FAQ Fahr­radschloss: So schlagen Sie Dieben ein Schnipp­chen

Kein Fahr­radschloss kann hundert­prozentige Sicherheit versprechen. Aber die Guten im Fahrradschloss-Test bieten hohen Schutz und schre­cken Diebe oft von vorn­herein ab. Die Experten der Stiftung Warentest beant­worten die wichtigsten Fragen zu Bügelschlössern, Kettenschlössern und Co – und geben Tipps rund ums Thema Fahr­radklau.

Polizei rufen, Dieb fest­halten

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Wie viele Fahr­räder werden denn über­haupt geklaut?

Laut polizei­licher Kriminal­statistik wurden im Jahr 2020 deutsch­land­weit knapp 261000 Fahr­räder als gestohlen gemeldet. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Vor allem Radler in Groß­städten sind betroffen. Die Aufklärungs­quote liegt nur bei 9,8 Prozent.

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Was soll ich tun, wenn ich einen Verdächtigen beim Fahr­radklau beob­achte?

Wählen Sie 110 und informieren Sie die Polizei. Wichtig: Weisen Sie darauf hin, dass der Diebstahl genau in diesem Moment passiert. Falls der Dieb flüchtet, sollten Sie Flucht­richtung und Täter­beschreibung weitermelden.

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Darf ich den Fahr­raddieb fest­halten, wenn ich ihn auf frischer Tat ertappe?

Ja, bis die Polizei kommt, dürfen Sie den Dieb „vorläufig fest­nehmen“, wie es im Para­graph 127 der Straf­prozess­ordnung heißt. Dabei gilt natürlich das Gebot der Verhält­nismäßig­keit: Beim Fest­halten des Täters immer so wenig Kraft wie möglich anwenden! Im Zweifel nicht den Helden spielen und sich nicht selbst in Gefahr bringen!

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Was tun, wenn mir auf einem Flohmarkt ein verdächtig billiges Fahr­rad angeboten wird?

Fragen Sie den Verkäufer nach dem Kauf­beleg. Lassen Sie sich eine Quittung ausstellen und den Ausweis zeigen. Wenn der Verkäufer dies ablehnt und Sie den Verdacht haben, das Fahr­rad könnte geklaut sein, sollten Sie die Polizei rufen. Die ist für derartige Hinweise dank­bar. Wer ein gestohlenes Fahr­rad kauft, riskiert viel: Es gehört immer noch dem eigentlichen Eigentümer und kann bei einer Kontrolle beschlag­nahmt werden.

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Wenn die Polizei ohnehin kaum Täter über­führt, lohnt sich bei einem Diebstahl über­haupt eine Anzeige?

Ja. Die Versicherungen verlangen, dass man Anzeige bei der Polizei erstattet. Aber auch bei unver­sicherten Fahr­rädern empfehlen wir eine Anzeige: Erstens weil nur so die Chance besteht, dass die Polizei bei Kontrollen die Täter über­führen kann (etwa anhand der Rahmennummer). Und zweitens weil nur so die Dimension des Fahr­radklaus für alle offensicht­lich wird. Die ungeschönte Statistik könnte so etwa Kommunal­politiker dazu veranlassen, sich für mehr stabile Abstell­anlagen zu engagieren.

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Wie soll ich mein Fahr­rad versichern?

Fahr­radfahrer können ihr Rad über die Hausratversicherung oder eine spezielle Fahrradversicherung gegen Diebstahl absichern. Wer sehr wert­volle Räder besitzt oder umfang­reichere Leistungen möchte als die Hausrat­versicherung sie bietet, fährt besser mit einer speziellen Fahr­rad-Police.

Fahr­rad richtig sichern

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Was sollte man beim Kauf eines Fahr­radschlosses berück­sichtigen?

Unbe­dingt ein gutes Schloss kaufen! Auf welche Modelle das zutrifft, verrät unser Fahrradschloss-Test. Generell gilt: Sichere Schlösser sind oft schwer. Manch ein Ketten­schloss bringt bis zu vier Kilogramm auf die Waage.

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Was nützt mir eine hohe Sicherheit, wenn ein Schloss so schwer ist, dass ich es eigentlich nicht mitnehmen möchte?

Parkt das Fahr­rad meist an derselben Stelle – etwa zu Hause auf dem Hinterhof oder am Fahr­radbügel vor der Arbeit – gibt es die Möglich­keit, dort ein Zweit­schloss zu „stationieren“. Das heißt: Es bleibt dort Tag und Nacht. Hierfür bietet sich zum Beispiel ein solides Ketten­schloss an, dessen hohes Gewicht in diesem Fall nicht stört.

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Bügel­schloss, Falt­schloss, Ketten­schloss – welcher Typ Fahr­radschloss ist am sichersten?

Relativ sicher sind häufig Bügelschlösser, allerdings gibt es auch in dieser Produkt­gruppe große Unterschiede. Leicht knacken lassen sich dünne Spiral­kabelschlösser und oft auch Panzer­kabelschlösser. Gute Bügel-, Falt- und Kettenschlösser finden Sie im aktuellen Fahrradschloss-Test der Stiftung Warentest.

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Wie sichert man sein Fahr­rad am besten?

Die Abstell­anlage muss mindestens genauso solide und stabil wie das Fahr­radschloss sein, denn Diebe greifen immer an der schwächsten Stelle an. Maschendrahtzaun zum Beispiel lässt sich einfach durch­knipsen, ein Holz­pfahl leicht zersägen. Wir empfehlen, das Schloss möglichst hoch am Fahr­rad zu befestigen. So haben Täter weniger Deckung und können den Bolzen­schneider nicht auf dem Boden abstützen.

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Ich verwende ein Bügel­schloss in Kombination mit einem Rahmenschloss. Okay?

Ja, zwei Schlösser schützen besser als eins. Wer zwei Schlösser einsetzt (zum Beispiel, um auch Vorder- und Hinterrad vor dem Abmontieren zu schützen), sollte unterschiedliche Bauarten verwenden. Dann steigt die Wahr­scheinlich­keit, dass der Dieb kein passendes Werk­zeug dabei hat, um beide Modelle knacken zu können. Oder Sie nutzen zwei Schlösser von verschiedenen Anbietern − damit machen Sie den „Markenspezialisten“ unter den Fahr­raddieben die Arbeit schwer.

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Eignet sich ein Fahr­radschloss auch, um damit eine Leiter im Garten zu sichern?

Ja, sehr gut sogar. Empfehlens­wert sind schwere Kettenschlösser, die relativ flexibel und preis­wert sind. Sichern sollten Sie damit etwa die Gartenleiter, damit Einbrecher sie nicht ans Haus anlehnen können, um bequem den Balkon zu entern. Viele Tipps und Test zum Thema „Wie sichere ich mein Haus?“ finden Sie in unserem Special Einbruchschutz.

Wie die Stiftung Warentest Fahr­radschlösser testet

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Warum sind in Ihren Tests stets mehrere Modelle der Marke Abus?

Abus ist in Deutsch­land der Markt­führer und bietet eine große Modell­vielfalt. Dies berück­sichtigt die Stiftung Warentest bei der Markt­auswahl. Auch andere Anbieter wie Kryptonite, Axa oder Trelock sind meist mit mehreren Modellen in einem Test vertreten. Bei den Prüfungen stellt sich heraus, dass es bei unterschiedlichen Produkten desselben Herstel­lers große Unterschiede gibt.

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Warum verraten Sie nicht, wo die Schwach­punkte der einzelnen Modelle liegen?

Welches Schloss sich wie öffnen lässt, bleibt das wohl­gehütete Geheimnis der Stiftung Warentest. Unsere Unter­suchungen sollen den Radlern dienen, nicht den Dieben.

Fahr­radschloss pflegen

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Soll ich den Schließ­zylinder ölen?

Ja, damit das Schloss nicht anfängt zu klemmen, spendieren Sie dem Schließ­zylinder regel­mäßig einen Tropfen Spezial- oder Nähmaschinenöl. Richten Sie sich am besten nach den Empfehlungen des Anbieters.

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Muss ich das Fahr­radschloss vor Rost schützen?

Wenn Sie den Schließ­zylinder ab und zu ölen, sollte er dauer­haft ausreichend geschützt sein. Im Zweifel sollten Sie ein Fahr­radschloss wählen, das bei unserem Test im Prüf­punkt „Schutz vor Korrosion“ sehr gut abge­schnitten hat.

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