Test Milch Test

Meist frisch und rein im Geschmack, keine krankmachenden Keime, keine Schad­stoffe, keine Antibiotikarück­stände – was die Qualität angeht, über­zeugen viele der 18 länger halt­baren Frisch­milchen im Test. Größere Unterschiede gibt es bei den Produktions­bedingungen. Wie steht es um das Wohl der Kühe? Welche Anbieter setzen sich stark für Umwelt­schutz und faire Erzeuger­preise ein? Unser Nach­haltig­keits­test gibt Antwort, welche Milch Verbraucher guten Gewissens trinken können.

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TestTest Milch29.09.2017
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Engmaschige Qualitäts­kontrollen zahlen sich aus

Die Milch in den Regalen von Supermärkten und Discountern hat einen langen Herstellungs­prozess hinter sich: Sie wurde durch Filter gepresst, in Zentrifugen geschleudert, erhitzt und immer wieder auf ihre Qualität geprüft. Kaum ein anderes Lebens­mittel wird in Deutsch­land so engmaschig kontrolliert. Das zahlt sich aus, wie unser Test von länger halt­barer frischer Voll­milch – auch ESL Milch genannt – zeigt: 14 der 18 untersuchten Produkte schneiden gut ab, darunter vier Bio-Produkte (Preise: 0,68 bis 1,49 pro Liter). Länger halt­bare Frisch­milch hält gekühlt etwa drei Wochen – mehr als doppelt solange wie die sogenannte traditionell hergestellte, die es auf maximal zehn Tage bringt (siehe Kleine Milchkunde).

Video: So gut ist unsere Milch

Vier Produkte gleich zweimal top

Vier Produkte punkten sowohl bei der Produktqualität als auch beim Tier- und Umwelt­schutz-Engagement der Anbieter, das wir ebenfalls getestet haben. Drei davon sind Bio-Milchen, das vierte eine konventionell erzeugte Milch. Qualität plus Unter­nehmens­ver­antwortung hat ihren Preis: Mindestens 1,09 Euro kosten die Doppelsieger. Während die Anbieter von Bio-Milch bei den Produktions­bedingungen meist gut dastehen, gilt das für die Produktqualität nicht in jedem Fall. Zwei Biomilchen landen mit der Gesamt­note ausreichend auf hinteren Plätzen.

Das bietet unser Milch-Test

Test­ergeb­nisse Produktqualität. Wir haben länger halt­bare frische Voll­milch getestet. Unsere Test­tabelle zeigt für 12 konventionelle und 6 Bio-Produkte, wie gut sie schme­cken, ob die mikrobiologische Qualität stimmt, und ob Milchin­halts­stoffe die Wärmebehand­lung gut über­stehen.

Test­ergeb­nisse Unter­nehmens­ver­antwortung. Wir haben uns außerdem angesehen, wie die Anbieter sicher­stellen, dass die Produktions­bedingungen den Grund­sätzen der Corporate Social Responsibility (CSR) entsprechen: Wie sieht es in Kuhställen aus? Welche Molkerei zahlt Preise, von denen Bauern gut leben können? Die Test­tabelle zeigt unter anderem, wie es um Tier­wohl, Umwelt­schutz sowie Preis­gestaltung und -trans­parenz steht.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Artikel aus test 10/2017.

Eine Milch mit Koch­geschmack

Eine Bio-Milch verdirbt sich eine bessere Note durch das angewandte Hoch­erhitzungs­verfahren, das Keime abtötet, aber manche Inhalts­stoffe der Milch nicht schont. Das macht sich auch in der sensorischen Prüfung bemerk­bar: Die Milch hat als einzige einen leichten Koch­geschmack. Fast alle anderen Produkte im Test schme­cken frisch und rein. Viele davon wurden durch Mikrofiltration halt­bar gemacht – das schont die Inhalts­stoffe besser.

Ungewöhnlich viel Jod gefunden

Eine weitere getestete Bio-Milch fällt mit einem sehr hohen Jodgehalt auf, der etwa viermal höher ist als die knapp 12 Mikrogramm je 100 Milliliter, die Milch üblicher­weise im Schnitt enthält. Jod ist eigentlich erwünscht: Die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen, pro Tag 200 Mikrogramm des wert­vollen Spuren­elements aufzunehmen, bei Kindern sollten es je nach Alter 100 bis 200 Mikrogramm sein. Der von uns gefundene, ungewöhnlich hohe Jodgehalt ist für den Verbraucher allerdings nicht erkenn­bar und nicht kalkulier­bar. Eine sehr hohe, dauer­hafte Jodzufuhr kann bei Menschen, die vorbelastet sind, zu Schild­drüsen-Problemen führen.

Große Versprechungen

Manche Anbieter machen auf der Verpackung Versprechungen, die sie nicht halten – und bekommen daher schlechte Deklarations­noten. Bei einer Milch zum Beispiel wird der Eindruck erweckt, dass die Kühe ausschließ­lich traditionelle Futterpflanzen zu fressen bekommen. Auf einer anderen Milch­packung steht eine Kuh auf einer saftigen Wiese; unser Test von zwei Milchlieferanten ergab aber: Die Kühe dort werden das ganze Jahr im Stall gehalten.

Recherche führte auch in Kuhställe

27 600 Liter Milch – so viel gibt eine auf Hoch­leistung gezüchtete Holstein-Kuh durch­schnitt­lich in ihrem Leben, das nur rund 5 Jahre dauert. Eigentlich kann eine Kuh bis zu 20 Jahre alt werden. 57 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass sich die Milch­wirt­schaft stark für das Wohl­ergehen der Kühe einsetzt, besagt eine aktuelle Forsa-Umfrage. Zu Recht? Die Tester über­prüften die Produktions­bedingungen der Milch aus dem Warentest: Wie sieht es in Kuhställen aus? Welche Molkerei zahlt Preise, von denen Bauern gut leben können? Kurz: Welche Unter­nehmens­ver­antwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) über­nehmen die Milch-Anbieter. Für den CSR-Test befragten unsere Tester die Anbieter der Milch, verantwort­liche Molkereien und Milchbauern. Zudem recherchierten sie, ob es sich lohnt, Milch zu kaufen, die als fair vermarktet wird (Was heißt „faire Milch“?).

Engagement von gut bis mangelhaft

Der Gesetz­geber macht zur Kuhhaltung keine speziellen Vorgaben. Umso mehr kommt es darauf an, dass sich der Milchsektor selbst um Anforderungen bemüht. Im CSR-Test stellen einige Molkereien und Land­wirte hohes Engagement unter Beweis und geben sich sehr trans­parent. Die Handels­ketten dagegen hinterlassen einen mauen Eindruck und legten zudem nicht die Preise offen, die sie Molkereien zahlen. Die Gesamt­urteile für Tier­wohl, Umwelt­schutz und Preis­trans­parenz reichen von Gut bis Mangelhaft.

Bärenmarke, Land­liebe und Weihen­stephan nicht trans­parent

Im Dunklen blieben die Produktions­bedingungen der bekannten Marken Bärenmarke, Land­liebe und Weihen­stephan: Ihre Anbieter gaben keine Informationen preis.

Nutzer­kommentare, die vor dem 27. September 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus test 11/2007.

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