Türsicherungen Test

Alle drei bis vier Minuten wird in Deutsch­land einge­brochen – Tendenz steigend. Die Kriminal­statistik zeigt aber auch, dass Einbrecher zunehmend scheitern. Rund 40 Prozent der Einbruch­versuche bleiben mitt­lerweile erfolg­los. test hat 15 nach­rüst­bare Türsicherungen geprüft, darunter Querriegelschlösser, Stangenschlösser, Kastenzusatz­schlösser und Bandsicherungen. Das Ergebnis ist alarmierend: Jedes zweite „Boll­werk“ war schnell geknackt. Und das bei Preisen von bis zu 695 Euro. [Test aus dem Jahr 2016, aktualisiert Oktober 2017]

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TestTürsicherungen25.10.2017
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Angriff mit Einbruch­werk­zeugen

Der Handel bietet zum Schutz vor Einbrechern verschieden­artige nach­rüst­bare Türsicherungen. Getestet haben wir vier Querriegelschlösser, die eine Tür über die gesamte Breite absperren, drei Stangenschlösser zum Verriegeln von oben nach unten, vier Kastenzusatz­schlösser als Zusatz­riegel für die Schloss­seite der Tür und vier Bandsicherungen, die das Aufhebeln auf der Scharnierseite verhindern sollen. Auf dem Prüf­stand mussten die Schlösser und Riegel zeigen, wie stabil sie sind, wie sie sich montieren und bedienen lassen und vor allem, ob sie Angriffen mit einfachen Einbruch­werk­zeugen wie Schraubendrehern standhalten.

Das bietet der Test Türsicherungen

Test­ergeb­nisse. Sie erhalten Qualitäts­urteile, Preise, Ausstattungs­merkmale sowie Test­kommentare für Querriegelschlösser, Vertikal­stangenschlösser, Kastenzusatz­schlösser und Bandsicherungen. Wir haben für alle empfehlens­werten Produkte Ende September 2017 Erhältlich­keiten und Preise geprüft und die Tabellen entsprechend aktualisiert.

Tipps. Unsere große Infografik zeigt elf mögliche Schwach­stellen einer Tür – mit Kommentaren, die erklären, wie Sie die entsprechenden Probleme beheben können. Außerdem erläutern unsere Experten, wie Sie staatliche Zuschüsse für Einbruch­schutz-Maßnahmen bekommen können.

Fens­tersicherungen. Wir haben wir auch geprüft, welche guten Fens­tersicherungen aus unserem Test aus Mai 2014 aktuell noch erhältlich sind. Das PDF aus test 11/2017 mit diesen aktualisierten Test­ergeb­nissen zu Fenster- und Türsicherungen gibt es kostenlos oben­drauf, wenn Sie das Thema frei­schalten.

Weitere Tests. Alarm­anlagen, Tresore, Schließ­zylinder, Über­wachungs­kameras – die Stiftung Warentest hat viele weitere Tests und Infos rund ums Thema Einbruch­schutz für Sie zusammen­gestellt. Eine Über­sicht finden Sie im
Special Einbruchschutz: Unsere Tests und Tipps für Ihre Sicherheit.

9 von 15 Sicherungen sind mangelhaft

Das Ergebnis ist alarmierend: Neun Sicherungen sind mangelhaft – in jeder Kategorie mindestens eine. Von den Kastenzusatz­schlössern ist keines zu empfehlen – Einbrecher haben mit ihnen leichtes Spiel. Gute und sehr gute Ergeb­nisse gibts aber auch. Mit einigen der getesteten Querriegeln, Stangenschlösser und Bandsicherungen lassen sich Türen zuver­lässig vor ungebetenen Gästen schützen. Zwei der Querriegel verfügen über einen zusätzlichen Sperr­bügel. Das ist sinn­voll, erlaubt dieser es doch, die verschlossene Tür einen Spalt­breit zu öffnen.

Viele Schlösser waren nach weniger als einer Minute geknackt

Drei bis fünf Minuten – länger halten sich Einbrecher in der Regel nicht mit einer Tür auf, so die Erfahrung der Polizei. Dann wird das Risiko, entdeckt zu werden, zu groß, und sie ziehen weiter. Um die Prüfung zu bestehen, musste jede Türsicherung neben einem statischen Belastungs­test auch einer Werk­zeugattacke von drei Minuten standhalten. Insgesamt hatte unser Einbrecher vom Dienst für jedes Schloss 15 Minuten Zeit, um sich zwischen­durch auszuruhen. So viel Zeit war allerdings selten nötig – die mangelhaften Modelle waren meist nach weniger als einer Minute geknackt. Das ist umso erschre­ckender, als einige der Boll­werke richtig ins Geld gehen: bis zu 78 Euro für Bandsicherungen, bis zu 155 Euro für Kastenzusatz­schlösser und bis zu 695 Euro für Querriegel- und Stangenschlösser – teils plus Kosten für Zubehör wie Schließ­zylinder. Hinzu kommt der Einbau.

Die Polizei berät kostenlos zum Einbruch­schutz

Beim Nach­rüsten von Türen kommt es darauf an, alle Türelemente und Zusatz­sicherungen in ihrer Wirkung sinn­voll aufeinander abzu­stimmen. Ob eines der geprüften guten Schlösser die eigene Wohnung wirk­lich sicherer macht, kommt auf die Gegebenheiten vor Ort an. Ein solider Querriegel reicht in der Regel, um eine Tür zu sichern. Bei zweiflügeligen Altbautüren funk­tionieren Querriegel jedoch nicht. Da empfiehlt sich ein Stangen­schloss, das die Tür vertikal verriegelt. Dann sollte aber zusätzlich eine Bandsicherung die Scharnierseite schützen. Handelt es sich allerdings um eine leichte Röhrenspantür, nutzt auch der beste Riegel nichts. Dann sollte zunächst das Türblatt mit einer Metall- oder Holz­platte verstärkt werden. Es ist empfehlens­wert, sich bei einer Beratungs­stelle der Polizei zu informieren. Das ist kostenlos und schützt vor teuren Fehlkäufen. Adressen nennt die Kriminalpolizei im Internet. In manchen Fällen lässt sich auch eine Vor-Ort-Beratung vereinbaren.

Die Montage sollten Fachleute vornehmen

Einige der geprüften Türsicherungen bereiteten bei der Montage Probleme, etwa weil die Anleitungen unvoll­ständig waren oder fehlten. Aber auch mit einer guten Anleitung sind hand­werk­liche Laien schnell mit dem Einbau über­fordert. Auf den Packungen fehlen oft wichtige Hinweise, etwa zum notwendigen Werk­zeug oder zu den Anforderungen an Türelemente und Bausubstanz. Grund­sätzlich ist es zu empfehlen, den Einbau einbruchhemmender Technik in die Hände von Fachleuten zu legen. Die Landes­kriminal­ämter nennen unter www.k-einbruch.de zertifizierte Betriebe.

Ratgeber Einbruch­schutz

Unser Buch Einbruchschutz zeigt Ihnen, wie Sie sich schützen können. Neben vielen Alltags-Tipps lesen Sie was zu tun ist, wenn der Schadens­fall tatsäch­lich eintritt und welche Versicherungen wirk­lich helfen. Zusätzlich erfahren Sie, wie Sie Ihr Heim gegen Brand, Leitungs­leck oder Über­schwemmung absichern. Das Buch ist für 19,90 Euro im Handel erhältlich und im test.de-Shop bestell­bar.

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