: Hat sich der ehemalige Eigentümer zum Beispiel einen Nieß­brauch, also ein Wohn- beziehungs­weise Nutzungs­recht, vorbehalten, läuft die Frist nicht (siehe auch Vererben oder verschenken? So finden Sie den richtigen Weg!). Das Haus oder die Wohnung zählt bei der Berechnung des Pflicht­teils mit – selbst wenn seit der Schenkung bereits zehn Jahre vergangen sind. Die Frist läuft ebenso wenig, wenn sich Ehepartner gegen­seitig Geschenke machen, etwa um den Pflicht­teil vor- oder außer­ehelicher Kinder zu verkleinern. Sie beginnt erst, wenn die Ehe aufgelöst ist.

Tipp: Wie Sie den Wert Ihrer Immobilie korrekt ermitteln, sich in einem verschenkten Haus das eigene Wohn­recht sichern und verhindern, dass Ihr Ex-Partner Zugriff auf das Haus erhält, erläutern wir ausführ­lich in unserem Ratgeber Immobilien verschenken und vererben.

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Was ist der Pflicht­teil?

Der Pflicht­teil ist eine finanzielle Mindest­beteiligung am Nach­lass eines Verstorbenen. Er steht nahen Verwandten zu, die der Erblasser durch eine letzt­willige Verfügung, etwa durch Testament oder Erbvertrag, von der Erbfolge ausgeschlossen hat (Wenn Sie jemanden enterben wollen). Auf ihren Pflicht­teil haben nahe Angehörige einen gesetzlichen Anspruch. Der Erblasser kann folg­lich einen bestimmten Personen­kreis nicht in vollem Umfang vom Erbe ausschließen. Insofern schränkt das Pflicht­teils­recht die Freiheit ein, das eigene Vermögen nach Belieben aufzuteilen.

Nahe Verwandte haben Anspruch auf Pflicht­teil

Pflicht­teils­berechtigt sind Kinder, Enkel und Urenkel, also Abkömm­linge des Erblassers, außerdem sein über­lebender Ehegatte beziehungs­weise einge­tragener Lebens­partner sowie seine Eltern. Wie bei der gesetzlichen Erbfolge schließt die Existenz nah verwandter Angehöriger das Pflicht­teils­recht weiter entfernter Verwandter aus. Erbt etwa ein Kind des Verstorbenen, können dessen Enkel, Urenkel sowie die Eltern grund­sätzlich keinen Pflicht­teil einfordern. Dasselbe gilt generell für Verwandte wie Geschwister, Groß­eltern und uneheliche Lebens­partner. Sie alle gehen leer aus, wenn der Erblasser sie im Testament nicht bedacht oder sie sogar ausdrück­lich enterbt hat. Auch Ex-Ehegatten haben in der Regel keinen Anspruch auf einen Pflicht­teil. Dafür muss die Scheidung noch nicht einmal rechts­kräftig sein. Es genügt, wenn sie einge­reicht wurde und beide Partner zuge­stimmt haben.

Anspruch auf Pflicht­teil verjährt nach drei Jahren

Pflicht­teils­berechtigte sind keine Erben. Ihr gesetzlicher Anspruch bezieht sich auf ihren Mindest­anteil am Nach­lass. Nur diesen können sie nach dem Tod des Erblassers gegen­über den Erben geltend machen. Nach drei Jahren verjährt der Anspruch. Gerechnet wird ab dem Ende des Jahres, in dem der Angehörige vom Tod des Erblassers erfahren hat – und davon, dass dieser ihn enterbt hat.

Pflicht­teil beträgt Hälfte des gesetzlichen Erbteils

Der Pflicht­teil ist halb so groß wie der gesetzliche Erbteil einer Person. Dessen Höhe bestimmt sich nach dem Nach­lass­wert und der gesetzlichen Erbfolge.

Beispiel: Ein allein­stehender Mann vererbt ein Vermögen von 100 000 Euro an seine zwei Kinder. Deren gesetzlicher Erbteil umfasst jeweils die Hälfte, also 50 000 Euro. Sollte der Mann ein Kind enterben, erhielte dieses nach seinem Tod einen Pflicht­teil in Höhe von 25 000 Euro.

Pflicht­teils­anspruch ist Geld­anspruch

Wer Anspruch auf einen Pflicht­teil hat, kann diesen von den Erben nur in Geld verlangen, er hat keinen Anspruch auf einzelne Gegen­stände aus dem Nach­lass, zum Beispiel Schmuck oder ein Auto. Nur wenn beide Seiten damit einverstanden sind, können auch Gegen­stände an den Pflicht­teils­berechtigten ausgehändigt werden. Erben sind nicht nur verpflichtet, einen enterbten Angehörigen auszuzahlen. Wenn dieser es wünscht, müssen sie ihn auch darüber informieren, wie sich der Nach­lass zusammensetzt, und zu diesem Zweck ein Nach­lass­verzeichnis erstellen.

Pflicht­teil entziehen

Im Gesetz sind Ausnahme­fälle beschrieben, bei deren Eintreten der Erblasser einem nahen Angehörigen dessen Pflicht­teil entziehen kann – etwa, wenn der Sohn eine schwere Straftat begangen hat. Dann mutet der Gesetz­geber Eltern nicht auch noch zu, ihrem Kind Teile ihres Vermögens hinterlassen zu müssen. Ein solcher Pflicht­teilsent­zug ist jedoch im Testament oder Erbvertrag explizit anzu­ordnen und konkret zu begründen.

Pflicht­teil durch Schenkungen verringern

Um den Pflicht­teil zu reduzieren, gibt es verschiedene Strategien. Zum Beispiel lässt er sich verringern, indem der Vererbende Teile seines Vermögens verschenkt. Damit muss er recht­zeitig anfangen. Die meisten Schenkungen, die jemand in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod veranlasst hat, werden zum Nach­lass gezählt und erhöhen so den Pflicht­teils­anspruch.

Tipp: Recht­liche Fragen, etwa zu Pflicht­teil und Erbschaft­steuer erklären wir ausführ­lich in unserem Nachlass-Set. Anhand von Beispiels­fällen veranschaulichen wir, wie Sie Ihr Vermögen nach Ihren Wünschen verteilen und Streit unter Erben verhindern können. Formulare zum Heraus­trennen helfen Ihnen dabei, sich einen Über­blick über Ihr Vermögen zu verschaffen, den digitalen Nach­lass zu ordnen und die eigene Bestattung zu organisieren.

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Digitalen Nach­lass regeln

Nach dem Tod hinterlassen Menschen auch in der digitalen Welt ihre Spuren: E-Mail-Konten und Profile in sozialen Netz­werken, Kauf­verträge mit Onlineshops, Videos, Musik und Bilder in Cloud-Diensten. Zum Erbe gehören auch Daten und Verträge, die elektronisch hinterlegt sind. Schwierig­keiten bereitet oft der Zugang dazu und Erben stehen vor der großen Aufgabe, Zugangs­daten und Pass­wörter zu ermitteln.

Pass­wort-Manager anlegen

Wer seinen Erben diese Schwierig­keiten ersparen will, sollte auch im Hinblick auf den digitalen Nach­lass Vorsorge treffen – beispiels­weise indem er eine Liste mit Nutzer­konten und Pass­wörtern hinterlässt oder einen Passwort-Manager anlegt, um den Erben Zugang zu gewähren (Facebook, Google und der Tod).

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Wann Erbschaft­steuer fällig wird

Steuern werden fällig, wenn Vermögen ohne Gegen­leistung über­tragen wird und dessen Wert bestimmte Frei­grenzen über­steigt. Dank hoher Frei­beträge bleiben Erbschaften im Familien­kreis in vielen Fällen steuerfrei. Doch ist das Vermögen sehr groß oder erben entfernte Verwandte, kassiert das Finanz­amt oft mit.

Hohe Frei­beträge für nahe Verwandte

Faust­regel: Je näher der Erbe mit dem Verstorbenen verwandt ist, desto höher ist sein Frei­betrag und desto nied­riger fällt seine Steuerlast aus. Wer sich früh­zeitig Gedanken macht und die richtigen Konsequenzen zieht, kann seinen Nach­kommen die Steuer ersparen oder sie zumindest begrenzen. Je nach Verwandt­schafts­verhältnis und Vermögens­höhe eignen sich unterschiedliche Strategien.

Erbschaften im engsten Familien­kreis oft steuerfrei

Soll das Vermögen im engsten Familien­kreis über­tragen werden, muss sich der Erb­lasser im Vorfeld meist keine Gedanken machen. In der Regel reichen hier die hohen Frei­beträge der Erben aus. Dank des allgemeinen Steuerfrei­betrags können beispiels­weise Ehe- oder gesetzliche Lebens­partner vom jeweils anderen bis zu 500 000 Euro erben, ohne dass Erbschaft­steuer anfällt. Kinder erben pro Eltern­teil bis zu 400 000 Euro steuerfrei. Nur, was über diese Frei­beträge hinaus­geht, muss versteuert werden.

Tipp: Mehr zum Thema in unserem Special Erbschaftssteuer: Freibeträge nutzen, Steuer sparen.

Ehepartner und Kinder in Steuerklasse I

Der Gesetz­geber ordnet Erben und Beschenkte drei Steuerklassen zu: Ehepartner, einge­tragene Lebens­partner, Kinder und Enkel haben die beste Steuerklasse I mit allgemeinen Frei­beträgen bis zu 500 000 Euro. Das gilt im Erbfall auch für die Eltern des Verstorbenen. Wichtig: Neben den persönlichen existieren weitere Frei­beträge, zum Beispiel für Hausrat und persönliche Gegen­stände.

Zuschlag für Ehegatten und Kinder

Dem über­lebenden Ehegatten steht zusätzlich ein Versorgungs­frei­betrag bis zu 256 000 Euro zu. Dieser mindert sich um den Kapital­wert von Renten­leistungen wie Witwenrente unter Umständen bis auf Null. Bis zum 27. Lebens­jahr haben auch Kinder je nach Alter einen Versorgungs­frei­betrag, von 10 300 Euro bis 52 000 Euro.

Nicht­verwandte zahlen mehr

Im Gegen­satz dazu haben Geschwister und deren Kinder in Steuerklasse II deutlich geringere Frei­beträge. Sie erben lediglich 20 000 Euro steuerfrei. Daneben steht ihnen ein Frei­betrag für persönliche Güter des Verstorbenen von 12 000 Euro zu. Auch unver­heiratete Lebens­gefährten erhalten wie Onkel, Tanten und nicht verwandte Personen nur den geringsten Frei­betrag von 20 000 Euro. Zudem zählen sie zur Steuerklasse III. Das hat zur Folge, dass sie zusätzlich die höchsten Steuersätze zahlen müssen.

Viel Vermögen – hohe Steuersätze

Liegt das über­tragene Vermögen wert­mäßig über dem allgemeinen Frei­betrag, erhebt das Finanz­amt auf den darüber liegenden Anteil Steuern. Je größer das steuer­pflichtige Erbe ist, desto höher ist auch der Steu­ersatz. Die Steuersätze sind wie die Frei­beträge an das Verwandt­schafts­verhältnis zum Erblasser geknüpft. Der nied­rigste Steu­ersatz gilt in Steuerklasse I mit 7 Prozent, der höchste in Klasse III mit 50 Prozent. Für Ehepartner, Kinder, Enkel, Eltern und Groß­eltern gelten die nied­rigen Sätze der Steuerklasse I. Für den Teil des Erbes, der ihren Frei­betrag über­steigt, müssen sie zwischen 7 und 30 Prozent Steuern zahlen. Die hohen Steuersätze gelten hier allerdings nur für hohe Millionen­beträge. Geschwister, Nichten und Neffen zahlen deutlich mehr. Für sie gelten in Steuerklasse II Sätze zwischen 15 und 43 Prozent.

Paare ohne Trau­schein im Nachteil

Unver­heiratete Partner, die ihrem Lebens­gefährten Vermögen schenken oder vererben und die Steuerbelastung gering halten wollen, sind besonders gefordert. Paare ohne Trau­schein werden steuerlich wie Fremde behandelt. Während Enkel bis zu 200 000 Euro steuerfrei erben, müssen unver­heiratete Partner und ihr Nach­wuchs, aber auch Pflege- und Paten­kinder alles ab 20 000 Euro versteuern.

Familiäre Beziehungen schaffen

Bei Paaren, entfernten Verwandten oder Freunden kann es sich also lohnen, sie noch zu Lebzeiten in die Steuerklasse I zu holen. Möglich ist das zum Beispiel durch Heirat oder Adoption vor der Vermögens­über­gabe. Damit sichert der Schenker oder Erb­lasser in spe einem entfernten Angehörigen oder Freund einen höheren Steuerfrei­betrag. Damit das Familien­gericht eine Adoption anerkennt, müssen jedoch die Beteiligten plausibel darlegen, dass zwischen ihnen eine enge Bindung besteht. Für unver­heiratete Paare, die sich gegen­seitig absichern wollen, ist der leichteste Weg die Heirat. Durch sie rutschen die Partner von der ungüns­tigsten Steuerklasse III in die güns­tigste Klasse I.

Frei­beträge alle zehn Jahre nutzen

Auf den ersten Blick gibt es keinen steuerlichen Unterschied zwischen Erbschaft und Schenkung. In beiden Fällen verlangt das Finanz­amt Steuern in gleicher Höhe. Einen Unterschied gibt es jedoch, und den können sich Erb­lasser bei der Planung des Vermögens­über­gangs zunutze machen: Beschenkte können ihre Frei­beträge alle zehn Jahre aufs Neue ausnutzen. Eine lang­fristige Strategie voraus­gesetzt, lassen sich so über die Jahre auch hohe Vermögens­werte steuerfrei über­tragen. Sogar Immobilien können stückchenweise verschenkt werden, um Erbschaft­steuer zu sparen. Das Finanz­amt ginge leer aus, würde ein Eltern­teil seinem Kind heute zum Beispiel 400 000 Euro schenken und in zehn Jahren erneut.

Tabelle Frei­beträge: Persönliche Frei­beträge für Erbschaften und Schenkungen

Verwandt­schafts­grad

Allgemeiner Frei­betrag (Euro)

Verwandt­schafts­grad

Allgemeiner Frei­betrag (Euro)

Steuerklasse I

Ehegatten, einge­tragene Lebens­partner

500 000

Kinder, Stief­kinder, Adoptivkinder, Kinder verstorbener Kinder

400 000

Enkel und Stiefenkel

200 000

Urenkel

100 000

Eltern, Groß- und Urgroß­eltern1

100 000

Steuerklasse II

Geschwister, Nichten und Neffen, Schwieger­kinder und -eltern, Stief­eltern, geschiedene Ehegatten, Partner einer aufgehobenen Lebens­part­nerschaft

20 000

Steuerklasse III

Onkel, Tanten, Lebens­gefährten und alle anderen

20 000

Ausnahms­weise gilt bei Schenkung für diese Gruppen Steuerklasse II mit abweichenden Frei­beträgen.

    Stand: April 2020

    • 1 Ausnahms­weise gilt bei Schenkung für diese Gruppen Steuerklasse II mit abweichenden Frei­beträgen.

    Mehrere Personen begüns­tigen

    Noch leichter lässt sich Erbschaft­steuer sparen, wenn der Schenkende mehrere Kinder oder Familien­mitglieder begüns­tigt und so die Frei­beträge mehrerer Personen nutzt. Auf diesem Weg können selbst große Vermögen steuerfrei über­tragen werden.

    Familien­heim bleibt steuerfrei

    Unabhängig von ihrem persönlichen Frei­betrag können Ehe- und einge­tragene Lebens­partner sowie Kinder das jeweilige Familienheim steuerfrei erben. Bedingung: Sie müssen anschließend mindestens zehn Jahre in der Wohnung oder dem Haus wohnen. Die Sonder­regelung greift jedoch nur, wenn das (Mit-)Eigentum zivilrecht­lich auf die Erben über­tragen wurde. Ein ding­lich gesichertes Wohn­recht reicht für die Steuerbefreiung nicht aus. Zweit- und Ferien­wohnungen fallen zudem nicht unter diese Regelung. Erben Kinder das Eltern­haus, gilt zusätzlich: Steuerfrei ist nur eine Wohn­fläche von maximal 200 Quadrat­metern.

    Vorsicht beim Berliner Testament

    Unter Ehepaaren weit verbreitet ist das Berliner Testament (Partner absichern: Berliner Testament). Darin setzen sich beide Partner gegen­seitig als Allein­erben ein. Die Kinder gehen beim Tod des ersten Eltern­teils leer aus. Sie erben erst, wenn der zweite stirbt. Das kann Nachteile bei der Erbschaft­steuer bringen: Erben die Kinder später das gesamte Vermögen, können sie ihren Frei­betrag nur einmal geltend machen.

    Tabelle Steuerklassen

    Im Erbrecht gibt es drei Steuerklassen mit folgenden Steuersätzen:

    Wert des steuer­pflichtigen Erbes bis einschließ­lich ... Euro

    Prozent in der Steuerklasse

    I

    II

    III

    Wert des steuer­pflichtigen Erbes bis einschließ­lich ... Euro

    Prozent in der Steuerklasse

    I

    II

    III

    75 000

    7

    15

    30

    300 000

    11

    20

    30

    600 000

    15

    25

    30

    6 000 000

    19

    30

    30

    13 000 000

    23

    35

    50

    26 000 000

    27

    40

    50

    über 26 000 000

    30

    43

    50

    Stand: April 2020

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