HiFi-Anlage vernetzen. Smartphone, Notebook und andere Geräte im Netz­werk senden die Musik per WLan-Funk an den WLan-Empfänger. Der leitet sie per Kabel an den Verstärker der Stereo­anlage weiter. So klingt Musik aus dem Netz­werk brillant im Wohn­zimmer.

Die modernen Helfer verbinden die alte Stereo­anlage mit vielen modernen Musikquellen wie Handy oder Tablet. Rundum gut schlagen sich nur teure Geräte.

Musik­streaming­dienste wie Spotify und Deezer bieten ein schier unendliches Repertoire an Songs. Internet-Radio­sender bringen Nach­richten und Musik genauso aus Castrop-Rauxel wie aus Trinidad und Tobago. Auf der Netz­werk­fest­platte schlummert die eigene Musik­samm­lung mit Lieblings­titeln und besonderen Raritäten.

Eine alte Stereo­anlage kann auf all diese Quellen nicht ohne Weiteres zugreifen. Wegschmeißen müssen Fans der modernen Zugangs­wege ihren alten Verstärker samt Boxen dennoch nicht. Ausgestattet mit einem WLan-Empfänger mutiert das Schätz­chen zum voll vernetzten HiFi-Gerät. Weiterhin spielt die Anlage auf Wunsch CDs, Kassetten oder Schall­platten ab. Über das Heimnetz­werk können Nutzer aber genauso vom Smartphone, Tablet oder Notebook kabellos Musik per WLan zuspielen.

Im Vergleich zu Bluetooth bietet WLan Vorteile: Nutzer können viele verschiedene Musikquellen im gleichen Netz­werk anzapfen. Die Reich­weite ist höher. Voraus­setzung ist ein moderner WLan-Router im Haushalt.

Wir haben zwölf WLan-Empfänger an einen alten Verstärker gehängt: Netz­werk­spieler in HiFi-Optik und kleinere Konnektoren. Sie kosten etwa 40 bis 450 Euro. Darunter sind Geräte etablierter Anbieter aus dem HiFi-Bereich wie Denon, Marantz, Onkyo, Pioneer oder Yamaha, aber auch aus der Internet- und Netz­werk­welt wie Google und Sonos. Fast alle über­tragen den Ton in CD-Qualität. Die Gesamt­noten reichen dennoch von sehr gut bis mangelhaft. Am schlechtesten schneidet Pearl ab: Zwei der drei Geräte fielen im Test aus. Ansonsten unterscheiden sich die Prüf­kandidaten vor allem in der Hand­habung, ihrer Vielseitig­keit und dem Strom­verbrauch.

Wer einen WLan-Empfänger braucht

Für die besten WLan-Empfänger zahlen Musikfans um die 400 Euro. Fürs gleiche Geld könnten sie sich einen neuen Verstärker mit ähnlichen Funk­tionen leisten (Test Receiver mit Netzwerkfunktion, test 8/2017). Wer bereits einen hoch­wertigen Verstärker besitzt, will sich nicht unbe­dingt davon trennen. Dann sind WLan-Empfänger eine Alternative, um Moderne und Tradition zu verbinden. Erste Streaming­versuche lassen sich mit leichten Einschränkungen auch mit dem güns­tigen Konnektor von Google für 39 Euro machen.

Welcher für wen interes­sant ist

Songs verteilen. Musik lässt sich mit Konnektoren und passenden Funk­laut­sprechern via WLan in andere Räume streamen – auch von CD oder Platte.

Wer eine Stereo­anlage besitzt, die aus Komponenten wie CD-Spieler, Kassetten­deck oder Radio besteht, und sie durch ein Gerät in passendem Design netz­werk­fähig machen möchte, greift zum Netz­werk­spieler. Der ist größer als ein Konnektor, bietet aber auch ein Display und eine Fernbedienung. So lässt er sich auch ohne Smartphone- oder Tablet-App ordentlich steuern.

Bei den WLan-Konnektoren sind Nutzer nahezu immer auf Smartphone oder Tablet angewiesen, um die Zuspielquelle einzustellen oder Songs auszuwählen. Dafür lassen sich die kleineren Geräte gut hinter der Anlage verstecken und fallen nicht auf.

Wie die Technik funk­tioniert

Musikquelle wählen. Die App des Empfängers (hier Yamaha) stellt die Zugangs­wege bereit – vom Streaming­dienst bis zur Fest­platte.

Damit die Musik vom Handy oder aus dem Internet über die hoch­wertigen Boxen der Anlage ertönt, schließen Nutzer den WLan-Empfänger per Kabel an einen Eingang ihres Verstärkers an. Sie sollten darauf achten, ob der Eingang des Verstärkers digital oder analog ist und einen WLan-Empfänger mit passendem Ausgang auswählen. Üppig mit Ein- und Ausgängen ausgestattet sind etwa die Konnektoren von Denon und Yamaha. Mau siehts beim Pioneer aus.

Steht die Kabel­verbindung, müssen Nutzer den WLan-Empfänger mit dem Router verbinden. Das geht am einfachsten über die passende App auf dem Smartphone oder Tablet. Im Test klappte das meist problemlos. Einmal installiert, lässt sich die Technik mit dem Smartphone oder Tablet als Schalt­zentrale steuern. Die klassische Fernbedienung hat meist ausgedient. In der App des Konnektors wählen Nutzer die Musikquelle aus (siehe oben). Sie können Abspiel­listen erstellen, zum nächsten Lied schalten oder die Laut­stärke regeln.

Wer Freude daran findet, Musik kabellos zur Anlage zu schi­cken, kann sie dann auch noch mit Funklautsprechern in mehrere Räume verteilen. „Multiroom“ heißt das Konzept.

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