Urlaubs­ärger und was Sie dagegen tun können

Von Kakerlaken bis Abzocke: In einer Online-Umfrage* baten wir unsere Lese­rinnen und Leser, unangenehme Erleb­nisse mit Ferien­wohnungen zu schildern. Wir fragten: Worüber haben Sie sich geärgert? (Anteil der Antworten in Prozent). Das sind häufige Probleme und unsere Tipps zur Lösung.

55 % - Beschreibung stimmt nicht

Mehr als jeder Zweite gab an, dass die Unterkunft nicht der Beschreibung entsprach. „Der versprochene Pool im Haus lag elf Auto­minuten entfernt“, berichtet ein Teilnehmer. Ein anderer: „Die Ferien­wohnung sollte unmittel­bar am Meer liegen. Es waren 45 Minuten zu Fuß.“ Mal fehlte die Küche, mal hatte die Wohnung nur zwei statt drei Zimmer.

Das können Sie tun. Melden Sie sich vor Ort sofort beim Vermieter. Bietet er keine Lösung an, kontaktieren Sie das Buchungs­portal. Reisende schließen den Vertrag zwar mit dem Vermieter, die Portale dürfen die Haftung für die Richtig­keit der Beschreibung aber nicht generell ablehnen. Klappt die Reklamation nicht, fotografieren Sie die Mängel, notieren Sie Zeugen. In Deutsch­land haben Sie gute Chancen, bei nach­weislich falschen Angaben eine Miet­minderung oder Schaden­ersatz durch­zusetzen. Bei Ferien­wohnungen im Ausland kann das schwieriger sein. Urlauber müssten dann eventuell dort klagen.

42 % - Grobe Mängel in der Unterkunft

Grobe Mängel entpuppten sich als zweitgrößtes Ärgernis. „Unsere Unterkunft war baufäl­lig. Fenster ließen sich trotz 40 Grad nicht öffnen“, schreibt ein Leser. Beim nächsten war die Heizung kaputt, einmal stand der Dusch­kopf unter Strom, oft wurde es eklig: Schimmel, Kakerlaken, Mäusekot oder die Wohnung „war versifft wie eine Absturz­kneipe“.

Das können Sie tun. Verlangen Sie vor Ort Abhilfe. Bringt das nichts, melden Sie die Mängel möglichst direkt vom Urlaubs­ort dem Portal, wenn Sie darüber gebucht haben. Dokumentieren Sie Miss­stände, suchen Sie Zeugen. Ist eine Einigung nicht möglich, bleibt der Gang vors Gericht. Allerdings gilt dann eventuell das Landes­recht des Vermieters.

20 % - Absagen und anderer Ärger

Mehrere Lese­rinnen und Leser schildern Fälle, in denen sie eine gebuchte Wohnung nicht beziehen konnten: Mal war eine Unterkunft doppelt belegt, mal wurde sie reno­viert, mal stornierte der Vermieter sie kurz­fristig.

Das können Sie tun. Der Vermieter ist verpflichtet, Ihnen das Geld zu erstatten oder eine Ersatz­wohnung zu besorgen, sofern die Schuld bei ihm liegt. Haben Sie über ein Portal gebucht, kann es helfen, ein neues Domizil zu finden. Lassen Sie sich im Anschluss an den verpatzten Urlaub von einer Verbraucherzentrale oder einem Anwalt beraten, ob Sie etwaige höhere Kosten für die Ersat­zunterkunft vom Vermieter zurück­fordern können.

4 % - Das Ferien­haus gibt es nicht

Es ist wohl das übelste Ärgernis: Die gebuchte Wohnung ist Betrug. In einem Fall existierte das Haus zwar, war aber nicht zu mieten – „wir waren auf Internet­betrüger herein­gefallen“. Ein anderer zahlte 630 Euro für ein Ferien­haus auf Ebay-Klein­anzeigen an – und hörte nie wieder vom vermeintlichen Vermieter.

Das können Sie tun. Erstatten Sie Straf­anzeige bei der Polizei. Wenden Sie sich an Ihre Bank: Je nachdem, auf welchem Weg Sie Vorkasse geleistet haben, können Sie versuchen, sich Ihr Geld zurück­zuholen. Generell gilt: Wer beim Vermieter direkt bucht, sollte dessen Impressum prüfen. Ist er unter der Adresse zu finden? Gibt es Beschwerden in Reiseforen? Buchungs­portale oder Angebote von regionalen Tourismus­verbänden sind sicherer als der direkte Weg.

*) Online-Umfrage der Stiftung Warentest vom 7. bis 20. Oktober 2019. 143 Teilnehmer haben auf die Frage geant­wortet: Worüber haben Sie sich geärgert? (Mehr­fach­antworten möglich). Teilnehmer insgesamt: 429.

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TestTest Buchungs­portale27.12.2019
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