Test Milch

Unter­nehmens­ver­antwortung: Kommentare CSR-Test

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Faire Erzeuger­preise, gute Tierhaltung, nach­haltig produzierte Milch: Hier erläutern wir, wie unsere Bewertungen im CSR-Test zustandege­kommen sind.

Test Milch

  • Testergebnisse für 18 Frische Voll­milch (länger halt­bar) 10/2017 Anzeigen
  • Testergebnisse für 18 CSR Milch 10/2017 Anzeigen
Inhalt

Die Engagierten

Sechs­mal vergaben wir die Note gut für hohe Unter­nehmens­ver­antwortung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR). Vier der Engagierten bieten auch Milch guter Qualität: Arla Foods, Berchtesgadener Land – und die Gläserne Molkerei mit ihrer Eigenmarke und als Lieferant von Anbieter Dennree. Sie stellt ausschließ­lich länger halt­bare Bio-Milch her. Auch Lidl verdankt der Gläsernen Molkerei die gute CSR-Note für seine Bio-Milch.

Dass die Qualität der Milch stimmt und Land­wirte zunehmend ins Tier­wohl investieren – dafür sorgt die Milch­wirt­schaft selbst. Die Mehr­zahl der Molkereien im Test sind nach dem Stan­dard „QM-Milch“ zertifiziert. QM steht für Qualitäts­management. Er wurde vom Deutschen Bauern- und Deutschen Milch­industrie Verband initiiert. Viele Molkereien haben zudem eigene Qualitäts­programme. Bei Arla etwa heißt es Arlagården.

Das Mittel­feld

Die Handels­ketten mit ihren Eigenmarken enttäuschen: Sie schneiden im Test der Unter­nehmens­ver­antwortung mit einer Ausnahme bestenfalls befriedigend ab und geben sich auch bezüglich der Preise, die sie Molkereien zahlen, sehr zugeknöpft. Aldi (Nord), Aldi Süd, Lidl, Edeka, Netto Marken-Discount, Rewe und Penny engagieren sich kaum für nach­haltige konventionelle Milch. Sie machen ihren Lieferanten kaum Vorgaben. Sie schreiben zwar gentechnikfreies Futter vor, aber nur Lidl hat eine Einkaufs­richt­linie für Milch­produkte und nimmt so Einfluss auf Lieferanten.

Produzent der Milch von Aldi Süd und der Edeka-Gruppe ist DMK Deutsches Milch­kontor, die größte Molkerei des Landes. Über ihr relativ neues Qualitäts­programm Milkmaster macht sie gute Vorgaben zum Tier­wohl. Ihre Land­wirte sind noch in der Einführungs­phase. Umwelt­schutz schreibt DMK zwar im eigenen Betrieb groß, an Milch­erzeuger stellt sie hier aber kaum Anforderungen.

Die Schluss­lichter

Die Anbieter der bekannten Marken Bärenmarke, Land­liebe und Weihen­stephan legten uns ihre Produktions­bedingungen nicht offen – unsere Leser bleiben so im Unklaren.

Die Müller-Gruppe (Weihen­stephan) will Land­wirte nicht „mit zusätzlichen Audits“ belasten, „die weder mit dem Thema Qualität zu tun haben, noch die Wert­schöpfung steigern“, schrieb sie. Hoch­wald Foods (Bärenmarke) gibt Dritten, zu denen keine Geschäfts­beziehung besteht, keine „umfassenden Auskünfte zu den Bedingungen ... auf den Höfen unserer Milchlieferanten“. Auf seiner Website bezeichnet sich Hoch­wald als nach­haltiges Unternehmen – das passt für uns nicht zusammen. Fries­land­Campina (Land­liebe) legte seine CSR-Bestrebungen in einem Schreiben dar, hielt weitere Prüfungen aber für „nicht notwendig“. So viel Intrans­parenz bewerten wir mit mangelhaft.

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MHeise am 26.01.2018 um 02:23 Uhr
Angabe zu den Molkereibetrieben

@StiWa
Ihre Vorgehensweise ist wenig kaum tagulich.
Die Discounter schreiben teilweise gar keinen Betrieb oder eine Briefkastenfirma auf die Packung. Dazu kommt, dass die Nennung der Firma nicht Produktionsstätte identifiziert. Schauen Sie einmal nach, wie viele Produktionsstätten (in Deutschland !) Arla Foods hat: es sind wohl 12. Da ist die Aussage produziert von ARLA kaum tauglich.
Dazu kommt, dass - wenn diese eindeutig wäre - man im Laden mit seinem Smartphone die Betriebsnummer eingeben müsste um zu überprüfen, ob dann der von Ihnen angegeben Name herauskommt. Aber das wäre wie schon dargestellt immer noch nicht hinreichend.
Die Betriebsnummer ist ein eindeutiger Schlüssel, die Bezeichnung des Konzerns nicht. Bitte beim nächsten Mal angeben - Danke!

Nusatupu am 22.01.2018 um 09:57 Uhr
Leider nur ESL Milch

Wieder einmal wird leider nur ESL Milch gut geheißen.
Traditionell hergestellte Milch sei auf dem Rückzug.
Wenn immer beworben wird, daß die meisten Verbraucher das so wollen, dann kommt es vielleicht auch so.
Brechen Sie doch einmal einen Lanze für trasitionell hergestellte (Bio-) Milch.
Auch wenn die Werbung der Großkonzerne das negiert: Es gibt immer mehr Menschen, die sich gesund und ursprünglich ernähren wollen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.01.2018 um 10:58 Uhr
Angabe zu den Molkereibetrieben

@MHeise: Bei allen Eigenmarken des Handels, also auch bei Milchprodukten vom Discounter, geben wir jeweils den Hersteller in einer Fußnote an. Beim Milchtest ist der Hersteller sowohl im Produkttest über die Fußnote als auch beim CSR-Test direkt im Tabellenkopf genannt. (BR/PF)

MHeise am 13.01.2018 um 14:56 Uhr
Angabe Molkereiprodukteproduktionsstätten

Discounter-Milch wird meist in gleicher Verpackung von unterschiedlichen Betrieben hergestellt, da sowohl die Mengen als auch die Regionalität dies erforderlich machen. Oft wechselt der Discounter auch den Hersteller.
So ist es z.B. so, dass die Aldi-Süd-Bio-Milch (die vor mir steht) von der gläsernen Molkerei (genauer: Meierei Mecklenburg Gmbh) und nicht von Arla Foods hergestellt wird.
Meine Bitte: Geben Sie beim nächsten Test die Molkereiprodukteproduktionsstätte (den Code) und auch die Bezeichnung des Betriebs an. Sie haben die Nummer ja erläutert, aber so ist das Detektivarbeit.

ebbo am 06.11.2017 um 11:48 Uhr
Homogenisierung

"Traditionell hergestellte Milch wird wie fast jede Milch homogenisiert"
Die Aussage auf Seite 19 ist nicht richtig: Bio-Milch in Flaschen ist meist nicht homogenisiert: Andechser, Breisgau, Berchtesgardener und Dennree sind beispielsweise nicht homogenisiert. Dennree Mich ist auch im Tetrapack nicht homogenisiert. Die Aufrahmung hält sich bei fettarmer Mich in Grenzen und läßt sich meist durch kurzes Schütteln beseitigen. Geschmacklich und vielleicht auch gesundheitlich ist nicht nicht homogeniesierte Mich einfach besser !