Sonnen­schutz­mittel im Test

So haben wir bis 2021 getestet

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Sonnen­schutz­mittel im Test Testergebnisse für 20 Sonnenschutzmittel für Erwachsene

Abweichend vom unserem aktuellen Vorgehen prüften wir Sonnen­schutz­mittel in der Vergangenheit wie folgt:

Einhalten des ausgelobten Schutzes: 35 %

Tests bis einschließ­lich 2019:

Sonnen­schutz­faktor (UVB): Um den Effekt von Sonne auf der menschlichen Haut zu simulieren, setzten wir unter kontrollierten Laborbedingungen gemäß Din EN ISO 24444 Hauta­reale freiwil­liger Test­personen einer definierten UVB-Licht-Dosis aus. Auf die Test­felder trugen wir die Sonnen­schutz­mittel in stan­dardisierter Weise auf. Die Mittel sollen bewirken, dass sich die Haut im Vergleich zum unbe­handelten Zustand erst nach einer höheren Dosis UV-Licht rötet. Wir über­prüften, ob die Produkte die ausgelobte Schutz­wirkung vor UVB-Strahlen im entsprechenden Umfang entfalteten.

UVA-Schutz: Wir trugen gemäß Din EN ISO 24443 die Produkte in definierter Weise auf durch­sichtige Kunst­stoff­plätt­chen auf und ermittelten, wie viel UVA-Strahlung sie dann noch durch­ließen. Die Werte setzten wir in Beziehung zum jeweils auf den Produkten deklarierten Sonnen­schutz­faktor – sie müssen laut Empfehlung der EU-Kommis­sion mindestens ein Drittel dieses Faktors betragen.

Tests ab 2020:

Sonnen­schutz­faktor (UVB) und UVA-Schutz: Beides ermittelten wir mithilfe der HDRS-Methode (Rohr M, Ernst N, Schrader A: Hybrid Diffuse Reflectance Spectroscopy: Non-Erythemal in vivo Testing of Sun Protection Factor. Skin Pharmacol Physiol 2018;31:220–228). Sie kombiniert einen sogenannten In-vitro-Test mit einer Prüfung an freiwil­ligen Test­personen, mit der keine Hautrötung erzeugt wird.
Im Probandentest trugen wir die Produkte stan­dardisiert auf Test­felder am Rücken auf. Dann bestimmten wir mithilfe eines speziellen Mess­kopfes, wie viel von einer kurz­zeitig aufgebrachten definierten UV-Dosis reflektiert wird. Zusätzlich trugen wir die Mittel auf durch­sichtige Kunst­stoff­plätt­chen auf und ermittelten, wie viel UV-Strahlung sie durch­ließen.
Aus den Ergeb­nissen beider Messungen berechneten wir den Sonnen­schutz­faktor und den UVA-Schutz. Dieser muss laut Empfehlung der EU-Kommis­sion mindestens ein Drittel des auf dem Produkt deklarierten Sonnen­schutz­faktors betragen.

Feuchtig­keits­anreicherung: 20 %

Die Feuchtig­keits­anreicherung bestimmten wir durch Messung des Wasser­gehalts in der Horn­schicht der Haut: Wir trugen die Mittel an den Unter­arminnen­seiten von je 20 Probanden auf und maßen den Wasser­gehalt über sechs Stunden hinweg stündlich mit dem Corneo­meter. Wir verglichen die Werte mit denen einer Creme, die gut Feuchtig­keit anreichert, sowie mit denen eines unbe­handelten Haut­felds.

Anwendung: 25 %

Entnahme bei 20 Grad Celsius und 40 Grad Celsius: Je fünf Probanden beur­teilten mit nassen und trockenen Händen, wie gut sich das Mittel bei diesen Temperaturen entnehmen ließ.

Auftragen, Einziehen und Hautgefühl: Je 20 Probanden bewerteten Konsistenz, Verteil­barkeit, Klebrig­keit, Einziehen und Weißeln der Produkte sowie das Hautgefühl nach dem Auftragen.

Wärme-/Kälte­beständig­keit: Wir lagerten die Mittel 24 Stunden bei minus 5 Grad Celsius, dann 10 Tage bei 40 Grad. Drei Experten prüften visuell, ob sie sich danach verändert hatten.

Mikrobiologische Qualität: 0 %

Wir bestimmten die Anzahl der Keime in den Produkten und prüften, ob bestimmte Mikro­organismen vorhanden waren. Wir prüften, ob die Produkte ausreichend konserviert waren, das heißt, wie gut sie mit bewusst einge­brachten Keimen fertig werden.

Kritische Duft­stoffe nachgewiesen: 0 %

Wir über­prüften in Anlehnung an Din EN 16274 mittels GC-MS, ob die Produkte BMHCA (Butylphenyl Methyl­propional, auch Lilial genannt) oder HICC (Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde, auch Lyral genannt) enthielten.

Sonnen­schutz­mittel im Test Testergebnisse für 20 Sonnenschutzmittel für Erwachsene

Beschriftung und Verpackung: 20 %

Wir prüften, ob die empfohlenen Anwendungs­hinweise der EU und des Industrie­verbands Körper­pflege und Wasch­mittel (IKW) deklariert waren. Drei Experten bewerteten Leserlich­keit und Über­sicht­lich­keit. Einer über­prüfte die Werbeaussagen, ein weiterer, ob die Angaben der Kosmetik- und Fertigpackungs­ver­ordnung sowie dem Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch entsprachen. Wir erfassten, ob die Verpackung eine Originalitäts­sicherung ­aufwies. 20 Probanden bewerteten, wie gut sich die Behälter öffnen und schließen lassen.

Weitere Unter­suchungen

In Abhängig­keit von der Inhalts­stoff­liste prüften wir mithilfe eines chromato­graphischen Nach­weis­verfahrens (LC-GC/FID), ob und gegebenenfalls in welcher Konzentration bestimmte Bestand­teile von Mineral­ölen enthalten waren, nämlich aromatische und gesättigte Mineralöl-Kohlen­wasser­stoffe, Moah und Mosh. Diese haben wir nicht nachgewiesen.

Zwei Experten prüften die Inhalts­stoff­listen auf Stoffe, die der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Union, SCCS, als kritisch bewertet hat; gegebenenfalls bestimmten wir ihre Konzentration. Kein Produkt war auffällig. Für unseren Test 2021 untersuchten wir zusätzlich Produkte, die den UV-Filter Octocrylen enthalten, mittels LC-MS/MS auf ihren Benzophenon-Gehalt nach vier­tägiger Lagerung bei 40°C.

Abwertungen

Sie sind in der Tabelle mit Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen setzten wir ein: War die Einhaltung des UVA-Schutzes oder des Sonnen­schutz­faktors mangelhaft, konnten das Einhalten des ausgelobten Schutzes und das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. War die Feuchtig­keits­anreicherung ausreichend, zogen wir vom test-Qualitäts­urteil eine halbe Note ab.

Sonnen­schutz­mittel im Test Testergebnisse für 20 Sonnenschutzmittel für Erwachsene

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Profilbild Stiftung_Warentest am 25.08.2022 um 07:42 Uhr
dm Alverde

@berndschulz: Mit dem aktuellen Test das Prüfprogramm verschlankt. U.a ist der Test wie gut sich die Produkte anwenden lassen entfallen.
Einige Sonnencremes, meist Naturkosmetikprodukte, verwenden keine chemischen UV-Filter, sondern die mineralischen UV-Filterpigmente Titandioxid oder Zinkoxid. Alverde enthält Titandioxid. Das Problem dabei: Diese Pigmente sind weiß und können dementsprechend auch einen weißen Film auf der Haut hinterlassen.
Ihre Rückmeldung ist uns Anlass zu überdenken, ob wir in Folgetests die Anwendungsprüfung wieder aufnehmen.

berndschulz am 23.08.2022 um 18:12 Uhr
DM Alverde in der Anwendung Mangelhaft

Wegen des guten Ergebnisses im Test habe ich die Creme vor dem Urlaub gekauft. Sonnenschutz kann/will ich nicht beurteilen. Lediglich dass diese Creme fast unmöglich zu verteilen ist und so gut wie nicht einzieht. Beim ersten Mal etwas großzügiger aufgetragen war ich komplett „Cremeweiß“. Das selbst nach mehreren Stunden auf und im Wasser. Die Creme ließ sich auch durch Duschen nicht entfernen. Ich musste sie mit dem trockenen Handtuch von der schon trockenen Haut abrubbeln, ähnlich wie bei einem Peeling. Beim nächsten Mal sehr sehr wenig aufgetragen. Verteilung mangelhaft, Hände bleiben Cremig und ich habe jetzt 2 Tage später noch helle Stellen auf der Haut und sehe sehr gefleckt aus.
Fazit, die Creme ist in den Müll gewandert und ich habe hier in den USA lokalen Ersatz gekauft.

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.07.2022 um 13:07 Uhr
Nanopartikel

@ testuser254jkl: Vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an unserer Veröffentlichung zum Thema Sonnenschutzmittel. Mineralische UV-Filter, die beispielsweise die Pigmente Titandioxid oder Zinkoxid enthalten, werden von Herstellern häufig zu Nanopartikeln vermahlen, damit sie sich nicht als weißer Film auf der Haut ablagern. Wenn Nanopartikel verwendet wurden, sind diese bei den Inhaltsstoffen eines Produktes entsprechend deklariert und mit dem Wort „Nano“ in Klammern hinter dem UV-Filter angegeben. Die verwendete Art des Schutzfilters finden Sie in unserer interaktiven Datenbank: www.test.de/Test-Sonnencreme-und-Sonnenspray-fuer-Erwachsene-4868984-0/ , unter Produktmerkmale. Gerne möchten wir Sie an dieser Stelle auch auf unsere FAQ zum Thema Sonnenschutzmittel hinweisen: www.test.de/Test-Sonnencreme-und-Sonnenspray-fuer-Erwachsene-4868984-4868993/ . Hier werden zahlreiche Fragen rund um das Thema Sonnenschutz und richtiges Eincremen beantwortet.

testuser254jkl am 09.07.2022 um 10:38 Uhr
Ohne Nanopartikel und dennoch schnell einziehend?

@Stfung_Warentest Vielen Dank für den Hinweis auf die Bezeichnung "Nano" von Cremes.
Verstehe ich es richtig, dass man die Verwendung von Nanopartikel in Kauf nehmen muss, um keinen weißen Film auf der Haut zu haben?
Gibt es keine anderen empfehlenswerten Produkte, die ohne Nanopartikel auskommen?

Olyndria am 05.07.2022 um 21:12 Uhr
Bitte mal Testen.

Könntet ihr bitte mal Produkte von i+m (iplusm) Testen?
Da gibt es z.B. i+m Sonnencreme Gesicht LSF 30, oder i+m Sun Protect Sonnenlotion LSF 30. Nett wäre könntet ihr beide mal Testen, habe so das Gefühl, das es nicht den LSF einhält der draufsteht, aber eins wäre auch völlig in Ordnung, Dankeschön.