Fahr­radschloss-Test Die besten Fahr­radschlösser

Fahr­radschloss-Test - Die besten Fahr­radschlösser
Mehr­fachsicherung. Hier über­spitzt – aber schon zwei Schlösser erhöhen die Sicherheit. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Sind Bügelschlösser besser als Kettenschlösser? Fest steht: Sichere Schlösser sind nicht leicht zu finden. Das zeigt der Fahr­radschloss-Test der Stiftung Warentest.

Fahr­radschloss-Test Testergebnisse für 60 Fahr­radschlösser

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Inhalt

Fahr­radschlösser werden immer besser

Schwer hilft. Kein Ort ist sicher: Fahr­räder verschwinden vor der Arbeits­stelle, aus Kellern oder Hinterhöfen. In Deutsch­land wurden 2020 etwa 260 000 Fahr­raddiebstähle ange­zeigt. Immerhin: Seit ein paar Jahren sinkt diese Zahl – vielleicht auch, weil die Fahr­radschlösser immer besser werden. Doch sichere und stabile Schlösser sind gar nicht so leicht zu finden. Unsere Tests zeigen: Meist sind es Schwergewichte.

Mehr Gute. Aktuell haben wir 20 Fahrradschlösser getestet. Erfreulich: Jedes zweite davon ist gut. Insgesamt haben wir in unserer Daten­bank 60 Fahrradschlösser im Test, davon sind 20 gut und 19 mangelhaft, der Rest ist befriedigend oder ausreichend.

Zeit gewinnen. Was jedem Fahr­radbesitzer klar sein muss: Ein absolut aufbruchsicheres Fahr­radschloss gibt es nicht – aber die Erfahrung zeigt: Ist ein Schloss nicht schnell zu knacken, geben Fahr­raddiebe meist auf und suchen sich ein leichteres Opfer.

Das Video zum Fahr­radschoss-Test – mit Anschließ­tipps

Die Fahr­radschlösser im Test wurden mit Bolzen­schneider, Zugmaschine oder Eisensäge traktiert. Je nach Methode mussten die Schlösser bis zu drei Minuten standhalten.

Das bietet der Fahr­radschloss-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse für fünf Schloss­typen.
Unsere Test­daten­bank zeigt Bewertungen für 60 Fahr­radschlösser, darunter Bügelschlösser, Falt­schlösser, Kettenschlösser, Rahmenschlösser, Panzer­kabelschlösser und Textilmantelschlösser. Zu den getesteten Marken gehören Abus, Axa, Decathlon, Kryptonite und Trelock. Die Preise bewegen sich zwischen rund 22 und 160 Euro.
Kauf­beratung.
In fast jeder Schloss-Kategorie ist mindestens ein gutes Fahr­radschloss dabei. Diese Modelle halten Aufbruch­versuchen besonders lange stand. Wir stellen die besten Schlösser aus jeder Kategorie vor und nennen auch die Nachteile des jeweiligen Schloss­typs.
Tipps.
Das beste Fahr­radschloss nützt nichts, wenn man es nicht vernünftig anschließt. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Rad richtig sichern.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die PDFs zu sämtlichen Fahr­radschloss-Tests der Stiftung Warentest seit 2017.

Verschiedene Typen von Fahr­radschlössern im Test

Es gibt viele Arten, das Fahr­rad zu sichern. Die meisten gängigen Fahr­radschloss-Techniken sind in unserer Daten­bank zu finden: starre, stabile Bügelschlösser, flexible, hand­liche Falt­schlösser, schwere, massive Kettenschlösser. Aber auch fest verbaute Rahmenschlösser mit Zusatz­kette testen wir, ebenso wie Panzer­kabelschlösser und Textilschlösser. Alle Typen haben Vorteile, aber auch Nachteile – die wir im Folgenden aufführen.

Bügelschlösser: Stabil, aber unflexibel

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Mehr als jedes dritte Bügel­schloss im Test schneidet gut ab. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Vorteil. Bügelschlösser sind stabil. Mit ihren massiven Metall­bügeln trotzen Bügelschlösser den meisten Aufbruchatta­cken.

Nachteil. Durch die massive Bauweise und starren Elemente sind Bügel­schlösser nicht sehr anpassungs­fähig. Manche Bügelschlösser sind zudem recht klein. Dann lassen sie sich zwar unterwegs in der Hosentasche trans­portieren, aber es kann mühsam sein, das Rad damit sicher anzu­schließen.

Bügelschlösser im Test

Falt­schlösser: Praktisch, aber schwächlich

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3 von 16 Falt­schlössern im Test sind gut, 6 mangelhaft. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Vorteil. Falt­schlösser sind hand­lich. Sie lassen sich aus- und einklappen wie Zoll­stöcke. Beim Anschließen des Fahr­rads sind sie flexibel, beim Trans­port in den mitgelieferten Taschen brauchen sie wenig Platz.

Nachteil. Falt­schlösser sind oft weniger robust als Bügelschlösser oder Kettenschlösser.

Faltschlösser im Test

Kettenschlösser: Vielseitig, aber schwer

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Erfreulich: Jedes zweite Ketten­schloss im Test ist gut. Etliche Kettenschlösser sind indes mangelhaft. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Vorteil. Dank massiver Metall­glieder sind viele Kettenschlösser schwer zu knacken, zugleich lassen sie sich vielseitig anschließen.

Nachteil. Preis für die Sicherheit ist oft ein hohes Gewicht: Manche Kettenschlösser wiegen fast 4 Kilo. Trans­portieren lassen sich die Schlösser meist nur im Ruck­sack oder Fahr­radkorb: Halterungen gibt es dafür in der Regel nicht. Manchmal werden Trans­porttaschen angeboten, die man aber separat kaufen muss.

Kettenschlösser im Test

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Textilschlösser: Bieg­sam, aber störrisch

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Von den beiden Textilmantelschlössern im Test schneidet eines gut ab und eines mangelhaft. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Vorteil. Textilmantelschlösser (meist kurz „Textilschlösser“ genannt) sind oft widerständiger als man denken würde: Textilschichten umhüllen einen Metall­kern, zum Beispiel Stahlseile oder eine gehärtete Kette. Das macht so manches Textilmantel­schloss stabiler, als es auf den ersten Blick wirkt.

Nachteil. Manche Textilmantel­schlösser sind zwar bieg­sam, aber auch störrisch. Das Abschließen kann mitunter Kraft erfordern, der Schloss­körper kann aufspringen. Halterungen sind oft nicht dabei, dafür lassen sich manche Textilschlösser unterwegs um die Hüfte schnallen.

Textilschlösser im Test

Panzer­kabelschlösser

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Ein Panzer­kabel­schloss schrammt knapp an der Note Gut vorbei, der Rest ist Mittel­maß oder mangelhaft. © Stiftung Warentest

Vorteil. Zwischen den Metall­segmenten im Inneren und der äußeren Kunst­stoff­hülle sind oft Hohlräume. Dadurch wirken manche Panzer­kabelschlösser wuchtig, sind dabei aber recht leicht.

Nachteil. Viele Panzer­kabelschlösser sehen stabiler aus, als sie sind. Ist die Stahl-Ummantelung einmal durch­trennt, ist das Drahtseil im Kern kein großes Hindernis mehr für Schloss­knacker. Gar nichts taugen übrigens dünne Spiral­kabelschlösser. Sie sind so leicht zu knacken, dass Diebe sie eher als Geschenkband betrachten.

Panzerkabelschlösser im Test

Rahmenschlösser

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Für eine Rahmenschloss-Ketten-Kombi im Test gabs das Qualitäts­urteil Gut. Die anderen beiden waren befriedigend. Immerhin: Mangelhafte Schlösser gibt es in dieser Kategorie nicht. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Vorteil. Ein fest am Rahmen verbautes Rahmenschloss ist praktisch bei kurzen Besorgungen − deshalb nennt man es auch „Bäcker­schloss“. Bei allen getesteten Rahmenschlössern liefern die Anbieter eine Trans­porttasche für die Zusatz­kette mit.

Nachteil. Allein verwendet, ist das Rahmenschloss nicht viel mehr als eine Wegfahr­sperre. Wegtragen können Diebe das Rad trotzdem. Erst in Kombination mit der einklink­baren Zusatz­kette lässt es sich sicher anschließen.

Rahmenschlösser im Test

Zahlenschlösser – gute Alternative zum Schlüssel?

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Von sechs Zahlenschlössern im Test schneidet nur eines gut ab. © Stiftung Warentest

Vorteil. Mit einem Zahlen­schloss müssen Radfahrende keine Angst mehr haben, ihren Schlüssel zu verlieren. Sechs Schlösser in unserem Produktfinder brauchen keinen Schlüssel, sondern lassen sich per Zahlen­kombination sichern – je zwei Bügelschlösser, zwei Falt­schlösser und zwei Kettenschlösser.

Nachteil. Zahlen merken ist lästig. Was den einen der verlorene Schlüssel, ist den anderen der vergessene Zifferncode. Doch Zahlen­kombinationen wie „1234“ oder „1111“ oder das Geburts­jahr sind auch für Diebe zu leicht zu erraten. Denken Sie daran, die Zahlen­folge nach dem Abschließen gründlich zu verdrehen – übrigens auch, wenn Sie das Schloss unterwegs im Fahr­radkorb trans­portieren.

Zahlenschlösser im Test

Knack­punkt Schad­stoffe

Immer wieder finden wir in Fahr­radschlössern Schad­stoffe – oft stecken sie gerade in besonders aufbruchsicheren Schlössern. Zu den Schad­stoffen, die wir öfter finden, gehören Weichmacher, sogenannte Phthalate, und Polyzyklische aromatische Kohlenstoffe (PAK). Die Schad­stoffe stecken oft in den Ummante­lungen von Bügeln oder Ketten oder im Schloss­körper. Über­schreiten sie bestimmte Grenz­werte, müssen wir sie mit Mangelhaft bewerten.

Dieser Test wird regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 27. April 2021. Ältere Nutzer­kommentare beziehen sich auf einen früheren Stand.

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222 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Neetz am 06.10.2021 um 11:46 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

7000Niko am 22.08.2021 um 17:13 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 27.07.2021 um 12:48 Uhr
Störanfälligkeit beim Decathlon

@MelGo: Sowohl im Gruppenurteile Handhabung wie auch in der Haltbarkeitsprüfung wurden die Schlösser und der Schließmechanismus überprüft.
Wir erprobten u.a. dabei das Öffnen und Schließen der Schlösser, auch bei Dunkelheit und mit Handschuhen.
Die Störanfälligkeit konnten wir in unserer Prüfung nicht feststellen. Es kann natürlich immer sein, dass es Produktionsschwankungen gibt. Nichtsdestotrotz haben unsere Experten unter dem Urteil „Öffnen und Schließen“ auch die Leichtgängigkeit des Schlosses inkl. des Auf- u. Zuschließens bewertet. Hier hat das Decathlon auch nur ein „befriedigend“ erhalten. Bei der Korrosionsprüfung beurteilten wir den Schutz vor Korrosion. Wir prüften zudem den Schutz des Zylinders vor Verschmutzung sowie die Schlüsselstabilität. (Mehr dazu unter: So haben wir getestet).
(NL/mk)

MelGo am 25.07.2021 um 14:16 Uhr
Störanfälligkeit wird wohl nicht getestet?!?

Ich wollte mir letztens gerade bei Decathlon das hier recht gut getestete Kettenschloss "Decathlon B'Twin 900 Chain L" zulegen, habe dann aber zum Glück instinktiv mal die Bewertungen auf Decathlon dafür gelesen und war entsetzt wie viele Nutzer dort von massiven Problemen mit dem Schließmechanismus berichteten...bis hin zur Unbenutzbarkeit des Schlosses. Ob man das Schloss betätigen kann scheint regelrecht ein Lotteriespiel zu sein. Einige schreiben sogar davon, dass sie ihr Rad nicht mehr abschließen konnten und dann mit schwerem Gerät versuchen mussten, an ihr eigenes Fahrrad heranzukommen!!! Eine derartige Unzuverlässigkeit ist natürlich komplett inakzeptabel! Man muss jederzeit sein Rad schnell an- und abschließen können.
Ich habe daraufhin natürlich vom Kauf Abstand genommen!
Wird denn so eine elementar wichtige Sache bei den Tests überhaupt nicht berücksichtigt?!? Denn ansonsten wäre doch ganz klar nur ein "mangelhaft" drin...
Vielen Dank für Aufklärung!

Profilbild Stiftung_Warentest am 20.07.2021 um 15:09 Uhr
Faltschloss Kryptonite Kryptolok

@reflexxiv: Wir können generell keine Aussagen zu möglichen Produktschwankungen inkl. möglicher Schwachstellen im Material machen, auch wissen wir nicht, was ggf. seit dem letzten Test am Material geändert wurde.
Sowohl das Prüfinstitut als auch die Prüfmethodik waren identisch zum letzten Test. Dies beinhaltet auch dieselben Prüfer bzw. Experten, dasselbe Werkzeug sowie dieselben Ansatzstellen für die Aufbruchversuche. Zudem wurden die Prüfungen mehrmals wiederholt. (NL, Se)