Von vornehmer Blässe zu gesunder Bräune

Über Jahr­hunderte war die vornehme Blässe ein erstrebens­wertes Status­symbol. Schön, schöner, kreideweiß: Wessen Haut nie ein Sonnen­strahl küsste, der galt als wohl­habend und gebildet. Braun gebrannt war das einfache Volk, das unter freiem Himmel schuftete. Wie ließ sich die vornehme Blässe bewahren?

Pasten und Puder

Sonnen­schutz­mittel Test

Blass um die Nase. Über Jahr­hunderte ein erstrebens­wertes Gut.

Die alten Ägypter langten tief in die Schminktöpfe. Sie mischten Rindertalg, Bienenwachs und pflanzliche Öle mit reichlich Farbpigmenten. Die dicken, bunten Pasten schmückten Gesicht und Körper und schützten gleich­zeitig vor der intensiven Wüstensonne. Bis ins Mittel­alter ging das groß­zügige Schminken weiter. Die Reichen und Schönen trugen mit Vorliebe Bleiweiß­paste und -puder. Beides enthielt giftiges Bleikarbonat. Das reizte die Haut und verursachte schmerzhafte Abszesse. Doch vor allem erzeugte und schützte es die begehrte Blässe. Kleider, Hüte, Schirme und Hand­schuhe gehörten für die Ober­schicht zur Stan­dard­ausrüstung. Nackte Haut? Unsitt­lich. Sonne? Keine Chance.

Wer hats erfunden?

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Runde Sache. In den 1950er Jahren kam der Sonnen­schutz oft noch aus der Dose.

In den 1930er Jahren kamen die ersten Sonnen­schutz­mittel auf den Markt. Ob die Franzosen mit „Ambre Solaire“ schneller waren als die Deutschen mit ihrer „Delial-Licht­schutz­salbe“ ist umstritten. Doch die Produkte standen für ein neues Bewusst­sein: In der Frei­zeit ging es raus an die frische Luft. Gebräunte Haut signalisierte Gesundheit, Erfolg und Freiheit.

Der erste Test

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Premiere. Im Jahr 1966 testeten wir erst­mals Sonnen­schutz­mittel.

Die Stiftung Warentest prüfte 1966 zum ersten Mal Sonnen­creme: Nach­weisbar waren Schutz­faktoren zwischen 1,2 und 1,9. In den 1970er Jahren steigerten die Produkte ihre Wirkung lang­sam. Damals rieten die Kollegen: Mit dem „starken Schutz­faktor 5,5 können die Nase oder die beim ersten FKK-Urlaub neu der Sonne ausgesetzten Körperteile versehen werden“. Historischer Test: Sonnenöl - nicht zum Bräunen da.

Tradition und Moderne

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Nach alter Tradition. In Myanmar schützt Thanakapaste die Haut.

Viele Asiaten bevor­zugen noch heute weiße Haut. Traditioneller Sonnen­schutz ist in Myanmar beliebt: Aus Ästen und Rinde des Thanaka-Baumes fertigen meist Frauen eine weiße Paste, die alle Familien­mitglieder reichlich auftragen. Vor allem Asiatinnen nutzen aber auch modernere Methoden und scheuen kein Risiko: Sonnen­schutz­mittel enthalten oft umstrittene Substanzen, die die Haut künst­lich aufhellen.

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TestSonnen­schutz­mittel06.07.2018
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