Heckenscheren Länger, güns­tiger und sicherer schneiden

Heckenscheren - Länger, güns­tiger und sicherer schneiden
© Thinkstock, Stiftung Warentest (M)

Ob Stan­dard­modell für nied­rige Hecken oder Lang­stielschere für hohe Hölzer – die Testsieger stammen von derselben Firma. Nur 6 von 15 Geräten sind gut.

Heckenscheren Testergebnisse für 15 Akku-Heckenscheren 08/2017

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Gärtner emanzipieren sich immer mehr von Geräten mit Netz­kabeln. Sie bekommen leistungs­fähigere Maschinen mit größeren Akkus als noch vor einigen Jahren – und das für weniger Geld. In unserem Test von Akku-Schneidern im Jahr 2012 speisten die Stromquellen die Messer nur eine viertel bis knapp mehr als eine halbe Stunde. Die beiden guten Modelle waren 350 und 560 Euro teuer und recht schwer.

Die Lithium-Akkus der heutigen batterie­betriebenen Heckenscheren eignen sich meist besser für die Arbeit fernab jeder Steck­dose. Die Mehr­zahl der aktuellen Modelle bietet eine hohe Schnitt­geschwindig­keit und eine Lauf­zeit von mehr als 40 Minuten. Drei Geräte halten sogar 80 Minuten pro Ladung durch. Das dürfte für die meisten Hecken reichen. Im Vergleich zu 2012 kosten gute Akku-Heckenscheren nur noch halb so viel. Andere Geräte im Test zeigen jedoch Schwächen, etwa in Schnitt­qualität, Hand­habung oder Halt­barkeit. Die Prüf­ergeb­nisse reichen von gut bis mangelhaft. 5 der 15 Geräte verfügen über einen Griff mit Stiel für hohe Hecken.

Wer eine schön dichte, grüne Hecke haben will, muss sie regel­mäßig kürzen. Zuerst rückten die Tester Thujen bis maximal Schulterhöhe zu Leibe. Den besten Schnitt bietet die Stihl HSA 56. Ihr Messer schneidet zügig und glatt. Beim Rück­schnitt dicker Äste ist sie zwar nicht ganz so gut wie beim Form­schnitt dünner Zweige, doch es geht alles ohne großen Kraft­aufwand von der Hand. So gut und schnell schafft das keine andere Schere im Test.

Auf dem zweiten Platz landet die Bosch. Wegen ihres geringeren Gewichts lässt sie langes ermüdungs­armes Schneiden zu, 80 Minuten am Stück. Mit ihren sons­tigen Qualitäten gleicht sie leichte Schwächen beim Schneiden aus. Auch die Makita ist erwähnens­wert. Ihr schwingungs­dämpfendes Griff­system und das unauf­dringliche Geräusch machen auch das längere Arbeiten mit ihr angenehm.

Stiele für den Schnitt über Kopf

Wagemutige schneiden über­manns­hohe Hecken von einer Bock­leiter aus. Mit laufendem Messer in luftiger Höhe zu jonglieren ist sehr gefähr­lich. Heckenscheren mit langem Stiel sind die bessere Wahl. Dank eines Schaftes zwischen dem unten sitzenden Batteriegriff und dem Schneid­kopf weit oben stutzen sie auch über den Kopf gewachsene Hecken.

Die Griff­stangen der Lang­stielscheren messen zwischen 1,4 und 2,5 Meter. Wegen dieses Auslegers haben Lang­stiel-Heckenscheren in der Hand­habung sowohl Nach- als auch Vorteile gegen­über Stan­dard­modellen. Nach­teilig: Diese Modelle erfordern wegen der ungüns­tigen Hebel­verhält­nisse mehr Kraft beim Schnitt. Umso wichtiger ist es, eine Schere mit den besten Schnitt­eigenschaften zu wählen: die Stihl HLA 65 oder die Greenworks. Vor allem die Stihl punktet mit hoher Schnitt­geschwindig­keit und sehr gutem Form­schnitt.

Das Gute an solchen Maschinen: Egal ob die Hecke über Kopf oder in Bodennähe geschnitten werden soll: Alles ist erreich­bar – selbst wenn die Fläche vor der Hecke nicht betreten werden kann. Bei Greenworks geht das noch besser als bei der Stihl. Der Griff­stab lässt sich stufenlos ausziehen und so an die Schnitt­position anpassen.

Ärger bereitet die Gardena THS. Sie schneidet schlecht und schiebt bei jeder Messerbewegung das Schnitt­gut einfach aus der Schere wieder heraus. Das liegt an ihrer ungüns­tigen Konstruktion. Jeder Schnitt muss mehr­fach angesetzt werden, sonst passiert nichts. Auch das einzige mangelhafte Modell im Test­feld ist eine Lang­stielschere, die Einhell GE-HH18LiT. Ihr Getriebe ging im Dauer­test kaputt.

Akkus sind an die Marke gebunden

Praktisch und auch geld­sparend wäre es, den Akku eines Geräts auch bei anderen verwenden zu können. Unter­einander sind die Akkus der verschiedenen Anbieter aber nicht austausch­bar. Sie lassen sich jedoch für andere Geräte derselben Marke nutzen, für Kettensägen oder Frei­schneider zum Beispiel. Aber nicht immer.

Stihl zum Beispiel hat für die leichten Hobby­geräte für Garten­besitzer, wie die Stan­dard-Heckenschere, und für die eher professionellen Geräte, wie die Lang­stielschere, unterschiedliche Akkus. Wer Wert auf Kompatibilität legt, sollte bei seiner Geräte­wahl auf gleiche Akkus achten. Auch Bosch fährt zweigleisig: Es gibt Heckenscheren mit 36-Volt-Technik, die auch zu Rasenmähern passt, und, wie die Maschine im Test, mit 18 Volt. Deren Akku passt beispiels­weise zum Bohr­schrauber.

Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Händler die Kompatibilität der Akkus und der Ladegeräte unbe­dingt bestätigen.

Da Heckenscheren meist nur wenige Male im Jahr genutzt werden, ist es wichtig, ihren Akku zwischen­zeitlich sachgerecht zu lagern; am besten geladen außer­halb der Schere an einem trockenen, kühlen, aber frost­freien Ort – und nicht im Ladegerät. Einzelne entladen sich dort. Vor der Nutzung heißt es: Akku laden. So behandelt, spendet er noch jahre­lang Kraft.

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17 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.06.2019 um 08:51 Uhr
Produktauswahl

@dietrich53 u.a.: Die jeweils aktuelle Marktlage abzubilden, ist nicht immer ein einfaches Unterfangen. So waren die Anforderungen die Berücksichtigung von Akku-Heckenscheren in klassischer und Teleskopbauart für den privaten Endanwender, unterschiedliche Preissegmente und Vertriebskanäle sowie zumindest teilweise eine exemplarische Modellauswahl, allerdings ohne Eigenmarken der Baumärkte wegen ihrer untergeordneter Marktbedeutung. Den Testsieger der Untersuchung von 2012, die Metabo AHS 36 V, haben wir dieses Mal nicht einbezogen, da die Schere unverändert weiter am Markt erhältlich ist. Statt dessen kamen neue Anbieter wie Ryobi, Greenworks Tools und Worx in die Auswahl, welche auch eine starke Präsenz in den Baumärkten vorweisen. Im Übrigen bestimmen die Marken Bosch, Gardena und Stihl den Markt weitestgehend. Alle anderen Marken bewegen sich in ihrer Marktbedeutung im unteren einstelligen Prozentbereich. Zu guter Letzt wird die Produktauswahl auch durch die vorhandenen Prüfkapazitäten begrenzt. (Bee)

dietrich53 am 21.06.2019 um 14:04 Uhr
sich bedeckt geben ist auch eine Möglichkeit ...

durch Zufall bin ich auf diese drei Kommentare gestoßen und musste wieder feststellen, dass Warentest ~ insbesondere, wenn es um berechtigte Kritik an der Auswahl von getesteten Geräten oder Leistungen geht - sich sehr bedeckt hält - weder darauf eingeht mal wie üblich rechthaberisch oder zumindest in der künftigen Auswahl von Tests etwas ändert.
Test wird nicht müde Hersteller mit s.g. Mogelpackungen an den Pranger zu stellen und damit Ressourcen blockiert, aber auf wichtig machen kann, fragt man sich schon wer da was entscheidet. Wenn ich mal bewerte was WT in den letzten Jahren favorisiert (s. Ein sehr enttäuschender Test!) und man das noch um Lippenstifte, Spülmittel u.Toilettenpapier u.ä., also die "hochwertigen" Konsumgüter ergänzt, bin ich mir sicher dass das von den Stiftungs-Gründern ursächlich anders gemeint war.
Aber auch dieser Kommentar wird nichts bewirken, da man offenbar schon viel zu weit vom „Kunden“/ Leser abgehoben hat – reicht ja wenn man regelmäßig teurer wird.

BernieliebtWärmepumpe am 23.07.2018 um 18:37 Uhr
Kein Metabo????

Ich bin doch sehr überascht, daß ihr ausgerechnet Metabo nicht mit testet, dafür aber viele Billigschrott, dessen schlechte Bewertung abzusehen war!
.
Beruflich nutze ich Stihl-Gerät, privat ein Metabo-Heckenschere, kann also vergleichen.
Mein Testsieger GANZ KLAR Metabo!
-Schlankere Gehäuse an Metabo!
-Metabo ist leichter, trotz 7 cm mehr Schnittlänge!
-Metabo-Akku passen zu ALLEN aktuellen 36 bzw 18 Volt Geräte, zur Not läuft ein 36-Volt-Gerät auch mit ein 18-Volt-Gerät! (selbstverständlich mit entsprechend weniger Leistung)
-Metabo-Akku werden seit Jahren mit selbe Fassung gebaut, so kann ich mein neue Heckenschere mit Akku von Bohrmaschine nehmen, die ich vor knapp 10 Jahren gekauft hatte!! (kenne kein andere Hersteller, der so lange die bestehende Akkufassung an die neue Geräte übernimmt!!)
-Metabo-Akku sind nur so groß, wie es nötig ist, bei Stihl steckt besonders in schwächere Akku's viel Luft drin!!
-Metabo-Akku kosten nur halb so viel
Schnittleistung? Kaum Unterschi

hottex70 am 17.02.2018 um 21:14 Uhr
HSA 56 - 65

Sie bezeichnen die Stihl HSA 56 an einigen Stellen als HSA 65; bitte korrigieren.

charlie62 am 02.08.2017 um 08:41 Uhr
Ein sehr enttäuschender Test!

@EGO: Ihre Argumentation ist nicht schlüssig. Bei Smartphones, Tablets, Fernsehern, Notebooks, Druckern, Kameras usw. scheinen die Testressourcen nahezu unendlich zu sein.
Werden aber alle 10 Jahre einmal Heckenscheren getestet, dann fehlt z.B. mit Metabo einer der führenden Hersteller mit einer der besten Akku-Heckenscheren auf dem Markt.
Ohne Bilder passt der Text zum Test auf E I N E Seite, während die Tests für die Dauerbeschallung der Wohnung ein vielfaches an Umfang haben.
Anscheinend werden die Tests immer mehr durch das Alter und die persönlichen Präferenzen der Tester bestimmt. Wahrscheinlich haben die wenigsten in ihrem Leben jemals eine Hecke geschnitten.
Noch ein Beispiel: Seit 1980 habe ich TEST abonniert und in dieser langen Zeit wurde keine einzige Schneefräse getestet.
Noch vor zehn Jahren hätte ich gelacht, wenn jemand behauptet hätte, im Internet würden sich zu vielen Produkten qualitativ hochwertigere Test finden, als bei der STIFTUNG WARENTEST.Nun nicht mehr