Per Testament enterbt zu werden, kann frustrierend sein. Dann das Testament verschwinden zu lassen oder einen zu seinen Gunsten gefälschten "letzten Willen" in Umlauf zu bringen, wäre jedoch die falsche Reaktion. Wie ein Urteil des OLG Düsseldorf deutlich macht (Az. 7 U 206/99), büßt der ertappte Erbschleicher dadurch nämlich auch noch den ihm sonst verbleibenden Pflichtteil ein ­ immerhin die Hälfte des nach dem Gesetz üblichen Erbteils.

Ein Vater hatte seinen Sohn wegen schwerer Streitereien enterbt. Nach dem Tod des Vaters schickte der Sohn dem Nachlassgericht ein für ihn günstigeres gefälschtes Testament neueren Datums. Die restlichen Erben verweigerten dem Sohn jedoch seinen Anteil am Nachlass. Der Streit ums Erbe ging bis zum OLG, das dem Sohn jegliche Ansprüche auf das Erbe absprach. Zwar habe man ihm nicht nachweisen können, dass er das Schreiben selbst gefälscht hat. Er habe es dann aber zumindest fälschen lassen und wer so etwas tue, sei "erbunwürdig". Wegen Erbunwürdigkeit geht gemäß Paragraph 2339 BGB auch leer aus, wer den letzten Willen des Verstorbenen anderweitig manipuliert hat oder das zumindest versuchte.

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