Sonnen­creme & Sonnen­spray Test

Umwelt­experte: „Wer lange Sonnenbäder meidet, hilft auch der Natur“

Sonnen­creme & Sonnen­spray Test - Guten Schutz gibts günstig
Jürgen Arning vom Umweltbundes­amt arbeitet mit, wenn Licht­schutz­filter bewertet werden – im Rahmen des europäischen Chemikalienge­setzes Reach. © Harald Krieg

Manche Verbraucher sorgen sich, dass UV-Filter in Sonnen­cremes Korallen und anderen Meeresbewohnern schaden könnten. Über die Auswirkungen von Sonnen­schutz­filtern auf die Umwelt sprach test.de mit Jürgen Arning vom Umwelt­bundes­amt. Er arbeitet mit, wenn Licht­schutz­filter bewertet werden – im Rahmen des europäischen Chemikalienge­setzes Reach.

Sonnen­creme & Sonnen­spray Test Testergebnisse für 26 Sonnen­schutz­mittel

Inhalt

Hormon­ähnliche Effekte auf Korallen?

Hawaii verbietet seit 2021 zwei organische Sonnen­schutz­filter. Wie schätzen Sie dieses Verbot ein?

Hawaii verbietet die UV-Filter Octinoxat und Oxybenzon aufgrund einiger Studien. Es geht darin um mögliche hormon­ähnliche Effekte auf Wasser­lebewesen wie Korallen. Inner­halb der EU wird geprüft, ob die Daten ausreichen, um die Stoffe auch EU-weit zu verbieten.

Gibt es schon Ergeb­nisse?

Aus unserer Sicht reichen die Daten bislang nicht. Wir klären aktuell, ob wir weitere Studien anfordern. Zu dem Stoff Octinoxat liegen neue Studien der Hersteller zu Umwelt­organismen vor und das Umwelt­bundes­amt prüft aktuell noch, ob diese Studien ausreichen, um mögliche Auswirkungen dieses UV-Filters auf die Umwelt zu bewerten. Für den eng verwandten Stoff Amiloxat, ebenfalls ein gängiger UV Filter, sind nach Ansicht des Umwelt­bundes­amtes noch weitere Daten nötig, um sein Umwelt­gefahren­potenzial beur­teilen zu können. Bestätigt sich die hormonelle Wirkung der UV-Filter auf Korallen, Fische oder andere Wasser­organismen, informieren wir die zuständigen EU-Stellen und schlagen Umwelt­schutz­maßnahmen vor, die zum Verbot in der EU führen können. Akute Gefahr für die Umwelt bei uns besteht unserer Ansicht nach nicht.

Wer öfter den Schatten sucht, muss sich seltener eincremen

Sind mineralische UV-Filter eine Alternative?

Haben Filter wie Titan- und Zink­oxid Nanop­artikelgröße, hängt es von Beschaffenheit, Form und weiteren Eigenschaften ab, welche schädlichen Effekte sie in der Umwelt haben. Das ist aber nicht ausreichend erforscht. Uns fehlen dazu teils noch die Test­methoden.

Was können umwelt­bewusste Sonnenfans tun?

Aus Umwelt­sicht sollten so wenig UV-Filter wie möglich im Wasser landen. Aber Gesund­heits­schutz geht immer vor. Wenn Sie nicht stunden­lang in der prallen Sonne liegen, müssen Sie sich seltener eincremen. Auf diese Weise schützen Sie Ihre Gesundheit und helfen so gleich­zeitig auch der Natur.

Welche UV-Filter sind in den getesteten Sonnen­cremes?

Keines der Produkte in unserem Sonnen­creme-Test (2019) enthält den UV-Filter Oxybenzon. Octinoxat, das in der Inhalts­stoff­liste als Ethyl­hexyl Methoxy­cinnamate auftaucht, steckt in Lancaster und Shiseido. Lancaster, Müller und dm Alverde enthalten laut Anbieter mineralische ­Filter in Nanop­artikelgröße.

Sonnen­creme & Sonnen­spray Test Testergebnisse für 26 Sonnen­schutz­mittel

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226 Kommentare Diskutieren Sie mit

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peter2022pj am 20.04.2022 um 15:21 Uhr
Es wäre hilfreich

wenn die Zahlung generell auch über Klarna bzw. Sofortbezahlen möglich wäre

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.10.2021 um 09:30 Uhr
Neue Studienergebnisse

@juehenn: Zinkoxid gilt bisher als sicherer Sonnenschutzfilter. Die genannte amerikanische Studie wurde erst im Oktober veröffentlicht, so dass sie in unserem Test, der bereits im Juli erschien, keine Berücksichtigung fand. Im aktuellen Test enthält nur ein Produkt den mineralischen Filter Zinkoxid, welches aber aufgrund eines mangelhaften UVB-Schutzes mit „mangelhaft“ beurteilt wurde. Sollten sich die Forschungsergebnisse bestätigen, werden wir die neuen Erkenntnisse in Folgeuntersuchungen berücksichtigen.

juehenn am 22.10.2021 um 13:23 Uhr
Neue Studienergebnisse

Neue Studienergebnisse zeigen eine ungünstige Wechselwirkung verschiedener Inhaltsstoffe. Zusammenfassung hier:
https://www.lab-worldwide.com/why-some-sunscreen-mixtures-do-more-harm-than-good-a-1066911/?cmp=nl-427&uuid=
Ist das bei den Testbedingungen ausreichend berücksichtigt? Bestätigen sich diese Studienergebnisse durch Ihre Testergebnisse?

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.07.2021 um 12:50 Uhr
After Sun

@Shrizzl: Die Speziallotionen sind meist recht dünnflüssig und lassen sich deshalb besonders leicht auf der sonnengereizten Haut verteilen. Normale Körperlotionen fühlen sich auf strapazierter Haut dagegen oft unangenehm aufheizend an. Insgesamt sind After-Sun-Produkte nicht viel mehr als „abgemagerte„ Körperlotionen. Fettreduziert, mit erhöhtem Wasser- und Alkoholgehalt, versprechen sie, die erhitzte Haut zu entspannen und zu kühlen. Zusätzliche Wirkstoffe wie Bisabolol, Aloe Vera, Allantoin oder Jojobaöl sollen pflegen und beruhigen. (cr/ll)

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.07.2021 um 14:25 Uhr
Was ist mit Mikroplastik?

@wagner_m: Hierzu haben wir die Anbieter im Rahmen unseres Tests befragt. Laut Aussagen der Anbieter enthält keines der geprüften Produkte Mikroplastik. (ll/cr)