Baby­spielzeug Test

Viele Eltern sorgen sich, dass ihr Kind beim Nuckeln an Spielsachen giftige Stoffe aufnehmen oder an Klein­teilen ersti­cken könnte. Wir haben 30 Erst­spielzeuge für Babys untersucht – vom Greifling über Schnul­lerketten bis hin zu Wagenketten mit Perlen oder Knisterfolie. Die Spielwaren waren aus Holz, Kunststoffen, Textilien oder einer Kombination dieser Materialien. Das Ergebnis: 3 Produkte sind sehr gut, 20 gut und 4 mangelhaft.

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TestBaby­spielzeug22.11.2017
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Schad­stoffe und Sicher­heits­mängel

Dass die Bedenken der Eltern oft nicht unbe­gründet sind, zeigen die Unter­suchungs­ergeb­nisse der vergangenen Jahre. Von 2011 bis 2015 waren insgesamt 100 Plüschtiere, Puppen, Holz- und Plastikspielsachen im Test (siehe Themenseite Spielzeug). Erschre­ckende 35 von ihnen bekamen wegen Schad­stoffen oder anderen Sicher­heits­mängeln das Qualitäts­urteil mangelhaft. Zum Beispiel enthielten Holz­spielzeuge oft gefähr­liche Substanzen im Lack.

Das bietet der Test von Baby-Spielzeug

Test­ergeb­nisse. Wir haben 30 Baby­spielsachen aus Holz, Plastik oder Textilien auf Schad­stoffe und mecha­nische Sicherheit untersucht. Darunter waren 16 Greiflinge, 6 Schnul­lerketten und 8 Wagenketten und -clips. Die Test­tabelle zeigt neben den Qualitäts­urteilen auch, welche Materialien geprüft und wo die Produkte hergestellt wurden. Außerdem sagen wir, ab dem wievielten Monat das Baby­spielzeug geeignet ist (laut Angaben auf Verpackung oder Produkt).

Erläuterungen zu den gefundenen Schad­stoffen. Wir sagen, welche Schad­stoffe wir im Einzelnen gefunden haben, und erklären, worin ihre Gefähr­lich­keit besteht.

Heft-Artikel. Sie erhalten Zugriff auf das PDF zum Artikel aus test 12/2017.

30 Spielzeuge im Sicher­heitscheck

In der aktuellen Unter­suchung ist das Ergebnis besser als in den Tests zuvor: 23 Produkte schneiden gut oder sehr gut ab, eines befriedigend. Aber auch diesmal gab es Spielsachen, mit denen Eltern ihre Kinder nicht unbe­sorgt spielen lassen können: Zwei sind ausreichend, vier mangelhaft.

Gesund­heits­schädliche Stoffe und verschluck­bare Kleinteile

Bei dreien von ihnen fanden sich gesund­heits­schädliche Stoffe in den Gummi­schnüren. Drei sind unsicher, weil sich verschluck­bare Kleinteile lösen, Strangulations­gefahr besteht oder eine Stoß­gefahr im Rachen.

Lieber Spielzeug aus Holz oder Plastik?

Die Diskussion, ob Holz- oder Plastikspielzeug grund­sätzlich besser ist, kann das Test­ergebnis nicht befeuern. Beide Materialien stecken sowohl in sehr guten als auch in mangelhaften Produkten.

Schneiden, kratzen, analysieren

Für den Sicher­heits­test haben die Prüfer im Labor wochen­lang Textilien zerschnitten, Lacke von Holz gekratzt und Kunststoffe zerkleinert. Alles wogen sie milligramm­genau ab, bevor sie das Säuglings­spielzeug auf bis zu 280 chemische Substanzen prüften. Um zu ermitteln, ob die Produkte den Bedürf­nissen des Babyall­tags entsprechen, haben die Experten sie exakt vermessen und einer Reihe von Belastungs­tests unterzogen.

Drei Spielzeuge nicht verkehrs­fähig

Am Ende der Prüfungen steht fest: Die Schnul­lerkette von Glücks­käfer sowie eine Schnuller- und eine Kinder­wagenkette von Hess halten recht­liche Vorgaben nicht ein. Sie hätten nicht verkauft werden dürfen. Die Anbieter und die zuständigen Aufsichts­behörden wurden informiert. In vergleich­baren Fällen bei früheren Tests haben einzelne Anbieter unsicheres Spielzeug zurück­genommen oder bean­standete Materialien verändert.

Schnul­lerkette von Glücks­käfer zu lang – Strangulations­gefahr

Glücks­käfer und Hess teilten mit, dass sie die Hinweise über­prüften und mit den Aufsichts­behörden in Kontakt stünden. Die drei Produkte hätten aus unterschiedlichen Gründen nicht in den Handel kommen dürfen. So ist die Schnul­lerkette von Glücks­käfer länger als 22 Zenti­meter. Diese Grenze setzen die Normen, um zu gewähr­leisten, dass sich eine solche Kette nicht voll­ständig um den Hals eines Babys schlingen und es strangulieren kann.

Hess gleich zweimal mangelhaft

Bei der Schnul­lerkette Käfer Tom von Hess können sich Kleinteile zu leicht ablösen. Die aus Halb­kugeln bestehenden Käfer-Öhrchen halten den Zugkräften der Prüf­maschine nicht stand. Sie lassen sich zu leicht abziehen und könnten vom Kind verschluckt werden. Die mangelhafte Kinder­wagenkette Nixe von Hess hat eine große Schwanz­flosse aus Holz, mit der sich das Baby im Rachen stoßen und verletzen kann. Müsste der auf dem Rücken liegende Säugling deshalb sogar erbrechen, könnte er ersti­cken.

Drei Tipps für den Kauf von Baby-Spielzeug

1. Wackeln, ziehen und schnuppern Sie schon im Laden an den Spielsachen. Achten Sie auf die Verarbeitung. Lösen sich Einzel­teile, riecht etwas unangenehm oder färbt es ab, lassen sie es lieber liegen.

2. Zur Sicherheit sollten Sie Schnul­lerketten nie verlängern, sie immer an der Kleidung befestigen und abnehmen, wenn das Kind im Bett liegt.

3. Legen Sie Wagenketten nie lose in die Nähe Ihres Babys. Sind sie nicht befestigt, kann es sich darin verheddern und im schlimmsten Fall strangulieren. Entfernen Sie Wagenketten, wenn Ihr Kind anfängt zu krabbeln.

Mehr Tipps

Vier Spielzeuge mit Schad­stoffen

Die Kinder­wagenkette Nixe von Hess ist auch wegen gesund­heits­schädlicher Substanzen mangelhaft, ebenso der Greifling Space von Selecta. Die gefundenen Stoffe sind nicht akut giftig, wirken jedoch lang­fristig im Organismus. Aus dem grünen Lack der Hess-Wagenkette lösen sich mehr Organozinn­verbindungen als die Spielzeug-Richt­linie erlaubt. Einige dieser Verbindungen können das Immun­system schädigen, die Fort­pflan­zungs­fähig­keit oder ein Kind im Mutterleib.

Krebs­er­regende Nitrosamine

In der Gummi­schnur des Selecta-Greiflings fanden die Prüfer zu hohe Mengen nitrosier­barer Stoffe. Lutscht ein Baby an ihr, können sich die Substanzen lösen, in den Magen gelangen und stark krebs­erzeugende Nitrosamine bilden. Selbst in kleinsten Mengen sind diese gefähr­lich. Die Stoffe können vor allem bei der Herstellung von Gummi entstehen, lassen sich aber tech­nisch vermeiden.

Nutzer­kommentare, die vor dem 22. November 2017 gepostet wurden, beziehen sich auf eine ältere Unter­suchung.

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