Testament So regeln Sie Ihr Erbe nach Ihren Wünschen

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Testament - So regeln Sie Ihr Erbe nach Ihren Wünschen
Letzter Wille. Ehepartner möchten sich per Testament oft gegen­seitig absichern. © Martin Burgdorff

Mit einem klug formulierten Testament können Sie Angehörige absichern, Konflikte unter Erben vermeiden und Steuern sparen. Hier lesen Sie, wie es geht.

Testament So regeln Sie Ihr Erbe nach Ihren Wünschen

Eine letzt­willige Verfügung wie Testament oder Erbvertrag braucht jeder, der sein Vermögen nach eigenen Wünschen verteilen will. Ansonsten gelten die Rege­lungen, die das Bürgerliche Gesetz­buch für den Erbfall vorsieht. Passen diese zu Ihren Vorstel­lungen, müssen Sie nicht unbe­dingt tätig werden. Falls nicht, können Sie mit Testament oder Erbvertrag die sogenannte gesetzliche Erbfolge außer Kraft setzen.

Warum sich unsere Unter­suchung „Testament“ für Sie lohnt

Hintergrund und Tipps

Die Rechts­experten der Stiftung Warentest erklären, in welchen Fall­konstellationen ein Testament sinn­voll ist und wie Sie es rechts­sicher verfassen. Wir sagen, was gilt, wenn Sie kein Testament haben, erklären, wie Sie ungeliebte Angehörige vom Erbe ausschließen und wie Sie sich und Ihren Partner gegen­seitig absichern.

Individuelle Lösungen

In bestimmten Familien­konstellationen wie Patchwork­familien sind spezielle Anordnungen im Testament von Vorteil, etwa ein Vermächt­nis oder eine Auflage. Wir geben konkrete Lösungs­vorschläge für typische Situationen.

Heft­artikel als PDF

Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel aus Finanztest 11/2021. Dort finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für das Berliner Testament mit Musterformulierungen, Tipps, wie Sie richtig vererben und die häufigsten Fehler vermeiden, und nützliche Hinweise zum Vererben von Wert­papieren.

Testament So regeln Sie Ihr Erbe nach Ihren Wünschen

Erbfolge früh­zeitig regeln

Seinen letzten Willen zu verfassen, ist dabei nicht nur etwas für die ältere Generation. Unver­heiratete und Partner aus verschiedenen Ländern jeglichen Alters sowie Eltern kleiner Kinder sind gut beraten, wenn sie ihren Nach­lass früh­zeitig regeln. Auch Patchwork­familien stehen oft vor der Frage, wer erben soll: Die eigenen Kinder? Die Kinder des neuen Part­ners? Der gemein­same Nach­wuchs? Bei Geschiedenen besteht die Gefahr, dass der Ex-Partner über das gemein­same minderjäh­rige Kind Zugriff auf das Vermögen des Verstorbenen bekommt. Der richtige Zeit­punkt, ein Testament zu machen, ist also genau jetzt. Wir erklären anhand verschiedener Fall­gestaltungen, wie Sie Ihren Nach­lass am besten verteilen und Streit unter Ihren Erben vermeiden.

„Das Thema Testament ist wichtig, auch wenn die meisten es – aus nach­voll­zieh­baren Gründen – wohl gerne verdrängen. Ohne Testament greift bei einem Todes­fall die gesetzliche Erbfolge. Und die führt in vielen Fällen dazu, dass das Erbe nicht so verteilt wird, wie der oder die Verstorbene sich das gewünscht hat.“

Eugénie Zobel, Redak­teurin für Erbrecht bei der Stiftung Warentest

Testament gut vorbereiten und klar formulieren

Moderne Familien­modelle bringen das rund 150 Jahre alte deutsche Erbrecht an seine Grenzen. Denn es basiert auf traditionellen Vorstel­lungen von Ehe und Verwandt­schaft. Deswegen sind für ein rechts­sicheres Testament eine gute Nach­lass­planung und genaue eindeutige Formulierungen sehr wichtig. Die Erbrechts­expertinnen der Stiftung Warentest zeigen mit Fall­beispielen, wie das am besten geht und haben Musterformulierungen erstellt, die Ihnen beim Verfassen Ihres Testaments helfen können sollen.

Tipps und Lösungs­wege von Praktikern

Für die Unter­suchung sind Erkennt­nisse aus den wichtigsten Urteilen der deutschen Zivilge­richte auf dem Gebiet des Erbrechts und die jahre­lange Expertise unserer Rechts­experten mit Tipps und Tricks von Praktikern – Fach­anwälten für Erbrecht und Notaren – zusammen­geflossen.

Ratgeber der Stiftung Warentest

Testament - So regeln Sie Ihr Erbe nach Ihren Wünschen

Angehörige absichern, Streit vermeiden, Steuern sparen – mit einer durch­dachten Nach­lass­planung ist das jedem möglich. Das Nachlass-Set klärt die wichtigsten Fragen rund ums Thema ­Erbrecht und hilft mit zahlreichen For­mulierungs­beispielen dabei, ein eigenes Testament zu verfassen. Den Ratgeber gibt es zum Preis von 14,90 Euro im Handel und im Online-Shop.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 04.01.2023 um 10:51 Uhr
Lebenspartnerin - Nißbrauchsvermächtnis

@dipsy-helmi: Das Nießbrauchsvermächtnis ist eine steuersparende Alternative zur Einsetzung der Kinder als Erben verbunden mit der Absicherung der Lebens- oder Ehepartnerin. Kümmert sich der Erblasser nicht schon Lebzeiten darum, dass das Nießbrauchsrecht ins Grundbuch eingetragen wird, bzw. eingetragen werden kann, bedarf es einer notariellen Erklärung des Erblassers oder der Erben, damit das Nießbrauchsrecht entsprechend des Vermächtnisses im Grundbuch eingetragen wird. Zu den Details dazu, auf welchem Weg das Nießbrauchsvermächtnis am besten abgesichert wird, haben wir in Finanztest noch nicht berichtet. Er gibt hierzu unterschiedliche Wege. Bitte lassen Sie sich hierzu rechtlich beraten, damit sichergestellt ist, dass auch gegen den Willen der Erben das der Anspruch auf das Nießbrauchsvermächtnis durchgesetzt werden kann.

dipsy-helmi am 26.12.2022 um 09:42 Uhr
Lebenspartnerin - Nißbrauch

Mein Lebenpartner will mir ein Nißbrauchsrecht für seine Eigentumswohnung nach seinem Tod einräumen. Seine Tochter erhält Hartz IV. Er hat im Testament diesen Nißbrauch geschrieben. Reicht das? Oder muss er das noch zu Lebzeiten im Grundbuch eintragen? Oder muss das von der Tochter nach seinem Tod gemacht werden?

dipsy-helmi am 26.12.2022 um 09:36 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

HansIgnaz am 09.12.2022 um 10:09 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.07.2022 um 08:57 Uhr
Halbgeschwister

@Suchende: Liegt ein Testament vor, steht dort, wer Erbe des gemeinsamen Vaters wird. Liegt kein Testament vor, gehören die Söhne und Töchter aus der ersten und zweiten Ehe zu den Erben der 1. Ordnung und stehen gleichberechtigt nebeneinander und bilden eine Erbengemeinschaft.
Hat der Vater im Testament seine Kinder aus der 1. Ehe nicht als Erben bedacht, können diese gegenüber den testamentarischen Erben ihren Pflichtteil innerhalb von drei Jahren nach Kenntnis vom Tod des Vaters geltend machen (Hälfte des gesetzlichen Erbanteils).
Beim Tod der Stiefmutter ist zu beachten, dass nur ihre leiblichen Kinder zu ihren gesetzlichen Erben gehören. Haben die Kinder aus der 1. Ehe ihres verstorbenen Ehemannes ihren Pflichtteil bei dessen Tod nicht geltend gemacht, gehen diese beim Tod der Stiefmutter leer aus, es sei denn, eine testamentarische Verfügung z.B. in Form eines Berliner Testaments, bestimmt sie als Erben oder Vermächtnisnehmer.
Stiefkinder gehören nicht zu den gesetzlichen Erben des Stiefvaters, bzw. der Stiefmutter, da kein direktes (leibliches) Verwandtschaftsverhältnis zwischen ihnen besteht.