Test Milch

So haben wir frische Voll­milch getestet

Test Milch

  • Testergebnisse für 18 Frische Voll­milch (länger halt­bar) 10/2017 Anzeigen
  • Testergebnisse für 18 CSR Milch 10/2017 Anzeigen
Inhalt

Im Test: 18 Mal länger halt­bare frische Voll­milch mit Fett­gehalten von mindestens 3,5 Prozent, darunter zwei als Weidemilch bezeichnete Produkte und 6 Bio-Milchen. Wir wählten häufig verkaufte Marken­produkte und Eigenmarken des Handels aus sowie für Fragen zu Tier­wohl, Trans­parenz und Erzeuger­preisen interes­sante Produkte. Wir kauf­ten die Milchen im März 2017 ein. Die Preise ermittelten wir durch Anbieterbefragung im August 2017.

Sensorisches Urteil: 40 %

Die sensorischen Prüfungen wurden in Anlehnung an die Methoden L 00.90–11/1 und L 00.90–11/2 der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren (ASU) nach § 64 LFGB sowie in Anlehnung an die Methode DIN ISO 22935–1 bis 3 durch­geführt. Fünf geschulte Prüfer verkosteten die anonymisierten Produkte am beziehungs­weise kurz vor dem Mindest­halt­barkeits­datum, auffällige oder fehler­hafte Milch mehr­mals. Die Verkostung erfolgte unter gleichen Bedingungen. Details zu Aussehen, Geruch, Geschmack/Nachgeschmack und Mund­gefühl dokumentierten die Prüfer. Sie erarbeiteten einen Konsens, der Basis für unsere Bewertung war.

Schonung von Milchin­halts­stoffen bei der Wärmebehand­lung: 20 %*

Wir untersuchten Para­meter, die sich bei der Wärmebehand­lung von Milch verändern: In Anlehnung an ASU-Methoden prüften wir die Per­oxidase-Aktivität, die Gehalte an Laktulose und säurelöslichem Beta-Laktoglobulin. Außerdem bestimmten wir den Furosin­gehalt gemäß ISO-Verfahren.

Kritische Stoffe: 5 %

Gemäß ASU-Methoden prüften wir auf nied­rigsiedende Halogenkohlen­wasser­stoffe sowie auf Aflatoxin M1. Auf Chlorat/Perchlorat untersuchten wir per LC-MS/MS, auf Blei gemäß DIN-EN-Verfahren. Jeweils gemäß ASU-Methoden führten wir zum Nach­weis von Antibiotikarück­ständen Hemm­stoff­tests durch und analysierten den Jodgehalt. Der Jodgehalt wurde nur dann bewertet, wenn er unver­hält­nismäßig hoch war; das betraf nur eine Milch.

Mikrobiologische Qualität: 10 %

Am Mindest­halt­barkeits­datum bestimmten wir nach ASU-Methoden den Keim­gehalt, prüften auf Salmonellen, Listeria mono­cytogenes, Bacillus cereus, Pseudomonaden und koagulase-positive Staphylokokken. Enter­obacteriaceen untersuchten per ISO-Verfahren, Escherichia coli per DIN-ISO-Methode und Hefen mittels ISO-Verfahren.

Verpackung: 5 %

Drei Experten beur­teilten die Hand­habung: Öffnen, Ausgießen, Wieder­verschließen. Wir prüften die Originalitäts­sicherung und Hinweise zum Recycling und Verpackungs­material.

Test Milch

  • Testergebnisse für 18 Frische Voll­milch (länger halt­bar) 10/2017 Anzeigen
  • Testergebnisse für 18 CSR Milch 10/2017 Anzeigen

Deklaration: 20 %*

Wir prüften, ob alle Angaben voll­ständig und korrekt sind, beur­teilten Werbeaussagen, bild­liche Darstel­lungen, Nähr­wert­angaben. Drei Experten prüften Lesbarkeit und Über­sicht­lich­keit.

Abwertungen

Die mit einem Stern *) gekenn­zeichneten Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Folgende Abwertungen setzten wir ein: Waren Schonung von Milchin­halts­stoffen bei der Wärmebehand­lung oder Deklaration ausreichend, wurde das Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. War Deklaration mangelhaft oder Kritische Stoffe ausreichend, konnte das Gesamt­urteil nur eine halbe Note besser sein.

Weitere Unter­suchungen

Ob die Milch verwässert ist, prüften wir mittels Gefrier­punkts­messung und Dichte­bestimmung per ASU-Verfahren sowie anhand des Fett­säurespektrums per Methode der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft e.V. Für die Beur­teilung der Nähr­wert­angaben analysierten wir Fett-, Eiweiß- und Kalzi­umgehalt gemäß ASU-Methoden. Bei Bio-Milch bestimmten wir die Kohlen­stoff- und Stick­stoff-Isotope im Milch­protein und Milch­fett.

* Korrigiert am 29.9.2017

Mehr zum Thema

  • Klimafreundlich essen So genießen Sie nach­haltig

    - Wissenschaftlich belegt ist: Unser Essen trägt zum Klimawandel bei. Genießen geht aber auch klimafreundlich. Die Ernährungs­experten der Stiftung Warentest zeigen, wie.

  • Tier­wohl-Label Was hinter Siegeln für Tier­wohl steht

    - Es gibt Label von Handel, Fleisch­wirt­schaft und Branchen­initiativen. Wir sagen, wofür sie stehen. Die neue Regierung plant eine verbindliche Tierhaltungs­kenn­zeichnung.

  • Garnelen im Test Die besten schme­cken nach Meer

    - Große oder kleine, aus Zucht oder Wild­fang – der Test der Stiftung Warentest kürt die besten Garnelen und die vertrauens­würdigsten Siegel.

70 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

MHeise am 26.01.2018 um 02:23 Uhr
Angabe zu den Molkereibetrieben

@StiWa
Ihre Vorgehensweise ist wenig kaum tagulich.
Die Discounter schreiben teilweise gar keinen Betrieb oder eine Briefkastenfirma auf die Packung. Dazu kommt, dass die Nennung der Firma nicht Produktionsstätte identifiziert. Schauen Sie einmal nach, wie viele Produktionsstätten (in Deutschland !) Arla Foods hat: es sind wohl 12. Da ist die Aussage produziert von ARLA kaum tauglich.
Dazu kommt, dass - wenn diese eindeutig wäre - man im Laden mit seinem Smartphone die Betriebsnummer eingeben müsste um zu überprüfen, ob dann der von Ihnen angegeben Name herauskommt. Aber das wäre wie schon dargestellt immer noch nicht hinreichend.
Die Betriebsnummer ist ein eindeutiger Schlüssel, die Bezeichnung des Konzerns nicht. Bitte beim nächsten Mal angeben - Danke!

Nusatupu am 22.01.2018 um 09:57 Uhr
Leider nur ESL Milch

Wieder einmal wird leider nur ESL Milch gut geheißen.
Traditionell hergestellte Milch sei auf dem Rückzug.
Wenn immer beworben wird, daß die meisten Verbraucher das so wollen, dann kommt es vielleicht auch so.
Brechen Sie doch einmal einen Lanze für trasitionell hergestellte (Bio-) Milch.
Auch wenn die Werbung der Großkonzerne das negiert: Es gibt immer mehr Menschen, die sich gesund und ursprünglich ernähren wollen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.01.2018 um 10:58 Uhr
Angabe zu den Molkereibetrieben

@MHeise: Bei allen Eigenmarken des Handels, also auch bei Milchprodukten vom Discounter, geben wir jeweils den Hersteller in einer Fußnote an. Beim Milchtest ist der Hersteller sowohl im Produkttest über die Fußnote als auch beim CSR-Test direkt im Tabellenkopf genannt. (BR/PF)

MHeise am 13.01.2018 um 14:56 Uhr
Angabe Molkereiprodukteproduktionsstätten

Discounter-Milch wird meist in gleicher Verpackung von unterschiedlichen Betrieben hergestellt, da sowohl die Mengen als auch die Regionalität dies erforderlich machen. Oft wechselt der Discounter auch den Hersteller.
So ist es z.B. so, dass die Aldi-Süd-Bio-Milch (die vor mir steht) von der gläsernen Molkerei (genauer: Meierei Mecklenburg Gmbh) und nicht von Arla Foods hergestellt wird.
Meine Bitte: Geben Sie beim nächsten Test die Molkereiprodukteproduktionsstätte (den Code) und auch die Bezeichnung des Betriebs an. Sie haben die Nummer ja erläutert, aber so ist das Detektivarbeit.

ebbo am 06.11.2017 um 11:48 Uhr
Homogenisierung

"Traditionell hergestellte Milch wird wie fast jede Milch homogenisiert"
Die Aussage auf Seite 19 ist nicht richtig: Bio-Milch in Flaschen ist meist nicht homogenisiert: Andechser, Breisgau, Berchtesgardener und Dennree sind beispielsweise nicht homogenisiert. Dennree Mich ist auch im Tetrapack nicht homogenisiert. Die Aufrahmung hält sich bei fettarmer Mich in Grenzen und läßt sich meist durch kurzes Schütteln beseitigen. Geschmacklich und vielleicht auch gesundheitlich ist nicht nicht homogeniesierte Mich einfach besser !